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Möglicher Kandidat für das Dorferneuerungsprogramm: die Gemeinde Großweil.

Anliegen der Freien Wählergemeinschaft

Projekt Dorferneuerung: Frischzellenkur für Großweil

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Die Dorferneuerung ist bayernweit ein Erfolgsmodell – und möglicherweise auch was für Großweil. Die Freie Wählergemeinschaft drängt jedenfalls darauf, dass sich auch die kleine Loisach-Gemeinde um eine Aufnahme in das Förderprogramm des Freistaats bemüht. An Ideen, was man alles anpacken könnte, mangelt es nicht.

Großweil – Der Freistaat Bayern nimmt viel Geld in die Hand, um den ländlichen Raum zu stärken – und damit die Dörfer fit für die Zukunft zu machen. Eine große Rolle spielt dabei das Programm zur Dorferneuerung, das bereits seit Ende der 1970er Jahre besteht. Derzeit laufen allein in Oberbayern 140 dieser Initiativen, die das Amt für Ländliche Entwicklung koordiniert. Die Palette der Projekte, für die es mitunter stattliche Zuschüsse gibt, ist lang. Sie reicht von neu gestalteten Ortsplätzen und Straßen bis hin zu Treffs der Dorfgemeinschaft.

Auch in Großweil werden nun Stimmen laut, die die Teilnahme an einem solchen Programm fordern. Treibende Kraft ist dabei die Freie Wählergemeinschaft, die das Anliegen zu einem Schwerpunktthema ihres Wahlkampfs gemacht hat. Frank Bauer, Bürgermeisterkandidat der Gruppierung, die im Gemeinderat die Mehrheit stellt, ist von der Dorferneuerung mit breiter Bürgerbeteiligung überzeugt: „Das wäre ein Chance für den Ort“, sagt der Vize-Rathauschef. Denn viele anstehende Projekte könnte man unter diesem Dach umsetzen – und finanzielle Unterstützung dafür in Anspruch nehmen. Bauer und seine Mitstreiter haben bereits ihre Fühler ausgestreckt und Kontakt mit dem Amt für Ländliche Entwicklung aufgenommen. Die Aussichten scheinen ganz gut zu sein: „Großweil ist höchst förderwürdig“, berichtet Bauer. Es seien Zuschüsse von bis zu 65 Prozent möglich. „Wir brauchen die Dorferneuerung“, betont der 47-jährige Notfallsanitäter, der bei der Kommunalwahl der einzige Herausforderer des amtierenden Gemeinde-Oberhaupts Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft) ist. Der Ort sollte sich „unbedingt“ noch heuer bewerben. Die Freie Wählergemeinschaft plane dazu einen entsprechenden Antrag.

Deren Wunschliste ist lang, angefangen bei neuen Gehwegen und der Gestaltung von Dorfplätzen bis hin zum Bau eines Vereinestadels und der Aufbereitung der Ortsgeschichte, um nur einige Beispiele zu nennen. Ein weiteres, großes Vorhaben könnte möglicherweise ebenfalls im Rahmen der Dorfentwicklung aufgegriffen werden. Denn die Gemeinde kauft, wie Bürgermeister Sporer auf Nachfrage bestätigt, den Gasthof zur Loisach – „für etwas über einer Million Euro“, wie er hinzufügt. Nächstes Jahr soll der Deal über die Bühne gehen. Der Saal der Gastronomie – für die Vereine ein wichtiger Veranstaltungsort – muss wahrscheinlich saniert oder gleich neu gebaut werden.

Sporer kann sich jedenfalls mit der Idee, bei der Dorferneuerung mitzumachen, anfreunden. „Das wäre durchaus was“, sagt er. Neu sei das Thema allerdings nicht. Großweil habe sich schon 2003 und 2007 darum bemüht. Daraus sei aber nichts geworden, da zur gleichen Zeit bereits Flurneuordnungsverfahren angestanden seien. Doch nach deren Abschluss sei nun der Weg frei.

Einfach wird das Prozedere allerdings nicht. Mit rund 1500 Einwohnern hätte Großweil die richtige Größe für das Programm, das sich an Kommunen richtet, in denen nicht mehr als 2000 Menschen leben. Es reicht aber nicht aus, nur auf Finanzspritzen zu schielen. Entscheidend ist, dass die Bürger mit ins Boot geholt werden und gemeinsam mit der Politik Konzepte entwickeln. Den Beginn macht in der Regel der Besuch eines Seminars in der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten. „Ohne Bürgerbeteiligung wird ein Dorferneuerungsprogramm nicht in die Gänge kommen“, sagt dazu Monika Hirl vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern.

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