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Im Kreativ-Quartier im James-Loeb-Haus soll es eine flexible Kinderbetreuung geben - das wünscht sich Gemeinderätin Veronika Jones.

Kommune soll Tagesmutter anstellen

Job und Kinderbetreuung unter einem Dach

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Murnau - Die Murnauer Gemeinderätin Veronika Jones fordert ein flexibles Kinderbetreuungs-Modell fürs Kreativ-Quartier. Dabei soll die Kommune  eine Tagesmutter anstellen.

Kinderbetreuung kann ein entscheidender Standortfaktor sein. Gemeinderätin Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein Umdenken und schlägt vor, mit einer flexiblen Kinderbetreuung im Kreativ-Quartier des James-Loeb-Hauses neue Wege auf diesem Sektor einzuschlagen. Dafür gebe es „großen Bedarf“. Viele Firmeninhaber, die in wenigen Monaten einziehen werden, „haben kleine Kinder“, sagt Jones. Sie könnten mit ihrem Modell Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Für die Haushaltsberatungen Ende Oktober beantragt die Lokalpolitikerin deshalb, Geld für eine Vollzeit-Tagesmutter (40 000 Euro inklusive Urlaubs- und Krankheitsvertretung) ab März 2017 sowie für die Erstausstattung der Räume (25 000 Euro) vorzusehen. Mieter sollen ihren Bedarf über ein öffentlich zugängliches Online-System individuell buchen, freie Stunden könnten Familien nutzen, die nicht im Quartier arbeiten.

Der Vorstoß findet einen großen Befürworter: Jan-Ulrich Bittlinger, Wirtschaftsförderer der Gemeinde. Er schwärmt, dieser Schritt wäre „eine Komplettierung des Konzepts Innovationsquartier – das rundet die Sache erst so richtig ab. Der Antrag trifft völlig ins Schwarze“. Stimme der Gemeinderat zu, „würde das Murnau als Wirtschaftsstandort weiterbringen“. Bittlinger betont, er sei von Interessenten direkt darauf angesprochen worden, ob im Haus eine Kinderbetreuung geplant sei. Ein Konzept, in dem man diese gleich mitbuchen könne und in dem sich Familie sowie Beruf unter einem Dach vereinbaren ließen, sei „für einen Wirtschaftsstandort ein ganz wichtiges Signal“.

Auch Jones fordert, die Kommune müsse „innovativ und mutig agieren und frühzeitig ein besseres Angebot schaffen, um damit attraktiv für junge Familien zu sein“. Dies gelte für alle Berufstätigen, „insbesondere für die Startup- und Kreativbranche“ – und damit für eine Kernklientel, die Murnau mit seinem Innovationsquartier ansprechen will. „Das wäre jetzt eine gute Möglichkeit, solch ein Modell auszuprobieren, das speziell auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnitten ist“, sagt Jones, die selbst Mutter ist. Zumal im Quartier neben den Büros für Firmen ein „Co-Working-Bereich“ geplant ist für Arbeitnehmer und Selbständige, die im Home-Office ihr Geld verdienen.

Jones, die im Gemeinderat Referentin für Kinderbetreuung ist, schlägt vor, dass die Kommune eine Tagesmutter anstellt, die in zwei Räumen des Loeb-Hauses flexibel buchbare Zeiten anbietet. Bittlinger gäbe allerdings einem Konstrukt den Vorzug, bei dem letztlich Tagesmütter und -väter eine GbR, also wiederum ein eigenes Unternehmen, gründen. „Das wäre die schönste aller Varianten.“ Grundsätzlich betont er: „Wir werden geeignete Räume bereitstellen.“ Bittlinger und Jones zeigen sich überzeugt, dass das Angebot die Attraktivität des Innovationsquartiers zusätzlich erhöhen würde. „Ich glaube, so eine Lösung ist das, worauf junge Unternehmen achten“, sagt Jones. „Eine Betreuung von 8 bis 16 Uhr ist nicht mehr zeitgemäß.“

In der Regel müssen Eltern in Kindergärten und Krippen feste Zeiten buchen. Die Situation in den Kindergärten im Ort gestaltet sich heuer entspannt. Nach Angaben der Gemeinde-Verwaltung konnten sogar Plätze an auswärtige Familien vergeben werden. Nun sind die Gruppen voll.

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