Um eine inszenierte Marienerscheinung geht es in dem Stück „Braunschlag“, mit dem die Neuwirtbühne ihre neue Spielsaison eröffnet. Hier sind bei der Probe die Schauspieler (v.l.) Rudi Schmid, Andi Glas, Josef Daser und Cordula Wild zu sehen. Foto: Herpen
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Um eine inszenierte Marienerscheinung geht es in dem Stück „Braunschlag“, mit dem die Neuwirtbühne ihre neue Spielsaison eröffnet. Hier sind bei der Probe die Schauspieler (v.l.) Rudi Schmid, Andi Glas, Josef Daser und Cordula Wild zu sehen.

Ensemble wagt Saisonstart mit ausgeklügeltem Hygienekonzept

Neuwirtbühne: Theater unter erschwerten Bedingungen

Die Corona-Pandemie hat das kulturelle Leben in der Region und weit darüber hinaus fast völlig zum Erliegen gebracht. Doch nun gibt es in Großweil einen Lichtblick: Die für ihre bayerisch-deftigen Volksstücke bekannte, renommierte Neuwirtbühne wagt unter strikten Vorgaben einen Neuanfang. Als die Einzigen in der Region spielt das Ensemble in einem geschlossenen Saal.

Großweil – Am Freitag, 23. Oktober, öffnet sich zur Freude alle Theaterfreunde wieder der Vorhang der Großweiler Neuwirtbühne im Saal von Fröhlichs Wirtshaus. Gezeigt wird ein satirisch angehauchtes Stück, das den Titel „Braunschlag“ trägt. „Wir haben zusammen mit dem Wirt Benjamin Fröhlich ein Hygienekonzept erstellt, wobei nur eine bestimmte Anzahl an Personen in den Saal darf“, sagt Theaterleiter Josef Daser. „Dabei haben wir alle derzeit geltenden Auflagen und Richtlinien streng befolgt. Wir haben eine neue Tischordnung mit einer Abstandsregelung von eineinhalb Metern eingeführt, es werden nur Gruppen und Familien mit mindestens vier Personen oder Besucher aus zwei Haushalten angenommen.“ Pro Tisch dürften außerdem nur zehn Personen sitzen. Reservierungen seiend unbedingt erforderlich. Im Saal, der ansonsten über knapp 100 Sitzplätze verfügt, werden somit nur 45 Zuschauer untergebracht.

Besucher müssen Masken tragen

„Wir holen alle Gäste am Eingang ab, damit es keinen Stau gibt, und kassieren erst oben im Saal“, erläutert Daser die Vorgehensweise. „Alle müssen Masken tragen, auch beim Gang zur Toilette. Nur am Tisch dürfen sie die Masken abnehmen – so wie sonst auch in Gaststätten üblich.“

Die Erleichterung, dass es mit dem Spielbetrieb weitergeht, ist dem Vollblutmimen, der auch selbst schon mehrere Stücke verfasst hat, anzusehen. „Es ist schon spannend, da geht man nicht einfach so locker hin“, sagt der Regisseur. „Aber mit dem Hygienekonzept können wir beruhigt die Sache angehen. Wir wollen schließlich Theater spielen, und die Kultur hat ja sowieso bereits stark gelitten.“

Das Stück „Braunschlag“ ist ohnehin etwas kürzer als gewohnt, mit zwei Akten zu je 20 und einem mit 30 Minuten. „Da können wir in den Pausen den Raum gut durchlüften“, kündigt Daser an. Zu seinem Bedauern werden die Darsteller Corona-bedingt nicht wie sonst eine Szene im Publikum spielen.

Theaterfassung der Serie „Braunschlag“

„Braunschlag“ war 2014 eine österreichische Fernsehserie von David Schalko, die der Kabarettist Stefan Vögel zu einer Theaterfassung umgeschrieben hat. Darin geht es um einen kleinen Ort an der österreichisch-tschechischen Grenze, in dem nichts los ist. Um den Tourismus anzukurbeln kommt der etwas zwielichtige Bürgermeister auf die Idee, eine Marienerscheinung zu inszenieren.

Überaus glücklich darüber, dass es mit der Bühne wieder weitergeht, zeigen sich auch die Darsteller. „Endlich gibt es wieder soziale Kontakte und etwas Normalität“, meint etwa Beate Zangl. Und Peter Auer ergänzt: „Wir Künstler freuen uns sehr auf unser Publikum.“ Im gleichen Sinne äußert sich Rudi Schmid: „Wir haben lange überlegt und lange geprobt, und freuen uns riesig darauf, wieder zu spielen.“

Reservierungen

Die Premiere – und somit der Testlauf – des Stücks „Braunschlag“ wird in geschlossener Gesellschaft stattfinden, öffentliche Spieltermine sind für den 23., 24., 25., 29., 30. und 31. Oktober jeweils um 20 Uhr vorgesehen. Einlass ist um 19.30 Uhr. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0 88 51/92 39 66 angenommen. Gäste, die auch in der Wirtschaft essen möchten, müssen sich unter der Nummer 0 88 51/58 25 anmelden.

Heino Herpen

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