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Im Bau: Das neue Glentleiten-Eingangsgebäude, das auch Platz bietet für Gastronomie und Schaubrauerei, soll im Frühjahr 2018 eröffnen. 

Entscheidung soll im August fallen

Glentleiten: Wirte-Quartett buhlt um Gastronomie

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Bei der Gastronomie mit Schaubrauerei im Freilichtmuseum Glentleiten wollen vier erfahrene, namhafte Wirte aus der Region Murnau gemeinsame Sache machen: Ulrich Weisner, Michael Gilg, Bruno Wallmeier und Olivier Mayr gehen als Team ins Vergabe-Rennen. 

Großweil – Vier Männer in einem Boot: Die drei Staffelsee-Wirte Ulrich Weisner (Auszeit, Murnau), Michael Gilg (Griesbräu, Murnau) und Bruno Wallmeier (Stern, Seehausen) haben sich mit Olivier Mayr (Kreut-Alm bei Großweil) als Pächter um die große Gastronomie mit mehreren hundert Plätzen und Schaubrauerei beworben, mit der das Freilichtmuseum Glentleiten ab März 2018 wuchern will. Alle vier sind gestandene Gastronomen mit namhaften Lokalen und möchten das Projekt gemeinsam schultern. Ihre geplante Arbeitsteilung: Weisner und Wallmeier würden die Gastronomie betreiben, an Gilg ginge die Schaubrauerei, Mayr wäre im Hintergrund aktiv. „Es handelt sich um ein interessantes Objekt, das in unser Konzept passt“, erklärt Auszeit-Inhaber Weisner. „Wir haben alle bestehende Betriebe und würden das in Vereinigung machen“ – als weiteres Standbein. Die Mitglieder der Bewerbergemeinschaft verstehen sich, haben schon in der Vergangenheit in verschiedenen Konstellationen zusammengearbeitet und treten nun mit geballter Wirte-Power an. Sie glauben, liefern zu können, was gefordert wird. Der Bezirk Oberbayern als Museumsträger will für sein Lokal eine eindeutig oberbayerische Ausrichtung und auch ein Bier aus diesem Landstrich gebraut haben. „Wir haben regionale Speisen und Bier als Grundkonzept“, sagt Weisner.

„Lieber Freund als Feind vor der Tür“

Mayrs Beteiligung bringt eine delikate Note ins Spiel. Der Kreutalm-Wirt hatte sich aus Angst vor Existenz bedrohender Konkurrenz lange Zeit mit Händen und Füßen gegen die Glentleiten-Gastronomie gewehrt, die nur einen Steinwurf von seinem Lokal entfernt liegt. Der Streit hatte sogar den Petitionsausschuss des Landtags beschäftigt. Mayr wolle eher selbst mitmischen, bevor ein Großgastronom aus München einsteige, sagt Weisner: „Er hat lieber Freund als Feind vor der Tür.“ Mayr wählt ähnliche Worte und weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Wenn ich dabei bin, kann man anders arbeiten – denn der einzige Kläger wäre ich.“ Damit spielt er wohl auf eine Lösung an, mit der man den Zwist beigelegt hatte. Diese sieht einen Rahmen für den Betrieb der Museumsgaststätte vor, der die negativen Auswirkungen auf die Kreut-Alm in Grenzen halten soll. 

Olivier Mayr Der Kreut-Alm-Wirt sitzt mit im Boot.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) hatte den Kompromiss beim Spatenstich für das neue Eingangsgebäude – Lokal und Schaubrauerei werden in dem rund 13,5 Millionen Euro teuren Komplex Platz finden, der derzeit entsteht und zudem Empfang, Kasse, Museumsladen und Ausstellungsräume enthält – angesprochen. Dazu zählt, dass man das Glentleiten-Lokal nicht als öffentliche Gaststätte bewirbt und sich die Betriebszeiten an denen des Museums orientieren. Wohl aber können Gäste ohne Eintrittskarte einkehren.

Das Wirte-Quartett würde „zum Großteil Gastronomie mit Selbstbedienung“ bieten und dabei auf sein Netzwerk regionaler Produzenten zurückgreifen, sagt Weisner. Gilg steuert für den Fall des Zuschlags ein altbairisches, bräuliches, „ganz traditionelles Hausbier“ bei; zu besonderen Anlässen kann er sich Spezialsorten vorstellen. Die Brauanlage an der Glentleiten entspricht seiner eigenen im Griesbräu, nur dass sie kleiner ausfällt. 150 Hektoliter würde sie in einer Saison ausstoßen.

Einstieg hängt von Konditionen ab

Doch so weit ist man nicht. Mayr macht klar: Der Einstieg der Wirte hänge von den Konditionen ab. Das Verfahren ist in vollem Gange. Mehrere Bewerber, zu denen die Murnauer Weißbier-Brauerei Karg gehören soll, haben zuletzt die zweite Verhandlungsrunde beim Bezirk absolviert. In den Gesprächen nähere man sich „langsam an“, sagt Susanne Büllesbach, Leiterin der Presse- und Informationsstelle. Der oder die Pächter soll(en) im August feststehen – und nicht, wie zunächst geplant, erst Ende September. Büllesbach begründet die Änderung mit dem Wunsch von Bewerbern, früher Klarheit zu erhalten, um mehr Zeit für die Personalsuche zu haben und bei baulichen Aspekten mitreden zu können. Den Beschluss werde nicht der Bezirksausschuss fällen, weil dieser im August Sommerpause habe, sondern Präsident Mederer auf Basis eines Punktekatalogs. „Idealerweise ergibt sich daraus eine sehr klare, eindeutige Entscheidung“, sagt Büllesbach. Der Präsident habe sich dafür vom Ausschuss die Freigabe erteilen lassen. Es handle sich um ein „geregeltes Verfahren – das ist keine Willkür, da geht es um ganz harte Fakten“.

Weisner macht sich keinen allzu großen Kopf um die Pächter-Kür: „Wir haben uns beworben. Kriegen wir den Zuschlag, ist das gut. Und wenn nicht, ist es auch okay.“

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