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Blick ins Techniktal: Hier gibt es unter anderem neue Wasser-Zuleitungen zu bestaunen. Das linke Gebäude ist die Wetzsteinmacherei.

Großprojekt im Freilichtmuseum Glentleiten

Techniktal auf Vordermann gebracht

Gute Nachricht für Besucher des Freilichtmuseums Glentleiten: Das Techniktal ist nach einer aufwändigen Sanierung wieder zugänglich. Offizieller Auftakt ist am Pfingstmontag.

Großweil – Rechtzeitig zum Deutsche Mühlentag am 5. Juni ist die Generalsanierung am Stauweiher der Glentleiten abgeschlossen. Genauso positiv: Die Kosten für das Techniktal fallen weitaus niedriger aus, als gedacht. Nötig wurden die Arbeiten, als vor ein paar Jahren die wasserrechtliche Genehmigung für den Weiher auslief. Die Verantwortlichen dachten, dies sei keine große Sache. Doch das erwies sich als Trugschluss.

Um eine neue Erlaubnis zu bekommen, musste die Stauanlage an die Vorgaben der DIN-Norm 19700 angepasst werden. Und das hatte es in sich. „Es war ganz immens, was hier zu leisten war“, betonte Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz. So war es nötig, einen Freibord von einem halben Meter zu schaffen. In der Wasserwirtschaft ist dies der Abstand zwischen einem Wasserspiegel und einer höher liegenden Kante eines Bauwerks. Die Dammkrone wurde erhöht, der Grundablass wieder gangbar gemacht und ein befestigter Überlauf eingebaut, damit die ganze Konstruktion einem fünftausendjährigen Hochwasser standhält. Der Weiher – er dient als Löschteich, zur Versorgung der Mühlen mit Wasser und auch als Rückhaltebecken – wurde abgelassen.

In der Folge ließ man 1400 Kubikmeter Schlamm ausbaggern, der sich in 40 Jahren Museumsbetrieb angesammelt hatte. Das Material wurde getrocknet und in einer Deponie entsorgt. Die Fische siedelte man in den Kochelsee um; die Fachberatung Fischerei des Bezirks Oberbayern nahm sich dieses Themas an. Damit nicht genug: Arbeiter errichteten darüber hinaus einen Regenwasserkanal von 80 Zentimetern Durchmesser, der vom Fuß der Stauanlage bis zum Ende des Mühlentals reicht. Damit will man die historischen Anlagen vor Hochwasser schützen. Die Mühlen selbst brachte man ebenfalls auf Vordermann.  „Wir haben von unten bis oben alle Anlagen überarbeitet, wo es notwendig war“, erklärte Projektleiter Florian Höck. So wurden etwa die Zuleitungen erneuert. Sie sind aus Lärchenholz beziehungsweise Douglasie. Auch das Mühlrad an der Wetzsteinmacherei, die früher in Unterammergau stand, wurde ersetzt. Für die Koordination des Projekts zeigte das Baureferat des Museumsträgers verantwortlich – das ist der Bezirk Oberbayern. Die Arbeiten übernahm zwar großteils eine externe Baufirma. Doch auch Glentleiten-Personal packte mit an, zum Beispiel als es darum ging, eine Brücke und ein Wehr zu erneuern, Fichten und Ahorne zu roden und die Außenanlagen am Ende neu zu gestalten. So konnten Synergie genutzt und Kosten gespart werden.

Veranschlagt waren zu Beginn Ausgaben von 1,3 Millionen Euro. Unterm Strich werden es wohl rund 300 000 Euro weniger werden. Direktorin Kania-Schütz betrachtet die Generalsanierung als „Gewinn“. Nun habe man „die nächsten Jahrzehnte Ruhe“. Um den Damm von Bewuchs frei zu halten, kommen übrigens Schafe zum Einsatz. Am Pfingstmontag können Besucher also nach einem Jahr Pause wieder hautnah miterleben, wie vorindustrielle Technik einst funktionierte. In der Wetzsteinmacherei, der Getreidemühle, der Sägemühle und der Hammerschmiede werden sich die Räder drehen, die Maschinen laufen. Vorführer erklären Arbeitsabläufe und Techniken. Auf Kinder erwartet eine Bastelwerkstatt.

Roland Lory

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