Willkommen zu Hause: Ski-Club-Präsident Michael Maurer empfängt Laura Dahlmeier am Münchner Flughafen. Foto: Hornsteiner

Großer Bahnhof für Gold-Laura

Garmisch-Partenkirchen - Volksfeststimmung am Flughafen München: Rund 70 Partenkirchner und ihre Familie begrüßen am Montagmittag mit Musik, Gesang, Geschenken und einer Polonaise die neue deutsche Biathlon-Königin Laura Dahlmeier.

Normalerweise werden an den Terminals F 1, 2 und 3 am Münchner Flughafen Ankünfte, für die ein erhöhtes Risiko besteht, abgewickelt. Montagmittag jedoch verwandelt sich genau dieser sicherheitsrelevante Bereich in den Ort, an dem ein kleines Volksfests gefeiert wird. Eine Abteilung der Partenkirchner Musikkapelle spielt mit zwölf Musikanten den Kaiserjägermarsch, während der Mitglieder des Skiclubs Partenkirchen zusammen mit den Fans von Laura Dahlmeier Transparente in die Luft heben. „Gold-Laura“ steht in großen Lettern darauf zu lesen. Die Bergwacht-Kameraden, zu denen sich auch Dahlmeier zählt, warten ebenfalls schon sehnsüchtig auf ihre Biathlon-Weltmeisterin, die bei der WM in Oslo (Norwegen) einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze gewonnen hat.

Auch Landrat Anton Speer hat extra „alle Termine verschoben“, um Dahlmeier, die neue Vorzeige-Athletin des Deutschen Skiverbands (DSV), persönlich begrüßen zu können. Mitten im Trubel erkennt er plötzlich einen alten Bekannten. „Das ist doch Tim Burke,“ sagt er. Sofort lässt er sich mit dem US-amerikanischen Biathleten und Ehegatten von Ex-Biathletin Andreas Henkel ablichten.

Dann endlich der große Moment: Die Schiebetüre öffnet sich, ein kleines Mädl vom Dahlmeier-Fanclub ruft fröhlich: „Da ist sie.“ Als Dahlmeier schon im Innenraum des Ankunft-Bereichs die Musikkapelle hört und beim Heraustreten ihre Partenkirchner mit den selbstgebastelten Bannern sieht, wird schnell klar: die Überraschung ist geglückt. „Ich kann es nicht mit Worten beschreiben“, sagt Dahlmeier. Damit habe sie überhaupt nicht gerechnet. Sie habe gedacht, lediglich „ein paar Leute“ begrüßen zu dürfen.

Zwei kleine Mädchen des Fanclubs bringen der Weltmeisterin einen selbstgebackenen Kuchen. Der ist mit fünf Marzipan-Medaillen verziert, alle an einem Bergseil aufgefädelt. Er musste „mit Eis gekühlt werden“, da er in der Sonne sonst geschmolzen wäre, erklärt Andrea Knab vom Fanclub.

Aus dem großen Weißbier-Glas trinkt Dahlmeier gekonnt, die Partenkirchnerin stößt so gut wie mit jedem an. Nur mit ihren Kolleginnen Franziska Preuß und Miriam Gössner nippt sie an einem Sektglas, als beide ebenfalls aus dem Flughafen auf den Platz treten. Anschließend nimmt Dahlmeier der ehemalige Bereitschaftsleiter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen, Karl Eitzenberger, in den Arm und startet mit ihr eine Polonaise mit.

Dass diese durch den Eingangsbereich des Flughafens führt, stört die Feiernden wenig. Und auch das Sicherheitspersonal und die Polizei staunen zuerst, lassen die lang gewordene Schlange aber passieren. Skiclub-Präsident Michael Maurer zeigt sich begeistert. „Einfach hervorragend.“ Dass so viele „an einem Montag frei nehmen“, nur um Laura Dahlmeier abzuholen, zeuge von der „sehr hohen Sympathie“, die für die Sportlerin herrsche.

Diese bemerkt erst während der Feierlichkeiten, dass ihre Tasche samt den Medaillen noch gar nicht da ist. „Ich muss sie ganz kurz suchen“, entschuldigt sie sich.

Die Heimfahrt tritt sie wie ihre Fans im Bus an, wo Karl Eitzenberger und Toni Sand mit Zither und Ziehorgel für sie ihre Hymne, nämlich das Oberreintallied, anstimmen. Gut gelaunt geht die Feier im Haus Olympia in Garmisch-Partenkirchen zu Ende.

Josef Hornsteiner

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