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Unglück in Grainau: Zugspitzbahn erfasst Fiat - 83-jähriger Autofahrer stirbt

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Von: Andreas Seiler

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Zu einem tödlichen Unfall mit der Zugspitz-Zahnradbahn ist es am Sonntagnachmittag gekommen.
Zu einem tödlichen Unfall mit der Zugspitz-Zahnradbahn ist es am Sonntagnachmittag gekommen. © Sehr

Ein schreckliches Zugunglück, das am Sonntagnachmittag passierte, erschüttert Grainau: Ein 83-jähriger Ortsbewohner wurde an einem unbeschrankten Bahnübergang mit seinem Kleinwagen von der Zugspitzbahn mitgerissen und erlag am Unfallort seinen Verletzungen. Der tragische Vorfall dürfte nun eine Sicherheitsdebatte auslösen.

Update vom 1. November, 12.50 Uhr: Die Nachricht von dem Horrorunfall in Grainau, der ein Menschenleben kostete, verbreitete sich am Sonntag in Windeseile: Es war gegen 14.30 Uhr, als ein 83-jähriger Einheimischer mit seinem Fiat den unbeschrankten Bahnübergang an der Straße Waldwinkl queren wollte. Dabei übersah der Senior, wie die Polizei berichtet, offenbar das Rotlicht und wurde von einem Triebwagen der Bayerischen Zugspitzbahn erfasst. Die Zahnradbahn, die in Richtung Garmisch-Partenkirchen unterwegs war, schleifte den Kleinwagen mit, bevor dieser an einem Strommasten in zwei Teile gerissen wurde.

Für den älteren Herrn in dem Auto kam jede Hilfe zu spät. Er wurde durch den Zusammenstoß schwer verletzt und starb am Unglücksort. Nach Tagblatt-Informationen erlitten der Zugführer und ein Mitarbeiter des Fahrdienstes einen Schock und mussten behandelt werden. Die 137 Fahrgäste des Zuges blieben unverletzt und wurden vom Kriseninterventionsdienst betreut. Der Bahnverkehr musste bis 20.20 Uhr eingestellt werden. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Der schlimme Unfall löste ein Großaufgebot an Blaulicht-Helfern aus. Die Feuerwehren aus Garmisch und Grainau waren mit insgesamt 50 Kräften, der Rettungsdienst mit fünf Rettungswägen und zwei Notärzten im Einsatz. Der Gesamtschaden der Bayerischen Zugspitzbahn beläuft sich auf circa 60 000 Euro. Die Höhe des Totalschadens an dem Pkw steht noch nicht fest.

Unklar ist, warum der 83-Jährige den herannahenden Zug nicht bemerkte. Der Abschnitt ist eigentlich übersichtlich und gilt nicht als Gefahrenpunkt. Der Grainauer kannte den Bahnübergang wie seine eigene Westentasche. Schließlich wohnte er nach Tagblatt-Informationen ganz in der Nähe. In Polizeikreisen wird vermutet, dass er an dem Nachmittag von der grellen Sonne geblendet war. Aufschluss soll nun ein Gutachten liefern. Ein Spezialist war bereits vor Ort und inspizierte die Stelle. Die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen hat unter der Leitung der Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen aufgenommen.

„Das ist sehr tragisch“, kommentiert Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) in einer ersten Reaktion den tödlichen Unfall in seiner Heimatgemeinde. Nach Ansicht des Rathauschefs sollte man den besagten Bahnübergang aus Sicherheitsgründen mit einer Schrankenanlage aufrüsten. Hierzu werde es sicherlich Gespräche mit der Regierung von Oberbayern geben. „Das muss man sich im Nachgang genau anschauen.“

Auch bei der Bayerischen Zugspitzbahn ist die Betroffenheit groß. „Das ist sehr traurig“, sagt Vorstand Matthias Strauch. Der Manager kündigt ebenfalls an, das Thema Sicherheit auf die Agenda zu setzen: „Wir werden das Ganze nochmal beleuchten.“ Allerdings, schränkt er ein, könne man nicht alle Bahnkreuzungen mit Schranken versehen. Hierfür müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Es war übrigens nicht der erste Unfall, der sich in dem Zugspitzdorf an einem ungesicherten Bahnübergang ereignete. Vor etwa zwei Jahren kollidierte am Breitackerweg ein Postauto mit einem Zug. Damals wurde ein Paketausfahrer verletzt.

Update vom 31. Oktober, 22.15 Uhr: Der 83-jährige Verunglückte sei wohl trotz Rotlicht über den Bahnübergang gefahren, hieß es vonseiten der Polizei zur Unfallursache. Der Bahnverkehr zwischen Grainau und Garmisch wurde zwischen 14.30 und 20.20 Uhr stillgelegt. Der Gesamtschaden der Bayerischen Zugspitzbahn belaufe sich auf rund 60.000 Euro.

Erstmeldung vom 31. Oktober 18.23 Uhr:

Grainau - Details sind bisher noch nicht bekannt. Nur soviel: Der 83-jährige Grainauer war laut Polizeibericht mit seinem Fiat in Richtung Süden unterwegs und wollte in der Straße „Waldwinkl“ in Grainau über den dortigen Bahnübergang fahren. Dabei wurde das Auto vom einem Triebwagen der Bayerischen Zugspitzbahn erfasst.

Schwerer Unfall in Grainau: Zugspitzbahn erfasst Fiat - Fahrer stirbt noch vor Ort

Der Senior erlitt tödliche Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. Der Bahnverkehr zwischen Grainau und Garmisch-Partenkirchen wurde vorübergehend stillgelegt. Die über 100 Fahrgäste des Zuges blieben nach derzeitigem Kenntnisstand unverletzt. Der Schaffner erlitt einen Schock. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache laufen.

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