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Hingucker: Die Umzugsteilnehmer begeistern mit ausgefallenen Kostümen – wie diese „Erdbeeren“.

Faschingsumzug in Großweil

Der "Loisachwurm" - wie ein riesiges Überraschungsei

Großweil – Nach vier Jahren Pause schlängelte er sich am Sonntag endlich wieder durch Groß- und Kleinweil: Mehrere tausend Besucher säumten die Straße, als sich der „Großweiler Loisachwurm“, bestehend aus 39 Festwagen und Fußgruppen, seinen Weg durch den Ort bahnte.

Zugegeben: Es dauerte. Für 13.13 Uhr war der Beginn des Festzugs angekündigt. Weil sich aber der Auftritt der Garden, die traditionell den Umzug einläuteten, verzögert hatte, mussten die vielen maskierten Besucher eineinhalb Stunden am Straßenrand ausharren, bevor das Faschingsspektakel so richtig in Fahrt kam. „Wenigstens müssen wir heuer nicht frieren“, nahm es ein Zuschauer gelassen – und erinnerte an den Umzug vor vier Jahren, als Schneeregen die Faschingslaune zum abkühlen gebracht hatte.

Statt mit Schnee hatten die Narren heuer mit vorwitzigen Wespen zu kämpfen, die sich in den wirren Perückenmähnen so manch einer Faschings-Schönheit verfingen und sich den Zuckerguss auf den krapfenverschmierten Kinderfingern schmecken lassen wollten.

Und dann endlich: „Sie kommen! Sie kommen!“ riefen die kleinen Piraten und Prinzessinnen. Und schon nachdem die ersten Clowns und Dinosaurier vorbeigezogen waren wusste man: Das Warten hatte sich gelohnt. Wie ein buntes Überraschungsei mit Knalleffekt war dieser Loisachwurm, der sich mit viel Getöse und Konfettiregen von Kleinweil nach Großweil schlängelte.

Was gab es da für die Zaungäste nicht alles zu staunen: All die fantasievoll kostümierten Fabelwesen, die gruseligen Monster und Zombies, die den Kindern Gummibärchen und Bonbons in die Hände drückten und für die Erwachsenen so manches Schnapserl parat hielten. Wie viel Zeit und Mühe die Vereine und Gruppen aus dem Ort und den umliegenden Gemeinden wie Schlehdorf oder Sindelsdorf in den Bau ihrer Motiv-Wagen gesteckt hatten.

 Lokale, regionale und internationale Themen wurden da spazieren gefahren: VW- und Fifa-Skandal wurden auf die Schippe genommen, das Großweiler Biber-Problem thematisiert und sich noch mal so richtig lustig gemacht über den hässlichen Christbaum, den die Gemeinde Ruhpolding Weihnachten nach München geliefert hatte. Statt der Augsburger Puppenkiste gab die Zeller Puppenkiste eine mobile Vorstellung und die grausigen Orks aus „Herr der Ringe“ eroberten von der Loisachbrücke her das Dorf.

Bilder: So war der Faschingszug in Großweil

 Bis um kurz nach 16 Uhr dauerte der narrische Durchmarsch, den das örtliche Faschings-Komitee organisiert hatte, und der laut Bürgermeister Manfred Sporer reibungslos über die Bühne gegangen war. Der Gemeindechef schätzte die Zahl der Besucher, die ihn verfolgten, auf vier- bis fünftausend. Viele von ihnen gingen nach der Gaudi noch lange nicht heim. Ausgelassen feierten sie die fünfte Jahreszeit auf den Straßen vor dem Gasthaus Zur Loisach.

Franziska Seliger

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