1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Großweil

Die Leute nennen es „Alcatraz“: Riesige Lärmschutzmauer landet vor Gericht - Bauträger soll sie weg machen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Roland Lory

Kommentare

2,30 Meter hoch, 130 Meter lang: die umstrittene Lärmschutzwand in Großweil.
2,30 Meter hoch, 130 Meter lang: die umstrittene Lärmschutzwand in Großweil. © Sauer

Richter werden sich mit der umstrittenen Großweiler Lärmschutzmauer befassen. Denn der Bauträger will die Wand nicht abreißen.

Großweil – Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun steht fest: Der Fall der Lärmschutzmauer, die im Großweiler Ortszentrum eine Wohnanlage umgibt, landet vor Gericht. Ausgang: offen.

Die Angelegenheit beschäftigt die Gemeinde Großweil und das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen schon seit 2019. Damals schlugen die Wellen im Dorf hoch. Stein des Anstoßes war die besagte Lärmschutzwand (2,30 Meter hoch, 130 Meter lang) an den „Sonnenhöfen“. Diese bestehen aus zwei Mehrfamilienhäusern sowie vier Doppelhaushälften. Genehmigt war der Wall nicht. Daher stoppte die Kreisbehörde seinerzeit die Arbeiten per Bescheid. Seitdem ging es hin und her in Sachen Mauer, die schnell den plakativen Namen Alcatraz bekam, angelehnt an die US-amerikanische Gefängnisinsel.

Lärmschutzmauer in Großweil sorgt seit 2019 für Ärger: Klage eingereicht

In den Knast wird in der Sache vermutlich niemand kommen. Doch der Bauträger SNI Immoreal hat mittlerweile Klage gegen die Beseitigungsanordnung beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Dies teilte die beauftragte Anwaltskanzlei Mosler und Partner auf Tagblatt-Nachfrage mit. Das Gericht bestätigte, dass die Klage einging. Zuvor hatte das Landratsamt den Bauträger aufgefordert, die Konstruktion zu beseitigen. Die beteiligten Parteien haben zunächst die Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten, das Landratsamt hat bereits die angeforderten Unterlagen beim Gericht vorgelegt.

(Unser GAP-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Die Anwaltskanzlei erklärte, die Klage vor dem Hintergrund erhoben zu haben, dass man von der Rechtswidrigkeit der Beseitigungsanordnung überzeugt sei. Man ist der Auffassung, dass ein Anspruch der Mandantin auf den Bau dieses Lärmschutzwalles besteht. Und die Wand nicht nur bleibt, sondern auch die derzeit bestehende Baueinstellung aufgehoben wird, so dass der Wall planungsgemäß fertiggestellt werden kann. Die Anwaltskanzlei will die Klage in den nächsten Monaten noch begründen.

Großweil: Bei der Lärmschutzmauer geht es um die Verkehrssicherheit

Als der Streit 2019 losbrach, ging es bereits um Sichtdreiecke, die nicht eingehalten werden könnten. Bürgermeister Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft) sieht diesen Umstand ebenfalls als Knackpunkt – und die Verkehrssicherheit gefährdet. „Das Sichtdreieck ist nicht frei“, betont der Rathauschef. Und zwar wenn Traktoren oder auch Autos mit langer Motorhaube aus Richtung Kleinweiler Straße kommen. Diese Fahrzeuge „müssen sich vortasten. Traktoren sehen gar nichts“. Es gebe zwar einen Spiegel, der aber „nicht ideal“ sei. Man müsse eine andere Lösung finden, bekräftigt der Bürgermeister.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen finden Sie auf Merkur.de/Garmisch-Partenkirchen.

Andreas Sauer und Roland Lory

Auch interessant

Kommentare