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Die Verträge sind unterzeichnet: (v. l.) Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Gaststätten-Pächterin Victoria Schubert-Rapp und Wirtin Franziska Schwinghammer. Im Hintergrund ist das neue Eingangsgebäude zu sehen, das nächstes Jahr eröffnet wird.

Pächter für neue Glentleiten-Gastronomie

Brauerei Karg macht das Rennen

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Das Geheimnis ist gelüftet: Murnaus Traditionsbrauerei Karg übernimmt zum Saisonstart 2018 im Freilichtmuseum Glentleiten die neue Gastronomie samt Schaubrauerei. Jetzt wurde der Pachtvertrag unterschrieben. Das bayerische Lokal ist das Herzstück des Eingangsgebäudes, das derzeit entsteht.

Großweil – Josef Mederer (CSU) war  gut gelaunt: „Jetzt ist es amtlich. Auf eine gute Zusammenarbeit“, sagte der Bezirkstagspräsident, nachdem er vor den Augen der Pressevertreter seinen Namen unter den Pachtvertrag für die neue Glentleiten-Gastronomie gesetzt hatte. Sein künftiger Geschäftspartner ist die alteingesessene Murnauer Brauerei Karg, vertreten durch Juniorchefin Victoria Schubert-Rapp.

Pünklich zum Saisonbeginn und zur Eröffnung des neuen Eingangsgebäudes (Kostenpunkt: rund 13,5 Millionen Euro) im nächsten Jahr am 19. März soll es losgehen – und das erste Glentleitner Bier ausgeschenkt werden. Der Bezirk ist Betreiber des weiträumigen Museums hoch über Großweil, das einen Einblick in das Leben und Arbeiten der Menschen Oberbayerns anno dazumal gewährt.

Die Brauerfamilie Schubert managt die Gaststätte nicht alleine, sondern holt sich mit der Bad Kohlgruber Wirtin Franziska Schwinghammer, die mit ihrem Mann die Hörnlehütte bewirtschaftet, eine erfahrene Partnerin als Unterpächterin mit ins Boot. Die Aufgabenteilung: Die Schuberts stellen in einer Schaubrauerei den Gerstensaft her – und Schwinghammer schultert mit ihrem Team die Gastronomie. Von „geballter Frauenkraft“ sprachen die beiden Damen auf der Pressekonferenz, die in einem der Bauernhäuser stattfand.

Das Auswahlverfahren, das sich über Monate hinzog, wurde in der Branche sehr genau verfolgt. Schließlich gehört das geplante Museumslokal nicht gerade zu den kleinen Wirtschaften in der Region. Im Inneren sind rund 120 Sitzplätze und ein Vortragsraum vorgesehen. Und die Terrasse mit einem herrlichen Ausblick auf die Berge und den Kochelsee bietet ebenfalls Platz für 120 Gäste. Wie viele Bewerber es gab, das wollte Mederer nicht verraten. Nur soviel: Es waren „mehr als einer“. Insgesamt hätten sich „18 bis 19 Interessenten“ gemeldet.

Besucher können Brauvorgang live miterleben

Völlig überraschend ist die Nachricht nicht, dass Karg den Zuschlag erhielt. Der Name kursierte in der Gerüchteküche. Die Wahl sei auf das Murnauer Unternehmen gefallen, erklärt der Bezirk Oberbayern in einer Pressemitteilung, weil es „am besten von allen Bewerbern die geforderten Kriterien erfüllt, was Qualität, Regionalität, Kreativität, Organisation der Arbeitsabläufe, Serviceorientierung und Nachhaltigkeit angeht“. Karg und Schwinghammer „vereinen so gemeinsam die geforderten Kompetenzen – Erfahrung in saisonbetriebener Gastronomie und in der oberbayerischen Braukunst“, heißt es weiter. Mederer, der selbst einmal das Handwerk des Brauers gelernt hat, sprach von einem „schlüssigen und sehr guten Konzept“. Auch Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz ist zufrieden: „Wir sind jetzt wunderbar aufgestellt.“ Dem Bezirk ist es wichtig, dass die Besucher bald die Möglichkeit haben, den Brauvorgang live mitzuerleben. Damit soll in der Einrichtung, die jedes Jahr um die 130 000 Besucher zählt, das Thema Bier eine wichtige Rolle einnehmen.

Schubert-Rapp freut sich indessen auf die „Herausforderung“, eine Außenstelle zu gründen. „Das hat uns gejuckt“, sagte sie. Die ausgebildete Getränkebetriebswirtin betreibt mit ihrem Vater Franz Schubert die regionale Weißbier-Brauerei Karg in vierter Generation. Auf der Glentleiten sollen untergärige Sorten entstehen, also beispielsweise Helles, Märzen oder Bock – pro Jahr bis zu 500 Hektoliter. Das Fachwissen sei in ihrer Firma reichlich vorhanden, versichert Schubert-Rapp. Und es gebe bereits viele Ideen. „Wir scharren alle schon mit den Hufen.“

Auch der Gastro-Bereich erfordert viel Know-how, weil er sowohl an besucherstarken als auch an ruhigen Tagen funktionieren muss. Schwinghammer setzt daher auf ein flexibles Personalmodell. Die Wirtin will eine bayerisch-bodenständige Küche mit regionalen Produkten anbieten.

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