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Rund 120 Vorstandsmitglieder aus den 31 Ortsvereinen der Oberländer Trachtenvereinigung sind zur Gauherbstversammlung ins „Haus des Gastes“ in Spatzenhausen gekommen.

Treffen der Oberländer Trachtenvereinigung 

Trachtler dürfen Gottesdienst nicht schwänzen

Spatzenhausen - Für die Ausrichtung des Gaujugendtags 2017 gibt es bislang keine einzige Bewerbung der 31 Ortsvereine der Oberländer Trachtenvereinigung. Bei deren Herbstversammlung im „Haus des Gastes“ in Spatzenhausen appellierte Gauvorstand Josef Mayr vergeblich an die erschienen Vorstände, das nach seinen Worten unverzichtbare Fest zu übernehmen. 

So zäh sich die Vergabe des Gaujugendtages gestaltete, das Gausingen 2017 jedoch konnte bei der Versammlung schnell an den Volkstrachtenverein „Almenrausch und Edelweiß“ Farchant, die Gaufrühjahrsversammlung 2017 an den Volkstrachtenverein „Die Werdenfelser Partenkirchen“ und das Gaufest 2019 an den Trachtenverein „Markt Peißenberg“ vergeben werden, die in den betreffenden Jahren ohnehin Jubiläen feiern. „Um so eine große Veranstaltung aufziehen zu können, muss der ausrichtende Verein ein Zelt mit mindestens 1500 bis 2000 Plätzen bestellen, was einen großen Aufwand bedeutet“, sagte Gauvorstand Josef Mayr gegenüber dem Tagblatt. „Ich hoffe trotzdem, dass sich noch ein Verein meldet, denn wir dürfen das Gaujugendfest nicht ausfallen lassen. Dafür ist es für unseren Nachwuchs zu wichtig.“ Ein mehrfach bei der Versammlung angeschnittenes Thema war das „Schwänzen“ der Gottesdienste bei größeren Festlichkeiten. Insbesondere bei dem vom Volkstrachtenverein „Werdenfelser Heimat“ Partenkirchen ausgerichteten Gaufest im vergangenen August sei ihm das aufgefallen, ärgerte sich Mayr. „Die Trachtler schreiben sich Glaube und Brauchtum auf die Fahnen. Dann müssen wir aber auch dazu stehen.“ Was war passiert? Während des Festgottesdienstes am Floriansbrunnen hatten sich junge Trachtler in die umliegenden Gastwirtschaften abgesetzt und die Heilige Messe gestört. „Ich habe Verständnis dafür, wenn junge Leute beim Gaufest lustig sein wollen“, so der Gauvorstand. „Aber es geht absolut nicht, wenn während der Wandlung aus den Wirtshäusern ringsum lautes Gelächter und Gesang ertönt. So was darf sich nicht wiederholen“, betonte er. „Jeder Gottesdienst ist ein Erlebnis, von dem man noch Wochen zehrt.“ Im gleichen Sinne äußerte sich Gaujugendwart Franz Mangold. Gaupressewart Hans Jais wurde noch deutlicher: „Ältere Leute, die die Jungen aufforderten, beim Gottesdienst zu bleiben, wurden ignoriert, und sogar noch blöd angeredet – das habe ich selber erlebt. Das ist eine Beleidigung für den Gau, so können wir nicht weitermachen“, rief er unter großem Applaus in den Saal. „Wir bieten damit dem Islam den Nährboden, den er braucht.“ Eine große Ehre wurden Alois Bernhard junior und Michael Hutter senior zuteil: Für ihren unermüdlichen Einsatz für den Spatzenhauser Trachtenverein „Almrösl“ erhielten sie von Mayr die Goldene Gaumedaille. So hatte Bernhard unter anderem 22 Jahre als Vorstandsmitglied gewirkt, Hutter 31 Jahre. Schriftführer Klaus Fleischhacker hielt einen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate, wobei er das 70-jährige Bestehen der Oberländer Trachtenvereinigung hervorhob. Traditionsgemäß standen bei der Versammlung die Berichte des zweiten Gauvorplattlers Josef Utzschneider, des Gaujugendwartes Franz Mangold, des Gaumusikwarts Stefan von Eiberg und des Gausängerwarts Peter Egner auf der Tagesordnung. So monierte Letzterer, dass sich beim Gaujugendsingen im Oktober in Bad Kohlgrub kein einziger Mundartsprecher gemeldet hatte. Insgesamt nahmen 14 Musik- und zwei Gesangsgruppen teil.

Heino Herpen

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