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Startschuss für Kraftwerksbau: (v. l.) Großweils Bürgermeister Manfred Sporer, Prof. Dr. Peter Rutschmann (TUM), Günther Rösch (Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen), Landrat Anton Speer, Staatsministerin Ilse Aigner, Wodan Lichtmeß (Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen) und Markus Poettinger (Kraftwerk Farchant) beim Spatenstich. 

Spatenstich für Großweiler Schachtkraftwerk

Vorzeige-Projekt der Energiewende

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Das war eine schwere Geburt: Nach jahrelanger Planung konnte jetzt der symbolische Spatenstich für den Bau eines umweltfreundlichen Schachtkraftwerks in der Loisach bei Großweil begangen werden. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sieht darin eine „echte Pionierleistung“.

Großweil – Fast hätte Staatsministerin und CSU-Spitzenfrau Ilse Aigner nach ihrer Ansprache im Großweiler Feuerwehrhaus das Wichtigste vergessen: Sie überreichte den Initiatoren des geplanten Schachtkraftwerks ein fototaugliches Dokument, auf dem der Zuschussbetrag gut zu lesen war. Rund 1,9 Millionen Euro steuert der Freistaat bei, damit diese neuartige, von der Technischen Universität München (TUM) entwickelte Anlage zur Gewinnung von Öko-Strom realisiert werden kann. Geld, das benötigt wird. Ohne diese Förderung – das war bei dem Festakt zu erfahren – wäre das Ganze nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwa 5,4 Millionen Euro. Der Investor ist die Wasserkraftwerk Großweil GmbH (wir berichteten). Als Gesellschafter ziehen die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, das Kraftwerk Farchant und die Gemeinde Großweil an einem Strang.

Aigner ist Feuer und Flammen für das innovative Konzept, das in dieser Form weltweit einmalig ist: „Das ist die optimale Verbindung von Ökologie und Ökonomie“, schwärmte die Politikerin. Die Wasserkraft leiste einen „erheblichen Beitrag zur Energiewende“. Und sie sei gerade hier in der Region „rund um die Uhr verfügbar“.

Was ist das Besondere an dem Schachtkraftwerk? Es wird an dem bestehenden Wehr „Raue Rampe“ im Nordwesten des Dorfs in die Loisach regelrecht hineingebaut und ist dann kaum noch zu sehen. Das Wasser stürzt einen zweieinhalb Meter tiefen Schacht hinunter und treibt dort zwei Turbinen an. Auf diese Weise sollen jedes Jahr circa 2,4 Gigawattstunden Strom erzeugt werden. Das würde rein rechnerisch für 800 Haushalte reichen – also in etwa für ganz Großweil. Ein spezieller Horizontalrechen soll verhindern, dass Fische in die Turbinen geraten, sich verletzen oder sterben. Auf- und Abstiege sollen außerdem den Tieren helfen, den Abschnitt schadlos zu überwinden. In einer Versuchsanstalt der TUM in Obernach wurde dies ausgiebig getestet. Projektleiter Prof. Dr. Peter Rutschmann ist davon überzeugt, dass diese Vorgehensweise die Wasserkraft „revolutionieren“ wird. „Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr von diesen Schachtkraftwerken sehen werden“, sagte der Wissenschaftler.

Und auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ist sehr angetan. Es sei ihm ein „persönliches Anliegen“, erklärte er auf Tagblatt-Nachfrage, dass im Landkreis weitere vergleichbare Wasserkraftwerke entstehen. „Wir haben viele Möglichkeiten.“

Wenn alles glatt läuft, könnte das Bauwerk in Großweil nächstes Jahr um diese Zeit fertiggestellt sein und in Betrieb gehen. Bürgermeister Manfred Sporer (CSU), der zusammen mit Günther Rösch (Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen) Geschäftsführer der besagten Wasserkraftwerk Großweil GmbH ist, geht davon aus, dass sich der Kapitaleinsatz nach 20 Jahren refinanziert hat. Einnahmen werden über den Stromverkauf erwirtschaftet.

Leicht war es nicht, das Vorhaben auf den Weg zu bringen. Erste Überlegungen liegen zehn Jahre zurück. Es gab immer wieder Probleme und Widerstände. So befürchteten Naturschutzverbände eine Schädigung des Fischbestandes in dem sensiblen FFH-Gebiet. Im Zuge eines Gerichtsverfahrens stimmten sie jedoch einem Kompromiss zu, der auf verschärfte Auflagen abzielte.

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