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Investition: 400 000 Euro fließen in die Sanierung der Schule.
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Viel Geld: 400 000 Euro fließen in die Sanierung der Schule.

Haushalt verabschiedet

Schuldenberg: Großweil mit 3,8 Millionen Euro in der Kreide

  • vonRafael Sala
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Es ist eine Zitterpartie: Großweil kann zwar derzeit alle anstehenden Investitionen stemmen, doch das Finanzsäckel ist überstrapaziert. Erhöhen sich in absehbarer Zeit die Zinsen, hat die Gemeinde laut Kämmerer Christoph Gratz „ein Riesenproblem“.

Großweil – Angespannt, aber stabil: Die Coronakrise hinterlässt zwar – wie in den meisten Kommunen im Landkreis – auch beim Großweiler Haushalt ihre Spuren, dennoch sieht sich die Gemeinde handlungsfähig und kann alle Investitionen, die für dieses Jahr geplant sind, stemmen.

Haushaltssitzung in der Schule

Einstimmig verabschiedete das Gremium in der Sitzung, die pandemiebedingt in der Aula der Grundschule stattfand, das rund 8,5 Millionen Euro schwere Zahlenwerk. Positiv: Gegenüber dem Vorjahr steigt das Gesamtvolumen um 3,5 Millionen Euro. „Durch Kreditumschuldungen und Zinsanpassungen haben wir einen starken Vermögenshaushalt. Allein das hat schon zwei Millionen Euro gebracht“, erläuterte der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt. „Die geplante Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt heuer 154 000 Euro. Lag diese 2019 noch bei 550 000 Euro, sind hier die gesamten Auswirkungen der Corona Krise ganz deutlich zu sehen.“ Der Rücklagenstand betrage zum 31. Dezember 2020 rund 1,3 Millionen Euro. „Es sind aber im Jahr 2020 Rücklagenentnahmen von 350 000 Euro vorgesehen, um die anstehenden Investitionen tätigen zu können“, schilderte Gratz weiter.

Pro-Kopf-Minus von 2500 Euro

Es gibt einen weiteren bitteren Wermutstropfen: Großweil hat im Landkreis mit die höchste Verschuldung, das Pro-Kopf-Minus beträgt rund 2500 Euro pro Einwohner. Mit insgesamt 3,8 Millionen Euro steht der Ort in der Kreide. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf teure Grundstückskäufe in den vergangenen Jahren sowie auf Beteiligungen am Wasserkraftwerk Großweil. Dank der niedrigen Zinsen bleibe die Gemeinde zwar handlungsfähig, doch ändere sich die Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank in absehbarer Zeit, „haben wir ein Riesenproblem“. Die Verschuldung sei weit über dem Landesdurchschnitt. Vor allem, wenn Pflichtaufgaben anstünden, könne sich die angespannte Finanzlage prekär auswirken. Spätestens dann wird es ernst.

Schulsanierung beschlossene Sache

Auch die Einnahmen aus diversen Steuerquellen schmelzen coronabedingt: Die Einkommensteuer spült voraussichtlich 900 000 Euro in die Kassen – 100 000 Euro weniger als noch im Vorjahr. Und aus der Gewerbesteuer sind etwa 280 000 Euro zu erwarten – 2019 waren es noch 348 000 Euro. Gratz betonte allerdings, dass es sich dabei lediglich um Prognosen handle, die zweite Jahreshälfte werde zeigen, ob es sich auf diese Beträge einpendle oder doch Mehreinnahmen zu erwarten seien. Auf die heuer anstehenden Investitionen wird sich das alles allerdings nicht auswirken: Die Sanierung der Grundschule ist beschlossene Sache, im Sommer bekommt das Gebäude eine neue Heizung, auch der Brandschutz wird ertüchtigt. Auf rund 400 000 Euro belaufen sich die Kosten für das Gesamtpaket. Umfangreiche Ersterschließungsmaßnahmen stehen in den Straßen Jochbergstraße, Hofackerstraße, In der Au-Ost und Am Angerl an, knapp 885 000 Euro muss die Gemeinde für diese Arbeiten aufbringen. Weitere kostspielige Projekte sind die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges (185 000 Euro) sowie Kanalarbeiten (143 000 Euro). Insgesamt zeigte sich der Kämmerer verhalten optimistisch: „Der Verwaltungshaushalt kann ausgeglichen werden, wir können eine Mindestzuführung erreichen.“

Bürgermeister ist entspannt

Für Bürgermeister Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft) besteht kein Anlass zur Sorge – für dieses Jahr zumindest: „Ich bin sehr zufrieden – trotz Corona. Natürlich könnten die Zahlen besser sein, aber es ist wie es ist.“

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