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Der Königer-Hof aus Enzelhausen wurde 1990 abgebaut.

Hof-Zuwachs im Freilichtmuseum Glentleiten

Aus dem Glentleiten-Depot ins Gelände

Bislang ist das nördliche Oberbayern zwischen Ingolstadt, Freising und Dachau mit historischen Gebäuden im Freilichtmuseum Glentleiten nicht präsent. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern.

Großweil – Das Thema Bier spielt heuer im Freilichtmuseum Glentleiten eine große Rolle. So drehte sich auch in der ersten Sonderschau im neuen Eingangsgebäude alles um den Gerstensaft. Die Hallertau als größtes Hopfenanbaugebiet der Welt ist allerdings gebäudetechnisch bis dato oberhalb von Großweil nicht abgebildet.

Das wird sich ändern. Denn in den nächsten Jahren soll dort das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen Königer aus Enzelhausen (Landkreis Freising) errichtet werden. Es stammt aus dem Jahr 1812 und ist im Erscheinungsbild des frühen 20. Jahrhunderts in das Freilichtmuseum gelangt. „In dem für das nordöstliche Oberbayern charakteristischen erdgeschossigen Einfirsthof wurde in einer Erweiterungsmaßnahme 1911 eine Hopfendarre angebaut, die typisch für den in der Region betriebenen Hopfenanbau ist“, teilt Dr. Claudia Richartz mit. Sie ist stellvertretende Leiterin des Freilichtmuseums Glentleiten und örtliche Chefin des Bauernhausmuseums Amerang. Die Kaminhaube der Hopfendarre konnte bereits im Rahmen der erwähnten Sonderausstellung bestaunt werden. Die Besitzer kultivierten nachweislich seit 1839 Hopfen. Der Königer-Hof wurde 1990 in seine Einzelteile zerlegt, seitdem liegen diese im Depot der Glentleiten.

Auch ein weiteres Objekt aus dem nördlichen Oberbayern soll in Großweil aufgebaut werden. Bei der Anlage Oberländer aus Oberzeitlbach bei Altomünster (Landkreis Dachau) handelt es sich um einen Dreiseithof des 18./19. Jahrhunderts, der aus Wohnhaus, Remise und Stallstadel besteht. Der Vollerwerbsbetrieb wurde bis 1979 geführt und nach dem Tod der letzten Besitzer aufgegeben. Auch das Anwesen Oberländer wurde bereits durch das Freilichtmuseum abgebaut und eingelagert. Beide Höfe sind vorher „bauhistorisch untersucht und dokumentiert sowie die Hofgeschichten recherchiert worden“, sagt Richartz. Dass sie wieder errichtet werden, beschloss jetzt der Ausschuss für Kultur, Schulen und Museen des oberbayerischen Bezirkstags bei seiner Sitzung im Freilichtmuseum. Das Votum fiel dabei einstimmig aus.

Dem Thema Hopfenanbau und Verarbeitung trägt die Einrichtung des Bezirks Oberbayern bereits durch eine Schaubrauerei im Eingangsgebäude Rechnung. Weitere Stationen im Gelände zeigen einen Eiskeller für die Lagerung des Biers und zulieferndes Handwerk wie eine Schäfflerei. „Mit dem Hopfenbauernhof aus Enzelhausen rundet sich die Präsentation zum Umfeld einer Landwirtschaft ab, in der der Hopfen im Mittelpunkt des Wirtschaftens steht“, verdeutlicht Richartz.

Roland Lory

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