Geehrt: Altbürgermeister Manfred Sporer (l.) mit seinem Nachfolger Frank Bauer, der dessen Ehrenurkunde hält. Sporer zeigt das Schild, das für sein Zuhause bestimmt ist.
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Geehrt: Altbürgermeister Manfred Sporer (l.) mit seinem Nachfolger Frank Bauer, der dessen Ehrenurkunde hält. Sporer zeigt das Schild, das für sein Zuhause bestimmt ist.

Ehrung in der Glentleiten-Gaststätte

Großweils Ex-Rathauschef Manfred Sporer ist neuer Altbürgermeister 

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Es gibt einen Dritten im Bunde der Großweiler Altbürgermeister: Manfred Sporer bekommt diese Ehrenbezeichnung am Montagabend verliehen. Den Anstoß dazu lieferte sein Nachfolger Frank Bauer, der die Ära Sporer nach 18 Jahren mit seinem Wahlsieg beendet hatte.

Großweil – Manfred Sporer macht einen aufgeräumten Eindruck. Gut, er blickt ernst, als er am Montag an der Seite seiner Frau Monika in der Glentleitner Wirtschaft & Brauerei eintrifft. Doch das mag dem feierlichen Anlass geschuldet sein. Es gehe ihm „gut“, sagt der 59-Jährige, und er empfinde „eine gewisse Freude, dass nach einigen Perioden der Tätigkeit als Erster Bürgermeister eine Ehrung erfolgt“. In einer Sondersitzung des Gemeinderats verleiht ihm sein Nachfolger als Großweiler Rathaus-Chef, Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft), den Titel des Altbürgermeisters; Sporer ist erst der Dritte in der Geschichte des Dorfs, dem diese Ehre zuteil wird. Die anderen beiden sind bereits gestorben: Josef Burkart (von 1966 bis 1984 im Amt) und Franz Xaver Wild (1984 bis 2002). Alle drei standen jeweils 18 Jahre an der Spitze.

Bauers Vorschlag

Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft) hätte gerne weitergemacht als ehrenamtlicher Bürgermeister, unterlag bei der Wahl im März aber Bauer. Angesichts der Deutlichkeit des Ergebnisses machte Sporer einige Tage später im Tagblatt-Interview keinen Hehl aus seiner „herben Enttäuschung“ und ließ durchblicken, dass er Bauer für Wahlkampf-Scharmützel der Vergangenheit mitverantwortlich macht. Möglich, dass der Montag neben der verdienten Ehre für Sporer etwas Versöhnung bringt – falls diese nicht bereits stattgefunden hat. Bauer sagt, er selbst habe dem Gemeinderat Sporer für den Altbürgermeistertitel vorgeschlagen; das Gremium stimmte am 14. Mai in nichtöffentlicher Sitzung zu – Ehre, wem Ehre gebührt.

Viele Vorhaben in der Ära Sporer

Warum das bei Sporer der Fall ist, macht Bauer in seiner Rede deutlich. Der Rathaus-Chef spricht dessen Engagement für und in Vereinen an, Sporers Zeit als aktiver Kegler und seine offenbar mehr als passablen Leistungen als Skifahrer. Und er listet die vielen Gemeinde-Vorhaben auf, die unter Sporers Führung realisiert wurden – darunter der Anbau ans Freizeitheim und jener an den Kindergarten, die Ausweisung von Bauflächen für Einheimische, die Erweiterung des Gewerbegebiets In der Au und das heuer fertiggestellte Pilotprojekt Schachtkraftwerk in der Loisach. Dieses bezeichnet Bauer als „das für Dich sicherlich wichtigste Projekt“. Er bescheinigt Sporer, „für die Gemeinde in vielen Belangen das Beste herausgeholt“ zu haben und mutmaßt, dass „dieses schöne Amt für Dich zugleich auch immer ein schweres Amt war. Es heißt ja: Ein Bürgermeister ist immer im Dienst“.

Sporer: das meiste „gut gelaufen“

Sporer hat eine Ära in Großweil geprägt. Bauer veranschaulicht, wie weit sich das Rad der Geschichte in den 18 Jahren weiterdrehte. 2002, als Sporer ins Rathaus einzog, war Schröder Kanzler, der Euro wurde eingeführt, die Wiesnmaß kostete 6,80 Euro und Deutscher Fußball-Meister war Borussia Dortmund. Eine andere Welt – und Sporer war schon damals in Amt und Würden. Der Geehrte freut sich über Bauers Laudatio, „das sind sehr wohltuende Worte gewesen“. Das meiste, bilanziert Sporer, der seit Mai wieder in Vollzeit als Polizeibeamter bei der Inspektion Penzberg arbeitet, sei aus seiner Sicht „gut gelaufen“ – und nur möglich gewesen, weil viele Kräfte zusammenwirkten. Ihm war „immer wichtig“, die Gemeinde in die Erfolgsspur zu bringen. Sporer macht deutlich, dass er, der als Vertreter der CSU-Dorfgemeinschaft quasi eine Minderheitsregierung führte, dabei Überzeugungsarbeit im Gemeinderat zu leisten hatte. Bis zum Mai 2020, als er „Abschied nehmen musste, konnte und durfte von den vielen Betätigungen und der großen Verantwortung“. Nicht alle Projekte seien fertiggestellt, aber es sei wichtig, dass diese in guten Händen lägen und Weichen gestellt seien. Sporer erwähnt seine Frau Monika, die ihn unterstützte und „mich und mein Amt immer ertragen hat“, sowie seine Kinder, für die die Vergangenheit „nicht immer einfach“ gewesen sei. Nun freut sich Sporer, der Opa ist, darauf, „mehr Zeit mit der Familie zu verbringen“.

Spezial-Geschenk

Als er von Bauer die Ehrenurkunde in Empfang nimmt, die ihn als Altbürgermeister ausweist, blickt Sporer feierlich-ernst drein. Dann schiebt Bauer ein Schild hinterher, fürs Sporersche Heim. Darauf zu sehen: ein Wappen mit weiß-blauem Rautenmuster, dazu die Aufschrift „Wohnung des Altbürgermeisters“. Da strahlt Sporer – und muss doch noch herzlich lachen.

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