Herbe Niederlage: Manfred Sporer (r.) verlor 2020 bei der Bürgermeisterwahl in Großweil gegen Herausforderer Frank Bauer.
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Herbe Niederlage: Manfred Sporer (r.) verlor 2020 bei der Bürgermeisterwahl in Großweil gegen Herausforderer Frank Bauer.

Gemeinderat schmettert Antrag der CSU-Dorfgemeinschaft ab

Keine Ehrenbürgerwürde für Ex-Bürgermeister Sporer

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Nach der Wahlniederlage im vergangenen Jahr muss Großweils Ex-Bürgermeister Manfred Sporer einen weiteren Schlag einstecken. Der Gemeinderat verweigerte ihm die Ehrenbürgerwürde – trotz einer 18-jährigen Amtszeit. Über die Hintergründe lässt sich nur spekulieren.

Großweil – Eigentlich sollte es, wie man hört, eine Überraschung zum 60. Geburtstag des ehemaligen Rathauschefs werden. Doch die ging nach hinten los. Die CSU-Dorfgemeinschaft hatte im Großweiler Gemeinderat den Antrag eingereicht, Altbürgermeister Manfred Sporer zum Ehrenbürger zu ernennen. Allerdings sagte das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung „Nein“ – eine ordentliche Watschn für CSU-Mann Sporer, der 2020 die Bürgermeisterwahl haushoch gegen seinen Herausforderer Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft) verloren hatte.

Antrag von vier Gemeinderäten

Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung informierte Bauer über die delikate Entscheidung. Mit wenigen Worten beendete er das Thema wieder, um zum nächsten Tagesordnungspunkt zu wechseln. Die Gründe für die Ablehnung blieben im Dunkeln. Über die Beratung und die Diskussion dürfe er nicht sprechen, lediglich den Beschluss verkünden, meint Bauer mit Hinweis auf die Nichtöffentlichkeit. Doch ein Blick auf den CSU-Dorfgemeinschaft-Antrag, unterzeichnet von den Gemeinderäten Markus Luidl, Dr. Johann Kirner, Stefanie Promberger und Horst Piller, lässt sich freilich werfen. In der Begründung heißt es, dass sich Sporer, der drei Amtsperioden lang im Rathaus das Sagen hatte, „in hervorragender Weise um das Wohl der Bürger und das Ansehen des Ortes verdient gemacht“ habe. Dann folgt eine Liste von Großprojekten, die in seiner Zeit realisiert wurden, etwa der Krippenneubau, ein Einheimischenmodell, der Freizeitheimanbau, das neue Feuerwehrhaus, der Erwerb gemeindlicher Vorratsflächen und das Wasserkraftprojekt an der Rauen Rampe.

Die Machtverhältnisse im Großweiler Gemeinderat sind eindeutig: Die FWG verfügt über acht Sitze plus Bürgermeisterstimme. Für die vier CSU-Dorfgemeinschaft-Gemeinderäte, die den Vorschlag eingebracht hatten, schien die Ernennung Sporers zum Ehrenbürger dennoch nur logisch zu sein. „Wir weisen darauf hin, dass die beiden Vorgänger (18 Jahre Amtszeit) auch zu Ehrenbürgern ernannt wurden“, heißt es in dem Papier, das am 1. März in der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt einging. Mit der Auszeichnung wäre Sporer seinen Amtsvorgängern gefolgt: Josef Burkart (1966 bis 1984) und Franz Xaver Wild (1984 bis 2002) wurden wie der Geistliche Rat Pfarrer Josef Stadler zu Ehrenbürgern ernannt.

Gemäß Artikel 16 der Gemeindeordnung „können Gemeinden Persönlichkeiten, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernennen“. Genaueres ist nicht geregelt. Die CSU-Dorfgemeinschaft kann sich den Vorgang nicht erklären – und stellt in einer Stellungnahme eine Reihe an Fragen in den Raum. Dabei wird angedeutet, dass Aspekte wie „persönliche Animositäten, Missgunst oder gar Neid einzelner Gemeinderatsmitglieder der Freien Wählergemeinschaft“ eine Rolle gespielt haben könnten. „Den Spekulationen steht hier eine breite Palette zur Auswahl“, heißt es.

Enttäuschung bei Sporer

Sporer jedenfalls kann seine Enttäuschung nicht verbergen. „Das hätte mich schon gefreut“, sagt er mit Blick auf den entgangenen Ehrenbürger-Titel. Schließlich habe er in den 18 Jahren einiges erreicht – nicht nur die genannten Vorzeige-Projekte, sondern auch Verbesserungen der Infrastruktur. Auch Sporer vermutet „menschliche“ Beweggründe. Einige Vertreter der politischen Konkurrenz gönnten ihm womöglich diese Auszeichnung nicht.

Sporers Nachfolger Bauer kommentiert die heikle Angelegenheit betont trocken. „In unserem Fall hat Herr Altbürgermeister Sporer als Bürgermeister seine Arbeit gemacht, wofür er auch finanziell entlohnt wurde“, erklärt er. Beim Blick auf die im Antrag aufgeführten Großprojekte, sagt Bauer, dass „die von der CSU Dorfgemeinschaft aufgeführten neun Punkte bei einer 18-jährigen Amtszeit für eine solche besondere Ehrung nicht ausreichend sind“. Nicht unerwähnt lässt Bauer, dass Sporer im Sommer vergangenen Jahres der Titel Altbürgermeister verliehen worden sei. „Und er wurde von mir für die Kommunale Verdienstmedaille vorgeschlagen“, fügt Bauer hinzu, der sich nach eigenen Angaben beim Amtswechsel „um einen würdigen und ehrenvollen Übergang bemüht“ habe.

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