Der neue Vorstand: (v. l.) Dr. Andreas Keller, Dr. Christoph Elschenbroich, Renate von Angerer-Weber, Sebastian Kummeth und Dr. Stephan Thiel. Foto: Martin

Grüne wollen in den Gemeinderat

Garmisch-Partenkirchen - Sechs Jahre ist es her, dass es in Garmisch-Partenkirchen einen Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen gegeben hat. Nun greift die Partei wieder an. An der Spitze steht Dr. Stephan Thiel.

Die Grünen in Garmisch-Partenkirchen wollen endlich wieder mitsprechen, auffallen - und rein in den Gemeinderat. Ein wichtiger Schritt ist der Partei dafür am Montagabend gelungen: Es hat sich ein Ortsverband Garmisch-Partenkirchen gegründet, der auch für Grainau und Farchant zuständig ist.

Es ist neben Murnau erst der zweite Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis. Ein zartes Pflänzchen also, das da wächst. „Aber ich bin mir sicher, dass etwas großes Grünes entstehen wird“, sagte Korbinian Freier, Sprecher des Kreisverbandes. Er erlebte mit, wie die neue Gruppierung im Gasthof Schatten ihren Vorstand durchweg einstimmig wählte. Neuer Kopf ist Stephan Thiel (siehe Kasten). Zum zweiten Sprecher wählten die sieben Stimmberechtigten Sebastian Kummeth (25), Schriftführerin wurde Renate von Angerer-Weber (65). Außerdem gibt’s zwei Beisitzer: Dr. Christoph Elschenbroich (73) und Dr. Andreas Keller (74). Die fünf stehen einer noch kleinen Gruppe von zehn Mitgliedern vor. „Wir hoffen, dass sich noch viele weitere beteiligen“, sagte Thiel.

Unterstützung bekam der Ortsverband vom Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann. „Es ist gut, dass sich was tut im Oberland“, betonte er. „Hier gibt es viele, die sich der Bedeutung der Natur bewusst sind.“ Hartmann gibt ein hohes Ziel aus: „Wir wollen es schaffen, im Gemeinderat vertreten zu sein.“

Derzeit sitzt im Landkreis kein einziger Vertreter für die Grünen in einem Ortsgremium. Im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat war das Bündnis zuletzt mit Norbert Batz vertreten. Er sammelte 1996 genügend Stimmen. Danach gelang das im Markt keinem mehr.

Auch ein Ortsverband konnte sich in Garmisch-Partenkirchen nicht halten. Der letzte löste sich vor sechs Jahren auf - zwei Jahre nach der Gründung. „Da gab es einen Umbruch“, erinnerte sich Tessy Lödermann, eine von drei Grünen im Kreistag. „Da sind viele Junge weggegangen.“

Nun aber ist neuer Schwung drin. „Das wird auch höchste Zeit“, sagte Thiel mit Blick auf die Kommunalwahl 2014. Er wird nun mit seinen Mitstreitern Ziele herausarbeiten - und dabei auch langfristig denken. „Wir brauchen eine Vision, wo wir später sein wollen. Wie sollte es 2030 aussehen?“ Dabei möchten die Grünen nicht allein ihr Süppchen kochen. „Wir wollen Transparenz bewusst leben.“ Denn daran, findet Thiel, fehlt es in der Ortspolitik ganz gewaltig. „Das ist ein markanter Punkt, bei dem wir es besser machen wollen. Und ich bin mir sicher, wir können es auch besser.“ Der 47-Jährige plant eine Plattform, auf der jeder Vorschläge einbringen kann. „Wir sind bereit für gute Ideen.“ Außerdem braucht es aus Sicht der Grünen dringend „Perspektiven für 18- bis 30-Jährige“ und neue Anstöße für die Kultur. Die bezeichnet Beisitzer Elschenbroich als „rückwärtsgewandt und risikolos“.

Den Biss, den es neben einem guten Programm vor einer Wahl auch braucht, haben die Grünen. Thiel wirft den Gemeinderats-Parteien neben mangelnder Transparenz vor, sich bei Bauprojekten zu sehr von Investoren abhängig zu machen. Und angesichts der Kostenexplosion bei der Skisprungschanze ist sich der Ortsverbandssprecher nicht sicher, ob im Rathaus „alles auf zwei Füßen steht“.

kma

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