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Großeinsatz in Bad Bayersoien mit 14 Fahrzeugen des Rettungsdienstes. 

Bewohner klagen über Übelkeit und Bauchschmerzen

Großeinsatz in Asylbewerber-Unterkunft

Bad Bayersoien - Zahlreiche Bewohner der Asylbewerber-Unterkunft in Bad Bayersoien klagten am Freitag über Bauchschmerzen und Übelkeit. Dies löste einen Großeinsatz aus. Die Ursachen sind vollkommen unklar. 

Blaulicht, 30 Einsatzkräfte, 14 Rettungswagen, Polizeiautos: Dieses Großaufgebot ist am Freitagnachmittag am Hotel St. Georg in Bad Bayersoien angerückt. Der Grund: Die Rettungsleitstelle Oberland hatte Großalarm ausgelöst. „Verdacht auf Lebensmittelvergiftung“, hieß es. Denn zahlreiche Bewohner der Asylbewerber-Unterkunft klagten über Bauchschmerzen und Übelkeit, sie mussten sich übergeben – Symptome, die durchaus auf eine Lebensmittelvergiftung hindeuten könnten. Allerdings eben auch auf viele andere Ursachen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, betonte ein Sprecher des Gesundheitsamtes am Sonntag auf Tagblatt-Nachfrage. Ebenso gut komme ein Virus als Grund in Frage.

Als sogenanntes Ausbruchs- und Ermittlerteam waren drei Vertreter des Gesundheitsamtes Garmisch-Partenkirchen nach Bad Bayersoien gerufen worden. Routine in solch einem Fall, in dem gleich mehrere Personen die gleichen Beschwerden aufweisen: 15 Männer und Frauen haben die Einsatzkräfte aus Oberammergau, Garmisch und Partenkirchen am Freitag in die umliegenden Krankenhäuser in Weilheim, Schongau, Murnau sowie Garmisch-Partenkirchen gebracht. Zum Teil geschah dies lediglich zur vorsorglichen Untersuchung.

Ausdrücklich betont der Experte vom Gesundheitsamt: Einsätze und Vorkommnisse wie diese „sind absolut nicht ungewöhnlich, sogar normal“, sobald mehrere Menschen in einem Haus zusammenwohnen. In Jugendherbergen und Altenheimen kämen sie gleichermaßen und immer wieder vor. Nun eben traf es die Bewohner im Hotel St. Georg, wo aktuell gut 30 Asylbewerber aus unterschiedlichen Ländern untergebracht sind.

Einer der beiden Notärzte vor Ort war Dr. Wolfgang Lambert aus Oberammergau. Ihm zufolge traf er gegen 16 Uhr in Bad Bayersoien ein, gegen 19 Uhr war der Einsatz für ihn beendet. Zu Details oder zur Stimmung unter den Betroffenen möchte sich der Arzt nicht äußern; Einsatzleiter Markus Linderer vom Rettungsdienst im BRK-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen unterstreicht: Von großer Aufregung oder dramatischer Stimmung könne nicht die Rede sein. „Es war alles ganz ruhig.“ Dem pflichtet der Sprecher des Gesundheitsamtes bei: „Dass viele Krankenwagen vor Ort sind, heißt nicht, dass katastrophale Zustände vorherrschen.“

Zumal sich bis Freitagabend die Situation bereits entspannt hatte: Gegen 23 Uhr „waren schon einige der Patienten wieder zurück“, sagt der Sprecher. So lange war das Team aus dem Landratsamt vor Ort – vor allem, um Ermittlungen zur Ursache einzuleiten und Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Beispielsweise entnahmen die Experten unterschiedliche Proben – auch des Mittagessens. Doch betont der Sprecher erneut: „Es ist noch nicht einmal sicher, ob alle Betroffenen überhaupt dasselbe gegessen haben.“ Die Befragungen laufen noch. Darüber hinaus haben die Gesundheitsamts-Mitarbeiter mit dem Betreiber der Einrichtung, der für eine Stellungnahme am Sonntag nicht zu erreichen war, vorbeugende Maßnahmen abgesprochen. Ist beispielsweise der hoch ansteckende Noro-Virus für die Übelkeit und das Erbrechen verantwortlich, ist gründliches und regelmäßiges Desinfizieren ein Muss.

Endgültige Klarheit über die Ursache des Großeinsatzes wird die Analyse der Proben ergeben. Bis Mitte, spätestens Ende der Woche rechnet das Gesundheitsamt mit den Ergebnissen.

Katharina Bromberger

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