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Wieder daheim: Eva Bader in Grainau mit ihren beiden bisher veröffentlichten Oberbayern-Krimis. 

Ein Eibsee-Thriller ist auch schon in Arbeit

Grainauer Autorin Eva Bader veröffentlicht zweiten Krimi

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Grainau - Im beschaulichen Grainau geht es bald mordsmäßig rund. Krimi-Autorin Eva Bader (34) ist in ihr Heimatdorf zurückgekehrt, ihr erster (Buch-) Toter soll nicht ewig auf sich warten lassen. Gerade hat Bader ihren zweiten Krimi veröffentlicht. Und gezeigt: Sie kann’s.

Drei Kinder, gerade mal drei, vier und fünf Jahre alt. Keine Frage: In der freien Wirtschaft gilt diese eng getaktete Familienplanung als klassischer Karrierekiller. Eva Baders literarische Laufbahn aber erfuhr in Zeiten des Windelnwechselns, Fütterns und der vielen Dinge, die noch dazu gehören, erst eine Art Initialzündung, kam in Schwung. Wie hat sie das nur geschafft?

Nun, indirekt haben die drei vermeintlichen Karrierekiller ihre Mutter wohl in die richtige Spur gebracht. Bücher schreiben wollte Bader, die bereits als siebenjähriges Mädel Grusel-Geschichten fabrizierte, „schon immer, das war mein Traum“ – nur schaffte sie es lange nicht, mehr als 100 Seiten zu Papier zu bringen. „Diese Selbstdisziplin habe ich erst, seit ich Mama bin“, sagt Bader, die 2002 am St. Irmengard-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat. Lange Zeit schrieb sie mit großer Selbstbeherrschung Abend für Abend, wenn die Kinder schliefen. 1000 Wörter gab sie sich auf, bevor sie gegen Mitternacht selbst ins Bett ging. Nach drei, vier Monaten stand jeweils die Rohfassung eines Buchs, dann wurde am Material gefeilt. Heute besucht der Nachwuchs den Grainauer Kindergarten, Bader schreibt am Vormittag.

Sie bringt Bücher in schöner Regelmäßigkeit auf den Markt – eines jedes Jahr. Nach ihrem Debüt „Fünfzehenland“ (2015) erschien jetzt der zweite Oberbayern-Krimi „Todeströpfchen“. Darin mordet eine Heilpraktikerin im Kreis Starnberg mit Gift; die schwangere Kommissars-Ehefrau Carla Maeßmer kümmert sich mit dem hochbetagten früheren Filmstar Gitte Grabow in Gilching nicht nur um den kleinen Sohn Lukas, sondern jagt auch noch die Killerin – quasi zwischen Rollator und Kinderwagen.

Damit hat Bader bewiesen: Sie kann’s, ist ganz eindeutig im richtigen Beruf gelandet. Am dritten Krimi dieser Reihe schreibt sie gerade.

Danach will die studierte Literaturwissenschaftlerin ihre Heimkehr aus Gilching auch literarisch vollziehen. „Ich habe Lust auf eine neue Reihe, auf neue Leute“, sagt die 34-Jährige, die mit ihrer Familie der Kinder wegen im Frühling in ihr Elternhaus nach Grainau gezogen ist. Sie plant einen Krimi, der im Dorf spielt. „Ich weiß schon alles und muss es nur noch aufschreiben“, sagt sie. Um einen Mord oder eine ganze Serie soll es gehen, um eine Satanisten-Sekte, der man die Sache in die Schuhe schieben möchte. Bader will eine Ermittlerin als Hauptperson ins Rennen schicken, eine Kriminalpsychologin, die wie sie selbst aus dem Ort stammt. Sie sieht angesichts der bereits erschienenen Garmisch-Partenkirchen-Lokalkrimis „einen gewissen Herren-Überschuss“ – obwohl die Leserschaft in dem Genre zu 80 Prozent weiblich sei.

Der Markt in diesem Regional-Segment ist mittlerweile riesig, die Konkurrenz gewaltig. Bader, deren Romane bei Emons erscheinen, hat als Debüt-Autorin einen Verlagsvertrag erhalten. „Das ist schon großartig“, findet sie und zeigt sich „ganz zufrieden“ mit ihrem bisherigen Verkaufs-Erfolg – auch wenn „Charlotte Link oder Steven King ein paar Lichtjahre entfernt sind“. Es dauere eine Weile, bis sie sagen könne: Davon lebe sie. Momentan gilt noch: Sie trägt etwas zum Familieneinkommen bei, das im Wesentlichen ihr Mann besorgt.

Das alles geht nun einfacher, weil Oma und Opa im Haus sind, wenn Bader jemanden fürs Kinderhüten braucht. Wobei auch der Opa Zeit fürs Schreiben aufwendet. Josef Bader („Magdalena“, „Waldbrüder“) ziehen insbesondere historische, heimatkundliche Stoffe an, die Themen Wildern und Hexerei. Doch mit Tochter Eva schreibt er gerade an einem Eibsee-Thriller. „Papa hat seinen Teil fertig, ich hinke noch hinterher“, sagt Bader.

Doch keine Frage: Es wird bald mordsmäßig rund gehen im Grainauer Idyll.

Das neue Buch

„Todeströpfchen“ von Eva Bader, ein Oberbayern-Krimi; Emons Verlag, 320 Seiten, 11,90 Euro.

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