+
Brauchen Geduld: Die Musiker der Kapelle Groß- und Kleinweil, hier bei einer Serenade am Kriegerdenkmal der Gemeinde, müssen bis zu ihrem Jubiläumsfest, das heuer stattfinden sollte, noch zwei Jahre warten. F

Gehofft bis zuletzt

Corona-Krise: Bei Musikkapelle Großweil zwei Höhepunkte abgeblasen

Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Musikkapelle Groß- und Kleinweil fallen heuer wegen der Corona-Krise aus. Ebenso wurde das Bezirksmusikfest, das die Kapelle in diesem Zusammenhang ausrichten sollte, abgesagt. Ein Ersatztermin steht mittlerweile fest – aber erst im Mai 2022. Die Enttäuschung im Dorf ist aktuell groß.

Großweil – Bis zuletzt hatten sie gebangt und gehofft, doch schließlich erwischte es auch sie – wie alle anderen Veranstalter in ganz Deutschland. Monatelange Vorbereitungen fürs 100-jährige Gründungsjubiläum lagen hinter Dirigent Josef Burkart und den Mitgliedern der Musikkapelle Groß- und Kleinweil, wobei sie auch als Ausrichter des Bezirksmusikfestes aufgetreten wären. Die Festlichkeiten waren für 9. bis 13. Juli dieses Jahres vorgesehen. Doch die Freude sämtlicher Beteiligten auf die bevorstehende Großveranstaltung wurde durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen jäh unterbrochen. Anfang April stand fest: Alles muss abgeblasen werden.

Doch sollten die engagierten Musikanten nun einfach aufgeben? Schnell wurde im Festausschuss klar, dass die Großveranstaltung nachgeholt werden sollte. Und zwar erst vom 12. bis 16. Mai 2022, weil sich bei einem Termin 2021 Organisationsprobleme ergeben hätten, wie etwa bei den geplanten Auftritten verschiedener Musikgruppen und beim Festwirt. „Unser Bedauern ist groß, die Stimmung bei unseren Musikanten gedrückt, und im Festausschuss herrscht große Betroffenheit“, sagt der Erste Vorsitzende der Kapelle, Marcus Sporer. „Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen. Wir wollen 2022 auch das Bezirksmusikfest ausrichten“, erklärt der 28-jährige Elektroniker mit Nachdruck. „Der Musikbund von Ober- und Niederbayern ist bereits informiert und begrüßt unsere Entscheidung.“ Der stellvertretende Dirigent Werner Staab (48), der hauptberuflich als Berufsschullehrer arbeitet, ergänzt: „Wir haben schon Anfang, Mitte April mit dem Umplanen angefangen. Durch die Lockerungen dürfen Kapellen mit Abstand zwischen den Musikern und unter Einhaltung der Hygiene-Regeln wieder anfangen zu proben.“ Die beiden hoffen, in etwa das gleiche Programm wie ursprünglich geplant auf die Beine stellen zu können: mit einem „Tag der Nachbarschaft“ nebst Sternmarsch der Kapellen aus den umliegenden Gemeinden, einem Partyabend, bei dem die Habacher Kapelle „Hubavenka“ sowie die bekannte Schweizer Gruppe „Fäaschtbänkler“ auftreten, und einem Bayerisch-Böhmischen Abend mit den Spitzenkapellen „Die Blechböhmischen“, „Hallgrafen“ und „Waidigel“.

Traditionsgemäß beginnt das Bezirksmusikfest am folgenden Sonntag mit einem Kirchenzug und einer Feldmesse, gefolgt von einem zünftigen Marschmusikwettbewerb und einem Festzug durch den ganzen Ort, an dem sich in der Regel 40 Kapellen und Trommlerzüge beteiligen. „Die Karten-Rückerstattung ist bereits angelaufen“, sagt Sporer. Von der Homepage www.musikkapel le-grossweil.de kann man sich ein Formular herunterladen und dieses ausgefüllt zusammen mit den Eintrittskarten an das Postfach 4101 in 82320 Starnberg senden. Dann wird das komplette Eintrittsgeld überwiesen. Alternativ hierzu könnte auch die erste CD der Kapelle zugesandt werden, die 2019 aufgenommen wurde.

Gegründet worden war die Kapelle von neun Groß- und Kleinweilern, die Leitung hatte damals Anton Schweller. Während des Zweiten Weltkriegs musste die Gruppe aufgelöst werden, weil die Männer eingezogen wurden. 1947 erfolgte die Widergründung unter Leitung des Berufsmusikers Franz Troll, der aus Reichenberg im Sudetenland stammte und mit 16 Musikanten den Spielbetrieb wieder aufnahm. „Mit der Kapelle ist es immer wieder weitergegangen, und wir werden auch die Corona-Krise überstehen“, sagt Sporer zuversichtlich. „Der Zusammenhalt der Musiker ist großartig, und alle, die man im Dorf fragt, sind bereit, uns zu unterstützen. Wir ziehen am gleichen Strang.“

Heino Herpen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tragisches Unglück am Pürschling: Wanderin hört seltsames Geräusch - dann sieht sie ihren Mann in den Tod stürzen
Ein trauriges Ende nahm am Mittwoch eine Bergtour im Ammergebirge. Vor den Augen seiner Frau stürzte ein Wanderer am Pürschling in den Tod.
Tragisches Unglück am Pürschling: Wanderin hört seltsames Geräusch - dann sieht sie ihren Mann in den Tod stürzen
Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Die Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Die Anlieger haben die Nase gestrichen voll. Die öffentlichen Parkplätze am Schwarzenfeld vor ihren Häusern werden zunehmend als Campingplatz missbraucht.
Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Die Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Bürgermeister von Ohlstadt erhält kuriosen Besuch auf seiner Terrasse
So etwas erlebt man nicht alle Tage. Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer traf auf seiner Terrasse einen ungewöhnlichen Gast an: eine fremde Schildkröte.
Bürgermeister von Ohlstadt erhält kuriosen Besuch auf seiner Terrasse
Großeinsatz in der Nacht: Mann rennt nach Unfall davon - Er hatte keinen Führerschein
Einen Großeinsatz hat ein Passauer (30) in der Nacht auf Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen verursacht. Mit seinem Kleinbus baute er kurz nach dem Tunnel Farchant …
Großeinsatz in der Nacht: Mann rennt nach Unfall davon - Er hatte keinen Führerschein

Kommentare