Großweil plant Einheimischenmodell

Bezahlbarer Grund: 20 Parzellen für Häuslebauer

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Großweil – Bauland ist hier in der Region rar und teuer. In vielen Kommunen haben daher die politischen Bemühungen spürbar zugenommen, auf diesem Gebiet etwas voranzubringen. Schon ziemlich weit ist die Gemeinde Großweil.

Sie plant ein umfangreiches Einheimischenmodell: 20 Parzellen, verteilt auf drei Standorte, insgesamt rund 10 000 Quadratmeter groß. Wenn alles glatt läuft, könnten die ersten Häuslebauer bereits im Frühjahr nächsten Jahres loslegen. Die Situation in Großweil ist wie in anderen Orten hierzulande: Bezahlbarer Baugrund ist Mangelware. „Auf dem freien Markt ist nichts vorhanden“, berichtet Bürgermeister Manfred Sporer (CSU). Für die Entwicklung des über 1400 Einwohner starken Dorfs ist das keine befriedigende Situation: Denn gerade junge, einheimische Familien, die sich ein Zuhause schaffen wollen, werden mitunter gezwungen, wegzuziehen. Die Gemeinde musste handeln. „Wir können uns nicht zurücklehnen. Stillstand bedeutet Rückstand“, sagt der Rathaus-Chef.

Doch wie kommt eine Kommune an geeignete Flächen? Großweil beschritt einen Weg, der in verschiedenen Varianten immer wieder vorkommt und auf eine soziale Komponente bei der Baulandausweisung abzielt. Sie schloss ein Win-Win-Geschäft mit Grundstückseigentümern ab. Das Prinzip eines solchen „Deals“ ist simpel: Landwirtschafliche Flächen werden per Änderung des Flächennutzungsplans in Bauland umgewandelt – was ihren Wert auf einen Schlag verfielfacht. Als Gegenleistung verkauft der Besitzer einen Teil davon – im Fall Großweil war es etwa die Hälfte des gesamten Areals – zu günstigen Konditionen an die Kommune. Diese kann dann den Preisvorteil an ihre Bürger weitergeben. In Großweil soll ein Quadratmeterpreis zwischen 160 und 200 Euro (erschlossen) herauskommen – was deutlich unter den Marktpreisen liegen dürfte. Sporer ist zufrieden. „Es war nicht leicht, an Flächen zu kommen“, berichtet er. Landwirte trennen sich meist ungern von ihren Wiesen.

Die Änderung des Flächennutzungsplans ist bereits durch, derzeit ist man mit den Bebauungsplänen beschäftigt. Danach kann mit der Erschließung der drei Gebiete begonnen werden, die sich südlich von Großweil, nördlich von Kleinweil und zwischen beiden Ortsteilen befinden. Die Gemeinde bereitet indessen das Vergabeverfahren vor. An Interessenten mangelt es laut Sporer nicht. Allerdings müssen Voraussetzungen erfüllt werden. Ein Kandidat muss beispielsweise seit einer gewissen Zeit in Großweil leben (Hauptwohnsitz) oder arbeiten beziehungsweise einen bestimmten Zeitraum hier gelebt haben. Auch kommt es auf die Vermögens- und Einkommensverhältnisse an. Für Millionäre ist das Programm freilich nicht gedacht. Zudem kommt bei der Vergabe ein Punktesystem nach sozialen Kriterien zum Tragen, zu denen etwa der Familienstand und die Anzahl der Kinder zählen.

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