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Tradition wird großgeschrieben: Die Zimmerer Jürgen Meiershofer (r.) und Alexander Pilz stoßen zum Richtfest auf dem Gerüst am neuen Eingangsgebäude mit Weißwein an.

Richtfest auf der Glentleiten

Ein neues Tor zur Museumswelt

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Der Bau des neuen Eingangsgebäudes für das Freilichtmuseum Glentleiten kommt gut voran. Jetzt wurde das Richtfest gefeiert. Der 13,5 Millionen Euro teure Komplex soll nächstes Jahr zum Saisonstart im März fertig sein.

Großweil – Noch herrscht Baustellen-Charme, aber allmählich erhält das neue Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Glentleiten oberhalb von Großweil sein Gesicht: Der Rohbau der rund 70 Meter langen, zweigeschossigen Konstruktion steht – und fügt sich harmonisch in die Natur ein. Mit viel Holz wird ein ländlicher Stil aufgegriffen. Die Handwerker sind bereits mit dem Innenausbau beschäftigt. Die Lage ist gigantisch: Von der Terrasse aus, auf der mal ein Biergarten entstehen soll, hat man einen herrlichen Blick über den Kochelsee.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) – das Museum ist eine Einrichtung des Bezirks Oberbayern – war bei der Hebauf-Feier voll des Lobes: „Die Arbeit kann sich sehen lassen“, sagte er in seiner Rede vor den zahlreichen Gästen. Dazu zählten Vertreter der Politik, der am Bau beteiligten Firmen und des Museums. „Ich bin sehr glücklich, was wir bisher geschafft haben.“ Es entstehe ein „attraktives Eingangstor“ zu dem weitläufigen Gelände, das mit seinen historischen Anwesen einen Einblick in den Alltag der Menschen Oberbayerns anno dazumal bietet und jedes Jahr zwischen 130 000 und 140 000 Besucher anlockt.

Es ist gerade mal ein Dreivierteljahr her, dass mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für das ambitionierte Bauvorhaben gegeben wurde. Laut Mederer liegt man gut im Zeitplan. Aller Voraussicht nach kann nächstes Jahr pünktlich zum Saisonstart am 19. März die Eröffnung gefeiert werden. Und auch der Kostenrahmen werde eingehalten, berichtete der Bezirkstagspräsident.

Der verantwortliche Münchner Architekt Florian Nagler, der sich mit seinem Konzept bei einem Wettbewerb unter fast 300 Einsendungen durchgesetzt hatte, ist ebenfalls zufrieden: „Das ist ein Haus, das gut in die Landschaft passt.“ Darauf hätten er und sein Team besonders Wert gelegt.

Nicht fehlen durfte bei der Veranstaltung der traditionelle Richtspruch der Zimmerer. „Ein Hoch auf den Bauherren“, sagte Jürgen Meiershofer von der Firma Gumpp & Maier aus Binswangen – bevor er und sein Kollege Alexander Pilz mit Weißwein anstießen und anschließend die Gläser auf den Boden warfen.

Der Neubau soll bekanntlich künftig nicht nur einen Empfangsraum und die Kasse beherbergen, sondern unter anderem auch eine Fläche für Sonderausstellungen, sanitäre Anlagen, den Museumsladen sowie eine Gastronomie mit Schaubrauerei. Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz verspricht sich davon eine „hohe Service-Qualität“. Es gehe darum, erklärt sie, das Willkommen der Besucher aufzuwerten und ihnen eine optimale Orientierung zu bieten. Das bisherige Eingangsgebäude könne diese Funktionen nicht ausreichend erfüllen: Es sei nicht mehr zeitgemäß und zu klein.

Spannend ist die Frage, wer für die besagte Gastronomie den Zuschlag erhält. Angeblich interessieren sich auch hiesige Betriebe dafür. Derzeit läuft noch das Auswahlverfahren. Man sei dabei, die Bewerbungen zu sichten, sagt Mederer. Details nennt er nicht. Bis September soll die Entscheidung fallen. Fest steht: Die Besucher sollen sich in einer oberbayerischen Wirtschaft erfrischen. Mederer: „Wir wollen das Regionale in den Mittelpunkt stellen.“

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