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Begehrter Posten: Freilichtmuseum Glentleiten bekommt bald neue Leitung

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Von: Roland Lory

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Geht heuer in den Ruhestand: Dr. Monika Kania-Schütz, seit 2004 Direktorin des Freilichtmuseums.
Geht heuer in den Ruhestand: Dr. Monika Kania-Schütz, seit 2004 Direktorin des Freilichtmuseums. © Mayr-Archiv

Nach 18 Jahren bekommt das größte Freilichtmuseum Südbayerns eine neue Leitung. Denn Glentleiten-Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz verabschiedet sich heuer in den Ruhestand. Es ist davon auszugehen, dass sich viele für den Posten bewerben werden.

Großweil – Als der Bezirk Oberbayern 2003 jemanden suchte, der auf den damaligen Glentleiten-Chef Dr. Helmut Keim nachfolgt, war das Interesse immens. 70 Interessierte gelangten seinerzeit in die engere Auswahl. Nun beginnt die Suche von Neuem. Denn Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz (65), die seit dem 1. April 2004 das Freilichtmuseum leitet, geht heuer in den Ruhestand. Die Nachfolge ist noch nicht geregelt. „Wir haben uns entschieden, für diese besondere Stelle eine Personalberatung, die auf Führungskräftegewinnung im Kulturbereich spezialisiert ist, einzuschalten“, sagt Susanne Büllesbach, Persönliche Referentin des Bezirkstagspräsidenten und Leiterin des Bereichs Kommunikation beim Bezirk. „Die Gespräche laufen.“ In den politischen Gremien des Bezirks werden sich dann vor den Sommerferien geeignete Kandidaten vorstellen. Fest steht: Es handelt sich um eine herausgehobene Position im Kulturbereich, die möglicherweise diverse Aspiranten auf den Plan ruft. Schließlich ist das Freilichtmuseum das größte Museum seiner Art in Südbayern und hat 60 fest angestellte Mitarbeiter.

Bewerber müssen einiges mitbringen. Etwa ein erfolgreich abgeschlossenes einschlägiges wissenschaftliches Hochschulstudium, vorzugsweise im kulturwissenschaftlichen Bereich. Und zwar mit profilierter historischer oder volkskundlicher Kompetenz oder vergleichbare Qualifikation. Idealerweise sollte man einen Doktortitel vorweisen. Zudem ist umfassendes museologisches Wissen sowie nachweisliche wissenschaftliche Tätigkeit gefragt. Und eine mehrjährige Berufserfahrung in einer Führungsposition mit mehreren Mitarbeitern. Optimalerweise sollte man in einem kulturgeschichtlichen Museum tätig gewesen sein, in einem Freilichtmuseum oder einer vergleichbaren Kulturinstitution mit Ausstellungsbetrieb.

Stellvertreterin hat keine Ambitionen

Wer könnte in Kania-Schütz’ Fußstapfen treten? Dr. Claudia Richartz, Leiterin des Bauernhausmuseums Amerang und stellvertretende Chefin der Glentleiten, hat keine Ambitionen. „In den letzten Jahren sind an der Glentleiten zukunftsweisende Projekte realisiert worden – und es gibt im Team viele Ideen für die weitere Entwicklung des oberbayerischen Freilichtmuseums. Diese sehr reizvolle und spannende Aufgabe zu übernehmen, kommt für mich aus familiären Gründen nicht in Frage, da ich im Chiemgau gebunden bin.“

Kania-Schütz führte die Glentleiten 18 Jahre, in denen oberhalb von Großweil einiges passierte. Zu ihrer vorläufigen Bilanz gehört „das dankbare Bewusstsein, dass alles, was die Entwicklung des Museums in den letzten Jahren betrifft, auf zwei starken Pfeilern ruhte“. Einerseits habe der Träger, der Bezirk Oberbayern, dieser Einrichtung immer Rückhalt gegeben, andererseits habe sie auf ein leistungsstarkes, kreatives Team bauen können. „Die größte Herausforderung für meine Nachfolge wird sicherlich darin liegen, die Balance zwischen dem Unterhalt der mit über 80 Gebäuden und 40 Hektar doch recht großen Anlage und der Entwicklung neuer Inhalte und Themen zu wahren.“ Für beides brauche es finanzielle Mittel, und die seien begrenzt.

Infrastruktur auf aktuellem Stand

„Wesentliche Schritte für zukünftige Projekte sind bereits gemacht“, sagt die Direktorin. „So ist die Infrastruktur auf neuestem Stand bis hin zur Versorgung mit erneuerbaren Energien, und politische Beschlüsse für den Aufbau der Häusergruppe ,Nördliches Oberbayern‘ sind gefasst.“ Wichtig wird es nach Kania-Schütz’ Ansicht sein, Inhalte und Themen, die mit dieser Region in Verbindung stehen, in zeitgemäßer Form aktuell zu vermitteln. „Vor allem aber wird es darum gehen, die Begeisterung für den besonderen Museumstyp ,Freilichtmuseum‘ weiterzutragen.“ Freilichtmuseen seien Museen für alle, im Sinne des Wortes, betont die Volkskundlerin – und ergänzt: „Mit ihren umfassenden Sammlungen zur Alltagskultur ist die Glentleiten zusammen mit dem Bauernhausmuseum Amerang ein bedeutendes Dokumentations- und Forschungszentrum der Region und damit das Gedächtnis des ländlichen Oberbayerns.“ Zukunftsfähige Museumsarbeit bedeute auch, die Attraktivität als Lernort zu festigen und gleichzeitig als Arbeitgeber für Nachwuchskräfte interessant zu sein. „Es gibt also viel zu tun.“

Die gebürtige Düsseldorferin hat im Staffelsee-Raum Wurzeln geschlagen. „Ich denke, dass ich hier bleibe“, sagt die 65-Jährige, die künftig „viel reisen“ will.

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