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Schaden dürfte beträchtlich sein

„So etwas habe ich noch nie erlebt“: Heftiges Unwetter wütet über Großweil

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Ein heftiges Unwetter hat am späten Freitagnachmittag die kleine Ortschaft Großweil kalt erwischt. Es kam zu Überschwemmungen, Wassereinbrüchen und Murenabgängen. Über 100 Feuerwehrkräfte aus der gesamten Region waren im Dauereinsatz.

Großweil – So manch ein Großweiler fühlte sich am Freitag an die Hochwasser-Katastrophe von 1999 erinnert. Doch diesmal ging die Gefahr nicht von der Loisach aus, sondern kam von oben. Genau über der rund 1450 Einwohner starken Gemeinde entlud sich nämlich kurz nach 16 Uhr eine Gewitterzelle. Es hatte zwar eine Unwetterwarnung gegeben. Aber dass es so heftig wird, damit hatte niemand gerechnet. „Das war unvorhersehbar“, berichtet Feuerwehr-Kommandant Jakob Waas, der die Einsatzleitung hatte.

Die Rede ist von etwa 70 bis 80 Litern pro Quadratmeter, die stellenweise innerhalb kürzester Zeit herabregneten. Fachleute sprechen von einem „punktuellen Starkregen“, wenn der Himmel über einem verhältnismäßig kleinen Gebiet seine Schleusen öffnet. Im besagten Fall war vor allem der Ortsteil Großweil betroffen, Zell und Kleinweil blieben anscheinend weitgehend verschont.

Gewerbegebiet stark betroffen

Die Böden waren nicht mehr in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. Die Folge: überflutete Straßen und Keller. „Die Einsätze kamen im Sekundentakt“, sagt Waas. Er schätzt, dass etwa 20 bis 30 Gebäude betroffen waren. Die Großweiler Feuerwehr bekam tatkräftige Unterstützung aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen, nämlich aus Schlehdorf, Kochel, Ohlstadt, Murnau, Grafenaschau, Seehausen und Partenkirchen. Insgesamt waren über 100 Mann mit ihren Gerätschaften vor Ort. Sie waren vor allem damit beschäftigt, Wasser abzupumpen, an neuralgischen Standorten Sandsäcke als Schutz aufzutürmen und den Verkehr umzuleiten. In manchen Kellern war dem Vernehmen nach das Wasser bis zu einem halben Meter tief. Gegen 18.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Den entstandenen Schaden wagte am Freitagabend niemand zu beziffern. Er dürfte beträchtlich sein. Denn von den Fluten erwischt wurden auch größere Firmen.

In Mitleidenschaft gezogen wurden vor allem zwei Bereiche: Zum einen war dies das Gewerbegebiet „In der Au“, das sich teilweise in eine Seenlandschaft verwandelt hatte. Laut Augenzeugen schoss das Wasser von einem Hang wie ein Bach auf die Wirtschaftsflächen herein. Der zweite Brennpunkt war die Mühlstraße, der tiefste Punkt des Ortes. Dort konnte der Kanal die Niederschlagsmenge nicht mehr aufnehmen, an den Gullys trat daher das Wasser über. Aber auch andere Quartiere, etwa der Bereich Am Tagebau und Gstädtstraße, bekamen die Naturgewalt erbarmungslos zu spüren.

Damit nicht genug: Der Starkregen löste, wie aus Feuerwehrkreisen zu erfahren war, bei der Autobahn-Anschlussstelle und an der Staatsstraße Richtung Murnau Erdrutsche aus. Die beiden wichtigen Zufahrtswege mussten daher gesperrt werden. Wer beispielsweise von Murnau nach Großweil wollte, dem blieb nur der Umweg über Sindelsdorf.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, meinte Großweils Bürgermeister Manfred Sporer (CSU), der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte. Der Rathaus-Chef spricht von einem „immensen Starkregen-Ereignis“. Aber insgesamt betrachtet sei man noch glimpflich davongekommen.

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