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Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung: Sylvia Haider fungiert als Wertungsrichterin im Synchronschwimmen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Der Höhepunkt ihres sportlichen Lebens

Olympia: Grainauerin vergibt Punkte im Synchronschwimmen

Grainau - Sylvia Haider aus Grainau ist als Wertungsrichterin im Synchronschwimmen in Rio de Janeiro dabei. Für die Geobotanikerin und Trainerin der Eibsee-Nixen geht damit ein Traum in Erfüllung.

Viele träumen davon, nur die wenigsten schaffen es: Olympia. Für die Grainauerin Sylvia Haider geht der Traum dieser Tage in Erfüllung. Die 37-Jährige reist als Wertungsrichterin nach Rio de Janeiro und ist die einzige deutsche Vertretung im Synchronschwimmen. „Sicher wäre es noch toller, als Athletin bei den Spielen dabei zu sein“, gibt Haider zu. „Dennoch, es geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.“

16 internationale Wertungsrichter sind ausgewählt worden, in Rio die Punkte für die weltbesten Synchronschwimmerinnen zu vergeben. Eine davon: die Grainauerin. „Das ist schon eine große Ehre.“ Denn die internationalen Auswahlkriterien in ihrer Disziplin sind hart, bei den Kampfrichtern wie bei den Sportlern. Im Gruppenwettbewerb gibt es zum Beispiel nur acht Startplätze; einen Fixplatz pro Kontinent und drei offen zur Qualifikation. „Da hat Deutschland gar keine Chance, mit dabei zu sein“, erklärt Haider, die bedauert, dass ihr anspruchsvoller Sport daheim so wenig gewürdigt wird. „In China, Russland, Japan und auch Nordamerika sind die Schwimmerinnen Profis und können vom Synchronschwimmen leben, bei uns ist es ein aufwändiges Hobby neben Schule, Studium und Beruf.“ So nimmt auch Haider quasi Olympiaurlaub von ihrem eigentlichen Beruf als Universitätsassistentin. Aber sie liebt und lebt diesen Sport einfach, ob früher als aktive Schwimmerin oder aktuell als Trainerin der Eibsee-Nixen und Wertungsrichterin.

Haider ist in München geboren und tanzte dort als Kind Ballett. Als ihr Vater, ein gebürtiger Grainauer, 1989 mit der Familie zurück in den Zugspitzort zog, hatte er eher Skifahren oder Berggehen als Sport für seine Tochter im Kopf. „Aber was hab ich gemacht“, erinnert sich Haider und lacht: „Ich bin mit meiner Schulfreundin ins Schwimmtraining und hab’ mit Synchronschwimmen angefangen.“ Der Vater schüttelte ungläubig den Kopf und ist froh, dass die Tochter seine geliebten Berge nun wenigstens in ihrem Beruf als Geobotanikerin einbaut. Dennoch unterstützte die Familie Sylvia Haider von Anfang an und begleitete sie auf ihrem Weg im Schwimmbecken bis hin zu einigen Top-Ten-Plätzen bei Deutschen Meisterschaften in Solo und Duett. 1995 wechselte die damals 16-Jährige an den Beckenrand und nahm auf dem Trainerstuhl Platz. Kurz darauf begann sie die Ausbildungen als Wertungsrichterin.

Während sie als Trainerin vor allem in Grainau daheim ist, bereist sie als strenge Kampfrichterin die Welt, war schon bei Weltmeisterschaften vertreten und vergangenes Jahr bei den Europaspielen in Baku (Aserbaidschan). „Das war sehr beeindruckend, vor allem die Eröffnungsfeier“, erinnert sich Haider mit ein bisschen Wehmut. Denn Eröffnungs- und Schlussfeier gehen sich in Rio nicht aus. „Wir reisen danach an und davor ab“, erklärt sie den strengen Zeitplan. Dennoch sieht sie Olympia als den Höhepunkt ihres sportlichen Lebens. „Darum bin ich auch schon ziemlich nervös“, gibt die 37-Jährige zu. „Schließlich werte ich für viele Athletinnen ein einmaliges Ereignis.“ Obwohl die Grainauerin, ganz Profi, voll auf ihre Aufgabe fokussiert ist, hofft sie, ein bisschen etwas von Rio zu sehen. Nicht zuletzt um sich einen Eindruck machen zu können, wie die viel kritisierten und viel gefeierten Spiele am Zuckerhut wirklich sind.

Kathrin Ebenhoch

Wettbewerbe:

Synchronschwimmen Rio 2016: Donnerstag, 18. August: Team, Technische Kür; Freitag, 19. August: Finale Team, freie Kür.

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