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Der Modellversuch des Schaftkraftwerks in Obernach.

Klage der Naturschützer

Schachtkraftwerk Großweil: Deutliche Verzögerung

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Großweil - Wann das Schachtkraftwerk Großweil gebaut wird, ist völlig offen. Die Klage der Naturschützer verzögert das Projekt erheblich.

"Verfügbar und vorhersehbar“ ist für Professor Peter Rutschmann die Wasserkraft. Deshalb hat der Inhaber des Lehrstuhls für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Technischen Universität (TU) München diese auch vorrangig im Blick, wenn es um den Einsatz erneuerbarer Energien geht. „Gerade in Bayern spielt sie bei der angestrebten Energiewende eine große Rolle“, erklärte er gestern Nachmittag in der TU-Versuchsanstalt Obernach. Um in den ökologisch meist sehr sensiblen Gebieten – wie an der Loisach bei Großweil – drastische Eingriffe zu vermeiden, haben er und sein Team ein Schachtkraftwerk entwickelt. Bei dieser Technologie verschwinden die Turbinen und der Horizontalrechen in einem Schacht im Wasser. Ein Modellversuch läuft in Obernach und belegt, dass verschiedene Fische unterschiedlicher Größe den Bau in der Regel unbeschadet passieren. „Das Risiko ist minimal“, betont der Professor. Genau das war sein Anspruch an diese umweltverträgliche Technik: „Schließlich wollen wir keine Fische mit den Turbinen schreddern.“

Daran liegt auch Großweils Bürgermeister Manfred Sporer, der den Bau eines Wasserkraftwerks seit Jahren vorantreibt. Als Partner stehen ihm die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen (55 Prozent) und das Kraftwerk Farchant (20 Prozent) zur Seite. Ihr Ziel: Die Anlage, durch die 600 Durchschnitts-Haushalte mit Energie versorgt werden können, zu bauen, damit sein Dorf mit einem Schlag energieautark wird. Den steinigen Weg von ersten Kooperationsgeprächen 2010 bis heute schilderte Günther Rösch, Technischer Leiter der Gemeindewerke und Geschäftsführer der Wasserkraftwerk Großweil GmbH, vor zahlreichen Vertretern der Presse.

Im Dezember 2014 lag endlich das ersehnte Grüne Licht von Landratsamt vor. Die Freude darüber währte allerdings nicht lange, bereits wenige Wochen später reichten der Bund Naturschutz und der Landesfischereiverband Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht ein. „Somit sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir nur abwarten können“, sagt Sporer.

Vor wenigen Tagen ist die Begründung der Naturschützer und der Fischer am Landratsamt eingegangen. „In ihrer Begründung für die Klage zielen sie vor allem auf die Lage im FFH-Gebiet und das Ausmaß des Eingriffs ab“, erklärt Behördensprecher Stephan Scharf. „Außerdem berufen sie sich auf die Alpenkonvention.“ Seine Kollegen sind nun dabei, Stellungnahmen von den Fachabteilungen sowie von Vertretern der Regierung von Oberbayern und des Wasserwirtschaftsamts Weilheim einzuholen. „Das wird dann zusammengefasst und geht als Begründung an die Regierung von Oberbayern, die den Freistaat als Beklagten vertritt“, schildert Scharf das Procedere.  Wie lange das alles dauert und wann eine Entscheidung des Gerichts zu erwarten ist, kann er nicht abschätzen. „Fest steht nur, dass sich alles verzögern wird.“

Mit den Argumenten der Kläger hadert derweil Rösch. In zahlreichen Gutachten – „für die mittlerweile mehr als 110 000 Euro ausgegeben wurden“ – sei nachgewiesen worden, dass die Population der Fische nicht gefährdet sei. Auch der befürchtete Schaden für die Natur bleibe aus. Was ihm besonders sauer aufstößt, ist die Erinnerung an den mündlichen Erörterungstermin im Juli 2014 in Großweil. „Der Bund Naturschutz und der Landesfischereiverband haben daran nicht teilgenommen – aber nach der Genehmigung Klage eingereicht.“

Tanja Brinkmann

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