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Soll erweitert werden: 200 Quadratmeter will das Unternehmen an seine Aldi-Filiale in Grainau anbauen.

Klärungsbedarf: Passt das Vorhaben ins Landesentwicklungsprogramm?

Aldi auf Expansionskurs

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Grainau - Zu klein, zu wenig Lagerflächen – Aldi will seine Filiale in Grainau um 200 Quadratmeter erweitern. Ein Vorhaben, das der Gemeinderat mehrheitlich billigt. 

Das Grainauer Gewerbegebiet in der Schmölz läuft. Seit der Eröffnung vor gut zehn Jahren nutzen Einheimische, Urlauber und insbesondere auch Bürger aus dem benachbarten Tirol das Einkaufsangebot auf der 30 000 Quadratmeter großen Fläche. Ein Ziel für viele ist der Discounter Aldi, der seit längerem dringend erweitern will. 780 Quadratmeter stehen aktuell zur Verfügung, um 200 soll der Bau aufgestockt werden. Ob das möglich ist, gilt es nicht allein im Gemeinderat zu klären, sondern auch mit der Regierung von Oberbayern. Anfang Mai fährt Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) deshalb nach München, um zu klären, inwieweit dieses Vorhaben zu den Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms passt.

Die Grainauer Bürgervertreter sind mehrheitlich einverstanden mit den Plänen des Discounters. Einzig Wolfgang Utz (Bürger für Grainau, BfG) sprach sich gegen das Vorhaben aus. „Angesichts des Ladensterbens im Ort kann ich dem guten Gewissens nicht zustimmen“, erklärte er. „Da sollten wir mal ein Zeichen setzen.“ Es dürfe nicht sein, dass jeder nur noch auf Billigwaren aus ist. „Davon stirbt unser Ort aus.“ Ein Zustand, der auch aus touristischer Sicht äußerst bedenklich sei. „Was gibt’s bei uns denn noch?“ Zudem erinnerte er an die dringend verbesserungswürdige Verkehrssituation, insbesondere die Zufahrt zum Gewerbegebiet ist ihm dabei ein Dorn im Auge. Mitstreiter fand er für seine Anliegen nicht.

Umfang an Angebot soll gleich bleiben

Was sein Fraktionsvorsitzender Christian Andrä allerdings äußerte, war die Sorge, dass Aldi eine Sortiment-Erweiterung anstrebt. „Darauf sollten wir achten. In anderen Filialen gibt es bereits Frischfleisch-, Frischmilch- und Frischfischbereiche, das würde ich bedenklich finden.“ Ein Hinweis, den Märkl gerne aufnahm und bei den Gesprächen mit Vertretern des Discounters auf den Tisch bringen wird. Bislang habe es aber immer geheißen, dass der Umfang des Angebots nach dem Umbau gleich bleiben soll, betonte er auf Tagblatt-Nachfrage. „Was ihnen allerdings abgeht, sind Lagerflächen.“

Nachdem beim Bau der Grainauer Filiale allerdings nur 800 Quadratmeter möglich waren und erst jetzt durch das geänderte Landesentwicklungsprogramm (LEP) eine Erweiterung in Aussicht steht, stellte das Unternehmen schon 2014 einen neuen Antrag. Eigentlich wäre das kein Problem, da der im LEP festgehaltene Schwellenwert von 1200 Quadratmetern nicht überschritten wird. Kompliziert wird’s aber, weil derartige Einkaufsmärkte Märkl zufolge „im städtebaulich integrierten Gebieten entstehen sollen“. Ein solches in Grainau zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das liegt auch an der besonderen Lage der Gemeinde, die weit verstreut ist, mit ihren vielen Ortsteilen. Ein Argument, das sich der Bürgermeister zu Gunsten des Vorhabens vorstellen kann. „Wir müssen dafür einfach den Termin bei der Regierung abwarten.“

Die Sorge, dass das Gewerbegebiet den Einzelhandel im Ort in die Knie zwingen könnte, teilt er derweil nicht. Zwei Lebensmittelgeschäfte, zwei Bäcker und einen Metzger gebe es nach wie vor im Dorf. Etliche andere Geschäfte „haben schon vor der Eröffnung zugemacht“. Trotzdem versteht er die Sorgen seiner Gemeinderatskollegen und will insbesondere die Frage nach einer Angebotserweiterung bei Aldi mit in die weiteren Verhandlungen nehmen. Dagegen hätte Andrä nämlich einiges, wie er in der Gemeinderatssitzung untermauerte. „Allein eine Komfortverbesserung, das heißt mehr Platz für die Präsentation der Waren, finde ich unproblematisch.“

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