Kapazitätsgrenze erreicht: Der Mittenwalder Gemeinde-Kindergarten soll wahrscheinlich im Herbst um einen Anbau erweitert werden. foto: sehr

Große Nachfrage an Krippenplätzen

Mittenwald - Es ist irgendwie paradox: Seit Jahrzehnten nimmt in Mittenwald die Bevölkerungszahl ab. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Kindergarten-Plätzen.

Vor 20 Jahren lebten noch 8500 Menschen in Mittenwald. Heute sind’s nur mehr 7300. Bewahrheiten sich die Prognosen der Demografen, soll die Bevölkerungszahl bis 2020 sogar noch weiter schrumpfen - auf 6800. Umso verblüffender ist, dass in den heimischen Kindergärten der Bedarf an Betreuungsplätzen für Buben und Mädchen unter drei Jahren in Zukunft nicht unerheblich sein wird. Für 2013 werden 51 Krippenplätze prognostiziert. Das ergab eine Erbung der Marktgemeinde. Das überraschende Ergebnis der Fragebogenaktion ist weniger einem plötzlich einsetzenden Babyboom geschuldet als vielmehr einem gesellschaftlichen Wandel. Denn immer mehr Mittenwalder Mamas wollen oder müssen wieder frühzeitig arbeiten.

Der Marktgemeinderat sieht sich jedenfalls zum Handeln gezwungen, zumal ab 1. September 2013 in Bayern ein gesetzlicher Anspruch der Eltern besteht, ihren ein- bis dreijährigen Nachwuchs in Tagesstätten unterzubringen. Mit 18:0 Stimmen segneten die Volksvertreter die Schaffung eines zusätzlichen Platzangebots im Gemeinde-Kindergarten „Isarzwerge“ und im katholischen Hort „Ägidius Jais“ ab. „Wir sehen das als Zukunftsinvestition“, bemerkte Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Denn werde etwa das Vier- bis Fünf-Sterne-Hotel realisiert, würde es auch zum Zuzug von Familien kommen. „Und dann ist es wichtig, ein Angebot zu haben.“ Hornsteiner spricht dabei von einem „weichen Standortfaktor“.

Gemeinderat Dr. Hasso von Zychlinski (Freie Wähler) findet die vom Geschäftsführenden Beamten Karlheinz Schütz vorgelegten Zahlen „recht plausibel, man muss sie einfach so akzeptieren“. Gleichwohl sieht er auf die Marktgemeinde erhebliche Kosten zukommen.

In der Tat wird der geplante Erweiterungstrakt am Gemeinde-Kindergarten ersten Berechungen zufolge die Kommune mit rund 500 000 Euro belasten. Daneben benötigt die Gemeinde dann zusätzliches Personal. „Qualifiziertes Personal“, wie der Bürgermeister während der Debatte betonte. Doch mehr Kinder bedeuteten auch mehr Förderung durch den Freistaat, gab Schütz den Volksvertretern mit auf den Weg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronafälle in Murnauer Seniorenzentrum: Erkrankter stirbt - Zahlreiche Bewohner infiziert
Die Lage im Murnauer Seniorenzentrum spitzt sich immer mehr zu. Die Zahl der Infizierten steigt. Und es gibt ein Corona-Todesopfer, das zweite im Landkreis. 
Coronafälle in Murnauer Seniorenzentrum: Erkrankter stirbt - Zahlreiche Bewohner infiziert
Corona: Gymnasiast aus Grainau trommelt Helfergruppe zusammen
Luis Maurer ist 18 Jahre. Er wollte in der Corona-Pandemie helfen. Und hilft. 50 jugendliche Mitstreiter hat der Grainauer gefunden. Sie bieten  Botenfahrten per Fahrrad …
Corona: Gymnasiast aus Grainau trommelt Helfergruppe zusammen
In Corona-Krise: Pfarrei lässt Oberammergau mit Passionsmusik beschallen - „unter Gänsehaut und Tränen mitgesungen“
Eine Aktion, die zu Herzen ging, bewegte die Oberammergauer. Vom Kirchturm erklang das „Heil Dir“ aus der Passionsmusik. Die Melodie gilt als die Hymne des Ortes.
In Corona-Krise: Pfarrei lässt Oberammergau mit Passionsmusik beschallen - „unter Gänsehaut und Tränen mitgesungen“
Polizei kontrolliert viel und streng: Ausflügler ohne triftigen Grund „zeigen wir an“
75 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung in der Corona-Pandemie hat die Polizei im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Wochenende verzeichnet. Bei 565 Kontrollen. Die …
Polizei kontrolliert viel und streng: Ausflügler ohne triftigen Grund „zeigen wir an“

Kommentare