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Angepackt: Arbeiter demontieren im Oktober 2007 das Fischerweber-Zuhaus in Rottach-Egern.

Zahlen „weitab der Realität“

Glentleiten-Direktorin empört über Aussage von Markus Wasmeier

Großweil – Zehn Millionen Euro. So viel soll es kosten, wenn das Freiluftmuseum Glentleiten ein Haus transferiert, sagt Olympia-Gewinner Markus Wasmeier. Die Glentleiten-Direktorin kann diese Aussage nicht nachvollziehen.

„Ich weiß nicht, wie er dazu kommt“, sagt Glentleiten-Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz. Die Summe sei „weitab der Realität“. Die Museumschefin bezieht sich auf eine Aussage von Markus Wasmeier, der ein Freilichtmuseum am Schliersee betreibt.

Der Ex-Skistar hatte in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung erklärt: „Wenn das Freilichtmuseum Glentleiten ein Haus transferiert, sind die bei zehn Millionen mindestens.“ Also bei Kosten von zehn Millionen Euro.

Markus Wasmeier bleibt bei seiner Aussage

Markus Wasmeier leitet ein Museum am Schliersee.

„Das entbehrt jeder Tatsache“, betont Kania-Schütz. Wasmeier bleibt auf Tagblatt-Nachfrage bei seiner Aussage. Die Summe sei ihm von Glentleiten- beziehungsweise Mitarbeitern des Bauernhausmuseums Amerang genannt worden. Beide Häuser gehören zusammen.

Kania-Schütz kann Wasmeiers Angaben nicht nachvollziehen. Beim Fischerweber-Zuhaus aus Rottach-Egern seien die Ausgaben bei insgesamt 350 000 Euro gelegen. Darin seien externe Fachkräfte, Abbau, Aufbau, Dokumentation, Präsentation sowie archäologische Grabungen enthalten. Das Fischerweber-Zuhaus ist das Wohngebäude, das auf dem Museumsgelände zuletzt errichtet wurde.

Beispiele zeigen: Von zehn Millionen Euro kann keine Rede sein

Vor rund zehn Jahren übernahm die Glentleiten eine Zollinger Halle aus Warngau. Sie repräsentiert frühe Industriearchitektur auf dem Land. Auch hier kann von zehn Millionen Euro keine Rede sein. Nach Angaben von Kania-Schütz kostete das Vorhaben „weniger als 200 000 Euro“. Viele Arbeiten erledigt der Museums-Bauhof. Auch die Wissenschaftler sind beim Gebäudeab- und Wiederaufbau eingebunden. „Das sind Teamprojekte“, sagt die Direktorin.

Dr. Monika Kania-Schütz ist Direktorin auf der Glentleiten.

Drittes Beispiel: das Sägewerk aus Schönegg. Kosten: 50 000 Euro. Nach zwei Jahren Aufbauzeit wurde das historische Gebäude im September 2014 offiziell eröffnet.

Ein weiteres Projekt ist gerade noch in Arbeit. Dabei geht es um einen Zwiehof aus dem Berchtesgadener Land. Eines der ältesten bisher bekannten Blockbauwerke Oberbayerns findet ein neues Domizil oberhalb von Großweil. Für das Vorhaben sind laut Kania-Schütz 250 000 Euro angesetzt. Bis das ganze Ensemble der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, dauert es noch etwas. Eigentlich wollte die Einrichtung des Bezirks Oberbayern den Zwiehof 2018 aufmachen. Doch 2016 wurde ein Stopp eingelegt, heuer soll es mit den Arbeiten weiter gehen. 2019 oder 2020, so der momentane Plan, soll der Aufbau abgeschlossen sein.

Deutlich teurer als die genannten Translozierungen wurde tatsächlich der Häuslmannhof, der von Aschau in die Glentleiten-Zweigstelle Amerang gebracht wurde. Hier kamen Ausgaben von 900 000 Euro zusammen.

Kania-Schütz betont, all dies seien „belastbare Zahlen. Jeder, der will, kann sie beim Bezirk Oberbayern einsehen.“ Grundsätzlich betont die Direktorin, dass das Freilichtmuseum bemüht sei, mit den öffentlichen Geldern verantwortungsbewusst umzugehen. „Wir achten sehr drauf, was sein muss und was nicht sein muss.“

Roland Lory

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