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Großeinsatz der Polizei

Mit Messer verschanzt

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Grainau - In einer absoluten Ausnahmesituation befand sich der junge Mann, der sich am Samstagabend mit einem Messer in seiner Wohnung eingeschlossen hat. Ein Großaufgebot der Polizei schaffte es, ihn unverletzt festzunehmen. Während des Einsatzes wurden die 30 anderen Bewohner vorsorglich evakuiert.

Blaulicht, jede Menge Blaulicht – ein Großeinsatz der Polizei hat am Samstagabend die Werdenfelser verunsichert. Schon auf der Autobahn waren die Zivilfahrzeuge aufgefallen – durch ihre enorme Geschwindigkeit und durch die Lichthupe, die die Fahrer eifrig betätigten, um schnell Richtung Garmisch-Partenkirchen zu gelangen. Was sie dort wollten, konnte sich eigentlich niemand erklären. Dass es sich um eine Aktion des SEK, der Spezialeinheit der Polizei, handelte, war aber schnell klar. „Man hat von dem Einsatz in Garmisch-Partenkirchen sicher wesentlich mehr mitbekommen als bei uns“, vermutet Stephan Märkl. Der Grainauer Bürgermeister hatte nur durchs Internet erfahren, dass in seinem Dorf etwas los ist – und hatte daraufhin vor Ort nach dem Rechten geschaut.

Kurz nach 17.30 Uhr war der Hinweis bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen eingegangen: Ein offenbar psychisch belasteter Mann hat sich mit einem Messer in seiner Wohnung eingeschlossen. Angesichts der Gefahr, dass er sich etwas antut, umstellten Polizeikräfte das Haus. Was in ihrem Bericht nicht erwähnt wird, ist die genaue Örtlichkeit des Geschehens, nämlich die Asylbewerber-Unterkunft an der Loisachstraße. Auch darüber, wie es dazu kommen konnte, dass er sich mit einem Messer verschanzt und auf keinerlei Ansprache reagiert hat, war von Seiten der Polizei gestern nichts zu erfahren. Feststeht, dass die Einsatzkräfte vor Ort schließlich das SEK zu Hilfe riefen. „Das Spezialeinsatzkommando betrat gegen 20.30 Uhr die Wohnung“, berichtet Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Der Mann konnte dann unverletzt festgenommen und anschließend in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen werden.“

Nachdem lange Zeit nicht klar war, wie das Ganze ausgehen würde, evakuierten die Beamten die übrigen 30 Bewohner vorsorglich. Um diese vorübergehend unterzubringen, hatte die Polizei die Gemeinde Grainau ins Boot geholt. „Die Leute sollten in das leere Gebäude im Huber-Park verlegt werden“, erklärt Märkl. Nachdem der junge Mann aber relativ schnell dingfest gemacht worden war, kam es dazu nicht mehr.

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