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O’zapft is: Stoßen mit dem ersten Glentleitner Bier, einem Josefibock, an: (v. l.) Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Braumeister Franz Schubert und Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz.

Freilichtmuseum Glentleiten startet in die Saison

Neues Eingangsgebäude und frischer Josefibock

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Das Freilichtmuseum Glentleiten feierte einen ganz besonderen Saisonauftakt: Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das neue Eingangsgebäude in Betrieb genommen. Und dazu gab es das erste vor Ort gebraute Bier, einen süffigen Josefibock.

Großweil – Zugegeben: Zum Saisonstart eines Freilichtmuseums hätte das Wetter schon besser sein können. Vom Frühling sah man am Josefitag keine Spur. Stattdesssen lag auf den Glentleitner Wiesen oberhalb von Großweil eine dünne Schneeschicht – und dicke Wolken versperrten den sonst herrlichen Blick hinüber zum Kochelsee. Nichtsdestotrotz ließen sich etliche geladene Gäste, darunter die regionale Politprominenz, nicht die Gelegenheit nehmen, das neue Eingangsgebäude zu bestaunen. „Es ist ein echtes Schmuckstück geworden“, freute sich Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU).

Entstanden ist direkt an der Zufahrtsstraße eine massive, zweigeschossige Konstruktion, die an eine Scheune erinnert – 72 Meter lang und 15 Meter breit. Holz ist dabei das dominierende Baumaterial. Das Innere wirkt hell, strukturiert und großräumig. „Dieser Bau vereint viele Funktionen auf vorbildliche Weise unter einem Dach und verbessert spürbar den Service“, sagte Mederer in seiner Ansprache. Die Besucher finden auf einer Ebene den Empfangsbereich, die Kasse, einen Museumsladen und einen großen Raum für Ausstellungen. Im oberen Stockwerk ist die Gastronomie „Glentleitner Wirtschaft & Brauerei“ mit einer Schaubrauerei untergebracht.

Rund 13,5 Millionen Euro lässt sich der Träger, der Bezirk Oberbayern, das Eingangsgebäude kosten. Dieses ist nun das Tor zur 40 Hektar umfassenden Museumswelt, die mit ihren historischen Gebäuden und Exponaten einen Einblick in das Leben und Arbeiten der Menschen Oberbayerns anno dazumal bietet. Die offizielle Eröffnung ist aber erst für Juli geplant, wenn die Außenanlagen fertig angelegt sind.

Das bisherige Eingangsgebäude entsprach nicht mehr den Anforderungen eines modernen Museumsbetriebs. Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz betonte in ihrer Rede, dass die Einrichtung mit dem Neubau zukunftsfähig werde. „Es handelt sich um die Stärkung des Besucherservices, der Ausstellungs- und der Vermittlungsarbeit.“ All diese Bereiche erhielten nun den entsprechenden Raum. „Museen als Orte der Kommunikation brauchen genau so einen Rahmen, wie es uns das neue Besucherzentrum bietet.“ Verantwortlich für die Planung war das Münchner Architekturbüro Florian Nagler. „Das ist ein Haus, das zur Glentleiten passt“, meinte der Fachmann.

Das Thema Bier wird künftig eine große Rolle spielen. Pächter der besagten Gastronomie ist bekanntlich die Murnauer Traditionsbrauerei Karg (Partnerin ist die Wirtin Franziska Schwinghammer). Die Familie Schubert will in einer Schauanlage mit zwei großen Kupferkesseln untergärige Sorten brauen – und natürlich auch verkaufen. Die ersten drei stehen bereits fest: Herzogstand Hell, Jochberg Dunkel und Schafreiter Bock. Von der Qualität des Glentleitner Gerstensafts konnten sich die Gäste schon mal überzeugen: Braumeister Franz Schubert und seine Tochter Victoria Schubert-Rapp hatten nämlich mit Unterstützung von Mederer, der selbst ein gelernter Brauer ist, einen Josefibock angesetzt. Mit vier Schlägen zapfte der Bezirkstagspräsident das erste Fass an – und schenkte das Starkbier in Steinkrügen aus. Und wie schmeckt’s? „Himmlisch“, lautete sein Urteil. Dem schloss sich Landrat Anton Speer (Freie Wähler) an: „Sehr gut. Auf die Brauerei Karg ist eben Verlass.“

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