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Fleißige Sammler: (v. l.) Wolfgang Eisele, Harald Helfrich, Rolf Neuhaus, Eva Buchwieser, Ralph Cremer, Wolfgang Buchwieser, Nathalie Fischer und Anna Helfrich (vorn)

Aktion soll keine Eintagsfliege bleiben

Ein Zeichen gegen die Wegwerf-Mentalität

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Garmisch-Partenkirchen - Vier große Säcke voller Müll, den haben gut 20 Freiwillige beim großen Ramadama in Garmisch-Partenkirchen gesammelt. Zu dieser Aktion hat der neu gegründete Verein „RegioLogisch“ aufgerufen. Ziel ist es, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen.

Plastik, Zigarettenkippen, Glasscherben und Papier – säckeweise sammeln etwa 20 fleißige Helfer des neu gegründeten Vereins „RegioLogisch“ in Garmisch-Partenkirchen Müll. „Es ist erstaunlich, was die Leute alles einfach auf die Straße werfen“, meint Ulrike Bittner-Wolff. Die Juristin aus Garmisch-Partenkirchen ist eine von denen, die bewaffnet mit Plastikhandschuhen und einem Müllbeutel quer durch die Gemeinde ziehen, um Straßen und Plätze von unliebsamem Unrat zu befreien.

Die Initiative zu dem großen Ramadama entstand aus einer Bewegung, die sich seit 2014 gegen den Plastikmüll in Garmisch-Partenkirchen stark macht. „Im vergangenen Jahr haben wir bei unserem Informationstag ,Plastik fasten‘ breite Zustimmung erfahren“, sagt Nathalie Fischer, Vorsitzende des Vereins und Bund-Naturschutz-Ortsgruppenleiterin. „Nun wollen wir das Thema auch praktisch angehen.“ Mit Unterstützung der Marktgemeinde, die Handschuhe, Mülltüten und Fahrzeuge zur Verfügung stellte, machte sie sich an der Seite ihrer Mitstreiter ans Werk. Insgesamt kamen am Ende der Aktion vier prall mit Müll gefüllte weiße Säcke zusammen.

Harald Helfrich gehört zu den Organisatoren der Aktion. Seit Jahren setzt sich der Schauspieler und Gemeinderat (SPD) für Umwelt und Nachhaltigkeit ein. Auch seiner neunjährigen Tochter Anna hat er bereits das entsprechende Bewusstsein vermittelt. „Ich hab’ schon mit meiner Schulklasse Müll gesammelt und finde es schlimm, was alles einfach so in die Natur und auf die Wege geschmissen wird“, sagt die Schülerin aus Burgrain. Mechthild Morhart, die sich ebenfalls für die Sozialdemokraten im Gemeinderat engagiert, wundert sich wie das Mädchen über die Wegwerf-Mentalität ihrer Mitbürger. „Die Leute lassen ihre Kippen oder anderen Abfall doch auch nicht so einfach auf ihren Balkonen oder in ihren Gärten fallen“, meint sie kritisch und pickt eine aus einem Beet am Rathausplatz. Sie trenne Müll konsequent und nehme zum Einkauf ihre Tupperware-Behälter mit, „um selbst möglichst keinen Plastikmüll zu produzieren“.

Wie sie ist auch Stephan Wolff emsig dabei, diversen Abfall aus Büschen, Beeten und vom Pflaster zu beseitigen. Als ehemaliger Soziologe stellt er währenddessen eigene Beobachtungen zum Thema an: „Der meiste Müll liegt da, wo man ihn nicht sogleich sieht“, betonte der 68-Jährige. Und ergänzt: „Der Müll einer Gesellschaft sagt viel über das Leben aus, das sie führt.“ Er konstatierte auch, „wie viel hier im Ort geraucht wird.“

So war dieser erste Ramadama-Tag auf Initiative von „RegioLogisch“ nicht nur ein Tag des Reinemachens, sondern auch ein Anlass, über die Müllsituation im Ort nachzudenken und anzuregen, wie man ihn am besten verringern kann. „Es geht ja nicht nur darum, unsere Wege wieder sauber zu machen, sondern wir wollen mit so einem Tag auch das Bewusstsein schärfen“, erklärte Helfrich eines der Ziele dieser gelungenen Aktion, die keine Eintagsfliege bleiben soll.

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