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Im Gespräch: CSU-Gemeinderat Josef Bierling könnte sich an der Mittelschule einen Kombi-Bau mit Turnhalle – hier die bestehende – und Schwimmbad vorstellen.

Großinvestition auf Murnaus Prioritätenliste 

Das Zehn-Millionen-Euro-Hallenbad

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Die Debatte über einen möglichen Hallenbad-Neubau in Murnau spitzt sich zu: Im Vorfeld der Haushaltsberatungen stellt die Rathaus-Verwaltung erstmals eine konkrete Investitionssumme in den Raum: zehn Millionen Euro. Da dürften selbst Befürworter schlucken.

Haushaltsberatungen sind meist eine recht trockene Angelegenheit. Doch diesmal wird es in Murnau – der Jahresetat 2017 wird am 26., 27. und eventuell auch noch am 28. Oktober im Gemeinderat behandelt – richtig spannend. Diskussionsbedarf dürfte vor allem ein gesonderter Abschnitt in dem von der Kämmerei vorgelegten Entwurf schaffen, der sich mit Bauvorhaben in den nächsten Jahren beschäftigt. Gemeint ist die so genannte Prioritätenliste. Das Gesamtvolumen aller aufgeführter Investitionen ist merklich angestiegen – auf stattliche 45 Millionen Euro. Der dickste Brocken: der für die Zeit „nach 2020“ vorgesehene Bau eines Schwimmbads. Kostenpunkt: zehn Millionen Euro.

Wie berichtet, wird im Ort die Errichtung einer solchen Sportstätte, die vor allem für den Schulschwimmunterricht ausgelegt sein soll, kontrovers diskutiert. Der Gemeinderat scheint gespalten.

Die Schätzung ist laut Kämmerer Hubert Süß nicht aus der Luft gegriffen, sondern realistisch. Er beruft sich auf eine Machbarkeitsstudie, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Demnach koste ein Schulschwimmbad rund sieben Millionen Euro, hinzu kämen die Mehrwertsteuer und mögliche Kosten für einen Grunderwerb. Allerdings sind dabei Zuschüsse noch nicht berücksichtigt. Süß will den Eintrag nicht als Empfehlung der Verwaltung verstanden wissen. Im Gegenteil: „Wenn mich jemand fragt, ob das geht, sage ich Nein.“ Der Markt müsste seiner Ansicht nach erhebliche Kredite aufnehmen, sollte er sich eines Tages auf das Vorhaben einlassen. Das jährliche Defizit einer solchen Einrichtung gibt er mit mindestens 500 000 Euro an.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hält sich diplomatisch zurück, will sich noch nicht festlegen, ob er für oder gegen dieses Großprojekt ist. Darüber müsse man im Frühjahr im Gemeinderat ausführlich diskutieren, meint er, vor allem über die Frage der Finanzierung. Die Prioritätenliste sei haushaltsrechtlich nicht verbindlich, betont der Rathauschef, sondern nur eine „Hilfestellung“ für die Ortspolitiker, die Projekte einzusortieren. Für Beuting steht aber fest: „Es geht nicht alles.“

Mit der Zehn-Millionen-Euro-Notiz nicht einverstanden ist CSU-Gemeinderat Josef Bierling, der sich bekanntlich für ein Schulschwimmbad stark macht. „Ich halte das für völlig überzogen“, sagt er. Am besten wäre es, den Punkt zu streichen. Bierling ist davon überzeugt, dass es günstiger geht. Er kann sich vorstellen, das Hallenbad etwa im Zuge einer Modernisierung der Turnhalle an der Mittelschule zu errichten. Bei solch einem Kombi-Bau könnte man viele Synergieeffekte nutzen. Beispielsweise müsste man dann, so Bierling, die Umkleiden und sanitären Anlagen nicht zweimal bauen.

Insgesamt ist Murnaus Finanzlage solide. In dem gut 41 Millionen Euro schweren Haushaltsentwurf 2017, der alle Einnahmen und Ausgaben der Kommune im nächsten Jahr regelt, sind weder neue Schulden noch höhere Steuern vorgesehen. Allerdings werden die Rücklagen ordentlich geplündert. Die größten Investitionen sind der Rathaus-Umbau, eine Restzahlung für die Bahnübergangsbeseitigung und der Grunderwerb samt Planung für den kommunalen Wohnungsbau.

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