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Herausragende Architektur: das Eingangsgebäude der Glentleiten.

Architekt Florian Nagler für renommierten Preis nominiert

Freilichtmuseum Glentleiten glänzt mit Top-Architektur

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Das neue Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Glentleiten könnte besondere Weihen erhalten: Architekt Florian Nagler zählt mit dem Objekt zu den fünf Finalisten eines prestigeträchtigen Preises. Im Museum sorgt das für Freude.

Großweil – Florian Nagler gehört zu den Meistern seines Fachs – davon zeugen die zahlreichen Ehrungen, mit denen er bereits bedacht worden ist. 2017 etwa erhielt Nagler, dessen Büro in München sitzt, den Deutschen Architekturpreis. Nun könnte er eine ähnlich hochkarätige Auszeichnung bekommen – für das neue Eingangsgebäudes des Freilichtmuseums Glentleiten, das im März 2018 seinen Betrieb aufgenommen hat. Das 13,5 Millionen Euro teure Projekt gehört zu den fünf Finalisten des Preises für Architektur in Deutschland 2020 des Deutschen Architekturmuseums (DAM), mit dem die besten Gebäude im und aus dem Land bedacht werden. Am 31. Januar wird in Frankfurt am Main der Gewinner bekannt gegeben. Das Besondere: Niemand kann sich für die Auszeichnung bewerben, man wird nominiert. Am Anfang stand eine vorläufige Longlist mit rund 180 Projekten. Etwa 100 bemerkenswerte Gebäude oder Ensembles blieben übrig. Aus diesen wählte eine Expertenjury am Ende fünf Finalisten aus – darunter Naglers Glentleiten-Objekt.

Freilichtmuseums-Chefin Dr. Monika Kania-Schütz zeigt sich begeistert, keine Frage: „Wir sind ganz, ganz glücklich.“ Darüber, dass „diese besondere Architektur“ im Expertenkreis entsprechende Aufmerksamkeit gewinne. Zumal es sich um einen besonderen Preis handle – zum einen von Architekten, zum anderen von Museumskollegen. „Wir sind sehr gespannt auf die Entscheidung.“

Freilichtmuseum Glentleiten: Das neue Eingangsgebäude war auch für Architekt Florian Nagler speziell

Das gilt auch für Nagler. Er freut sich über den Einzug in die Endrunde: „Das ist schon mal nicht ganz schlecht.“ Es handle sich um einen inzwischen „ziemlich angesehenen und hoch abgesiedelten Preis“, der vom Renommee her vergleichbar sei mit dem Deutschen Architektenpreis, erklärt Nagler. Er investiert Herzblut in alle seine Projekte – doch das neue Eingangsgebäude an der Glentleiten war auch für ihn speziell. „Das ist ein besonderer Ort, wunderschön, mit sehr vielen denkmalgeschützten Häusern im Umfeld.“ Für den Münchner Architekten ging es darum, ein neues, modernes Gebäude zu errichten, das zu den alten passt – in Form, Dimension, Gestaltung. Ihm gefiel es, neben dem Starkerer Stadel, diesem „schönen Beispiel für Holzbau“, ein eigenes Haus zu errichten. Nagler hatte sich einst in einem anonymen Realisierungswettbewerb gegen rund 300 Mitbewerber durchgesetzt, die Vorschläge für das Glentleiten-Eingangsgebäude eingereicht hatten. Nun steht direkt an der Zufahrtsstraße Naglers zweigeschossige Konstruktion, die an einen monumentalen Stadel erinnert – 72 Meter lang und 15 Meter breit. Das dominierende Material ist Holz. Im Inneren wirkt das Tor in die Museumswelt, das Eingangsbereich, Kasse, Laden, Ausstellungsfläche und Vortragsraum sowie Gastronomie und Schaubrauerei unter einem Dach vereint, hell, strukturiert und großräumig. Das Gebäude sei „in seiner Multifunktionalität einmalig“, sagt Kania-Schütz. „So etwas findet man in Freilichtmuseen nicht wieder. Ich habe das Gefühl, dies ist ein Ort, der es schafft, Besucher in der Gegenwart zu empfangen, um sie vorzubereiten auf das, was kommt.“

Freilichtmuseum Glentleiten: Architekt Nagler wird als „wirklicher Meister der Holzbauweise“ gelobt

Nagler versuche nicht, die historischen Bauten zu kopieren, sagt Yorck Förster, Mitglied einer Vorjury und Redakteur des DAM-Preises sowie Co-Kurator der dazugehörigen Ausstellung. Er spricht von einem „Scharnier“. Herausragende aktuelle Architektur bilde einen Brückenschlag zu historischen regionalen Bauten. Förster nennt Nagler, der unter anderem gelernter Zimmerer ist und als Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München lehrt, einen „wirklichen Meister der Holzbauweise“.

Egal, wer am Ende den DAM-Preis erhält: Die Glentleiten, deren neues Gebäude es auch beim Bayerischen Tourismus-Architektur-Preis „artouro“ auf die Shortlist der besten sieben Projekte gebracht hat, ist ins Bewusstsein derer eingezogen, die sich für außergewöhnliche Gebäudeentwürfe interessieren. „Wir sind bei Architektur-Interessierten schon auf der Agenda“, erklärt Kania-Schütz. Auch entsprechende Uni-Seminare kamen immer wieder mal an die Glentleiten. Nun hofft die Museums-Leiterin, dass auch der letzte Schritt gelingt – und Ende Januar in Frankfurt der architektonische Ritterschlag folgt: „Der Preis wäre natürlich das i-Tüpfelchen“, sagt sie. „Wir würden uns sehr freuen.“

Lesen Sie dazu auch: Ein „wunderbarer Tag“ für die Glentleiten

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