Mit dem Spaten werkeln (v.l.) Museumsreferent Thomas Schwarzenberger, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Regierungspräsidentin Maria Els und Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz. Über den Wiederaufbau der Hofanlage aus Oberzeitlbach freuen sich auch (h.v.l) Michael Reiter, Bürgermeister von Altomünster, sowie die ehemaligen Eigentümer des Anwesens Anneliese und Jakob Mayr. 	Foto: Dominik Bartl
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Und los geht’s: Mit dem Spaten werkeln (v.l.) Museumsreferent Thomas Schwarzenberger, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Regierungspräsidentin Maria Els und Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz. Über den Wiederaufbau der Hofanlage aus Oberzeitlbach freuen sich auch (h.v.l) Michael Reiter, Bürgermeister von Altomünster, sowie die ehemaligen Eigentümer des Anwesens Anneliese und Jakob Mayr.

Gebäude aus dieser Region bislang nicht vertreten

„Neue Epoche“ im Freilichtmuseum Glentleiten: Nördliches Oberbayern zieht ein

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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Das Freilichtmuseum erschließt ein neues Feld, das an der Glentleiten bislang gefehlt hat: Die Baugruppe Oberbayern Nord entsteht. Damit findet sich künftig eine Region im Museum wieder, die bisher nicht vertreten war. Vom „Beginn einer neuen Epoche“ spricht Bezirkstagspräsident Josef Mederer.

Großweil – Nein, das Regenwetter passte nicht zum Anlass, war der Mittwoch an der Glentleiten doch so etwas wie ein doppelter Feiertag. Das Freilichtmuseum öffnete nach den Corona-Beschränkungen erstmals seit März wieder – zum Saisonauftakt an Josefi war eine Woche mit Besuchern möglich gewesen. Mit Blick in die Zukunft weitaus mehr Gewicht besaß indes ein anderes Ereignis, das Ehrengäste auf eine 5,6 Hektar große Wiese östlich des neuen Eingangsgebäudes, auf der nun ein völlig neuer Bauabschnitt verwirklicht wird, zog – darunter Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU). Er wählte bedeutungsschwere Worte: „Heute beginnt eine neue Epoche auf der Glentleiten“, sagte er. Das Museum, das erforscht, dokumentiert und präsentiert, wie sich das Bauen, Wohnen und Wirtschaften im ländlichen Oberbayern verändert, werde „mit diesem Gelände schöner, spannender und interessanter“.

Freilichtmuseum: Objekte aus allen oberbayerischen Regionen sollen zu sehen sein

Der Bezirk Oberbayern als Träger nimmt sich auf dem 40 Hektar großen Präsentationsgelände ein bislang unbestelltes Feld vor, mit dem ein neuer Meilenstein gesetzt werden soll: Es entsteht die neue Baugruppe Oberbayern Nord, die einmal drei historische Gebäude umfassen soll. Das Gebiet zwischen Ingolstadt, Dachau und Freising ist aktuell noch nicht durch historische Gebäude auf dem Gelände oberhalb von Großweil vertreten. Diese Lücke wird nun geschlossen – und damit der politische Auftrag erfüllt, den die Glentleiten beim Grundsatzbeschluss vor 50 Jahren als zentrales oberbayerisches Freilichtmuseum bekam: den ganzen Bezirk zu beleuchten und zu präsentieren. „Es sollen Objekte aus allen oberbayerischen Regionen zu sehen sein“, sagte Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz. Für eine kleine Hofanlage aus Oberzeitlbach (Landkreis Dachau) und ein Hopfenbauernhaus aus Enzelhausen (Landkreis Freising) liegt bereits die Baugenehmigung der Regierung von Oberbayern vor; 300 000 Euro investiert der Bezirk allein heuer in dieses Projekt.

Freilichtmuseum: Hof aus Oberzeitlbach wird der erste Vertreter des nördlichen Oberbayern

Die Anlage „Oberländer“ aus Oberzeitlbach bei Altomünster war nach Angaben Mederers seit 1994 eingelagert. Ihn verbindet ein persönliches Interesse mit dem Objekt und dessen Aufbau nach so langer Zeit. Mederer wurde 1949 in Altomünster geboren, er kennt den Dreiseithof, der aus Wohnhaus, Remise und Stallstadl aus der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jahrhunderts besteht, noch von seinem Original-Standort – nur zwei Kilometer weiter, „direkt an der Staatsstraße gelegen. Ich bin Richtung Dachau immer vorbeigefahren und kann mich noch gut daran erinnern“. Die Hofbewohner bauten Getreide, Kartoffeln und Rüben an – eine landwirtschaftliche Nutzung, die typisch ist für diese Region und in den Blick rückt. Die Anlage wurde bis 1979 bewirtschaftet und soll ab 2023 im Schnitt der 1920er/1930er Jahre präsentiert werden.

Corona-Einschränkungen: Museum seit Mittwoch wieder geöffnet

Das ist noch Zukunftsmusik. Seit gestern läuft der Museumsbetrieb nach den Corona-Einschränkungen wieder an. Kania-Schütz hofft, dass eine Öffnung bis zum regulären Saisonende an Martini (11. November) möglich ist. 1600 Menschen dürfen gleichzeitig auf das riesige Gelände mit dem spektakulären Blick – so viele kamen 2020 indes nie. „Die Besucher waren erst mal verhalten.“ Kania-Schütz verspricht Gästen ein entspanntes Freilichterlebnis mit dem nötigen Abstand. „Wir haben ein ganz ausgeklügeltes Schutz- und Hygienekonzept. Ein sicherer Besuch ist möglich.“

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