120 Grainauer erfahren bei der Bürgermeister von Rathauschef Stephan Märkl (r.), was sich im Ort tut. foto: wk

Grainau topp beim Tourismus

Grainau - In Grainau mit seinen 3713 Einwohnern scheint die Welt noch sehr in Ordnung zu sein. Diesen Eindruck konnte man bei der Bürgerversammlung gewinnen.

Nicht nur der lockere Vortrag von Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) verstärkte das Bild der heilen Welt im Tourismusdorf mit seinen fünf Ortsteilen, sondern auch die Tatsache, dass lediglich zwei Bürger schriftliche Anfragen einbrachten. Die erste mit der Anregung, mehr Kleinwasserkraftwerke zwecks eigener Stromversorgung zu errichten, die andere mit Kritik daran, dass die Sauna-Öffnungszeit am Samstag von 21.30 auf 19 Uhr verkürzt wurde. Dies, so das Ortsoberhaupt, werde man bis zur nächsten Gemeinderatssitzung überprüfen. Und zu den Wasserkraftwerken nahm zweckmäßigerweise der bei der Bürgerversammlung anwesende Landrat Anton Speer (Freie Wähler) Stellung: Mehrere Anlagen dieser Art seien im Landkreis beantragt, doch kaum genehmigt, der Naturschutz habe was dagegen, zwei Drittel des Kreises stünden ohnehin unter Schutz und nicht einmal das planerisch fertige Schachtkraftwerk in Großweil habe bislang Grünes Licht.

Bürgermeister Märkl widmete sich den eher positiven Seiten des Grainauer Kommunalgeschehens. Mit den in diesem Jahr hochgerechneten 574 337 Übernachtungen und 150 951 Gästen, die eine Mehrung von drei beziehungsweise sechs Prozent gegenüber 2014 bedeuten, ist Grainau nämlich nach Garmisch-Partenkirchen zum zweitgrößten Tourismusort im Landkreis aufgerückt. „Zu den Top-Zehn in Oberbayern gehört unser Dorf mit seinen 270 Übernachtungsbetrieben und 3600 Gästebetten ja ohnehin schon seit Jahrzehnten“, sagte Märkl. Als touristische Schwerpunkte im abgelaufenen Jahr bezeichnete er die Einführung eines neuen Reservierungs-Systems seit Juni, die WLAN-Erweiterung im Ort, einen neugestalteten Urlaubskatalog, die Kooperation mit der Tiroler Zugspitz-Arena, den Umbau der Tourist-Info sowie eine Facebookseite „Zugspitzdorf Grainau“. In Planung sei die Online-Buchbarkeit ab kommendem Februar, die Einführung eines Bewertungsmoduls für Unterkünfte, das verstärkte Augenmerk aufs Internet sowie die weitere Vernetzung in den Kooperationen „Zugspitzland” und „Zugspitz-Region”.

Eckdaten nannte Märkl zum Gemeinde-Haushalt: Er umfasse heuer insgesamt 9,8 Millionen Euro, wovon der Vermögens-Etat 1,2 Millionen Euro ausmacht. Die Gesamtschulden des Ortes bezifferte er auf 4,3 Millionen Euro gegenüber 3,5 Millionen im vergangenen Jahr. Doch ein Drittel davon entfalle auf die teuren Hochbehälter-Baumaßnahmen der Wasserversorgung, die allein heuer 441 558 Euro kostete und voriges Jahr 407 767 Euro.

In Sachen „Dorfentwicklung“ sei im kommenden Jahr die Sanierung des oberen Dorfplatzes geplant sowie die Renovierung der Schwimmbad-Duschen. Auch ein neuer Boden für die Turnhalle ist vorgesehen, ebenso eine Wasserleitung an der Loisachstraße sowie der Brandschutz für die Grundschule. Das Hallenbad werde nunmehr auf Wunsch auch vielfarbig LED-beleuchtet und abgeschlossen sei die energetische Sanierung des Kurhauses.

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