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Heftig: Bei Starkregen laufen die Gärten voll. 

Bei extremen Niederschlägen

Widerliche Grüße aus der Kanalisation: Sogar Fäkalien spült‘s in Großweil in die Gärten

Überlastete Kanalisation: Anwohner der Mühlstraße werfen der Gemeinde Versäumnisse vor. Seit Jahren kämpfen sie dafür, dass die Gullis geräumt werden.

Großweil – Extreme Niederschläge bereiten den Anwohnern der Mühlstraße in Großweil immer wieder Probleme. Zuletzt sorgte der massive Regen Anfang Juni für eine überflutete Straße. Das Wasser, eine Mischung aus Abwasser und Regenwasser, soll laut Bürgermeister Manfred Sporer (CSU) bis zu 30 Zentimeter hoch auf der Mühlstraße gestanden haben.

Nun melden sich einige Anwohner mit kritischen Tönen zu Wort und werfen der Gemeinde Versäumnisse vor. Denn das Wasser sei längst nicht nur auf der Straße gestanden, sondern durch mehrere Gärten hindurchgeflossen. „Wir kämpfen seit Jahren mit dem Wasser und dafür, dass die Gullis regelmäßig geräumt werden“, sagt etwa Werner Bäck, bei dem im Juni das Schmutzwasser sogar im Heizungskeller stand. Das Ausräumen der Gullis, kritisiert Bäck, sei von der Kommune Jahre lang versäumt worden, was das Ablaufen des Regenwassers behindert hätte. Die Mühlstraße ist der tiefste Bereich des Ortsteils Großweil, an dem die Kanalisation verläuft. Bei starken Niederschlägen kommt es dort im Kanal immer wieder zum Rückstau. Die Folge: Das Wasser wird über die Gullideckel hinauf auf die Straße gedrückt.

Eine Anwohnerin sagt, bei ihr hätten nur wenige Zentimeter gefehlt und das Wasser wäre ihr in den Keller gelaufen. Und es sei kein reines Regenwasser gewesen. „Es war Fäkalienwasser. Da war Scheiße dabei – und überall ist Toilettenpapier rumgeschwommen“, betont etwa Anwohner Reinhard Ott.

Was ihn und die anderen Anwohner außerdem ärgert: Dass sie den aus den Gullis hochgeschwappten Unrat – darunter zum Beispiel benutzte Damenbinden – selbst zusammenräumen mussten. „Es kam ja niemand“, sagt Ott und meint Mitarbeiter der Gemeinde. Eine Kehrmaschine sei erst nach vier Wochen gefahren. Auch um den Abtransport des Drecks habe sich die Kommune nicht gekümmert. Erst nachdem seine Frau Christine bei der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt nachgehakt habe, sei was geschehen.

Dass die Gemeinde kürzlich ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Mühlstraße geschnürt hat, finden sie zwar gut. „Aber wir haben schon ein bisschen Angst, dass nichts passiert“, sagt Bäck. Er und die anderen Betroffenen sind aber froh, dass so viele Feuerwehrleute am Tag des Starkregens zum Schutz der Häuser mitangepackt haben.

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