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Ungewohntes Bild: Der Damm ist nach den Rodungen viel mehr einsehbar.

Aktion des Wasserwirtschaftsamts an der Loisach

Rodung löst Kritik aus

Nicht jeder hat Verständnis: Die großflächigen Rodungen am Loisachdamm in Großweil waren laut Wasserwirtschaftamt aber notwendig.

Großweil – Bäume und Buschwerk wurden in den vergangenen Tagen im großen Stil am Loisachdamm bei Großweil abgeholzt. „Das ist schon extrem. Da steht fast nichts mehr“, kritisiert Lydia Flieger. Die Kleinweilerin hat sich ans Murnauer Tagblatt gewandt und will den Grund für die Rodung erfahren. Doch was für Flieger auf den ersten Blick wie ein Frevel an der Natur aussehen mag, war laut Horst Hofmann absolut notwendig. Wie der Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim (WWA) vom Bereich Wasserbau/Gewässerentwicklung auf Nachfrage mitteilt, sei das Fällen und Entbuschen eine wichtige Form der Deichpflege.

„Starker Bewuchs bremst das Wasser. Dadurch kann sich Schwemmgut an der Wasserseite stauen.“ Außerdem bestehe die Gefahr, dass dort wachsende Bäume bei Sturm entwurzelt werden. Dabei könne ein so genannter „Wurfkrater“ entstehen. „Und der macht den Deich instabil.“

Hofmann betont, dass seine Behörde als Eigentümerin des Loisachdammes dazu verpflichtet sei, „regelmäßig den Deich zu unterhalten“ und ihrer Verkehrssicherungspflicht dort nachzukommen. Im Gebiet zwischen der so genannten rauen Rampe flussaufwärts bis hinauf zur Autobahnbrücke sei die Deichpflege mittlerweile abgeschlossen. Wobei rund um die Rampe angesichts des dort geplanten Baus eines Schachtkraftwerks „recht großzügig“ abgeholzt worden sei. Dabei seien neben Weiden und Pappeln auch einige große Eschen gefällt worden, die am so genannten Eschentriebsterben erkrankt waren.  „Aber eigentlich sind unsere Leute gehalten, dass sie mit Augenmaß walten“, versichert Hofmann. Schöne alte und vor allem gesunde Bäume würden auch gezielt stehen gelassen. Ihm zufolge ist es notwendig, dass ein Damm einsehbar ist. Nur so könnten die Fachleute seiner Behörde bei den regelmäßig stattfindenden Begehungen Schwachstellen im Damm erkennen; etwa Abrutschungen. 

Lydia Flieger findet trotzdem, dass auf dem Damm „zu radikal“ abgeholzt wurde. Ihrer Ansicht nach hätte man große Bäume ruhig stehen lassen können. Die wären auch bei Begehungen nicht hinderlich.

Bei der Rodung wurde laut Hofmann festgestellt, dass der Biber in dem Gebiet aktiv ist. Vor allem auf der kleinen renaturierten Insel unterhalb der Brücke nach Kleinweil sei er „fleißig zugange“. Solange die Tiere aber nicht damit beginnen, den Damm anzuwühlen, werde nichts unternommen. In der nächsten Zeit wird das WWA am Damm weiter Bewuchs entfernen, kündigt Hofmann an. Konkret in dem Gebiet zwischen der Brücke nach Kleinweil flussabwärts Richtung Schlehdorf. Bis März hat die Behörde dafür Zeit.

Franziska Seliger

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