Verfolgen gespannt die Sitzung: betroffene Anwohner, darunter Dieter Wieland (3. v. r.). Foto: seliger

Grünes Licht für Mobilfunkanlage

Uffing - Jetzt soll er also gebaut werden: ein Mobilfunkmast in Uffing. Nach Jahren der Planungen und Debatten beschloss dies der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung - einstimmig, aber mit Vorgaben.

Zuvor gab es eine emotionale, aber sachliche Diskussion mit betroffenen Bürgern. Die Kläranlage soll es werden. Mit dieser Entscheidung des Gemeinderats endet eine jahrelange Suche nach einem geeigneten Standort.

Rückblick: In den vergangenen Jahren investierte die Kommune viel Geld in die Mobilfunk-Planung. Man ließ ein Umweltgutachten anfertigen und beschloss einen speziellen Flächennutzungsplan für Mobilfunkanlagen (wir berichteten). Die Gemeinde wies zwei Standorte aus: den Rußblichl und die Kläranlage. Zudem verweigerte sie eine Inbetriebnahme der Antenne am Bahnhof, wodurch sie sich den Ärger der Deutschen Telekom zuzog. Sowohl dieser Konzern als auch andere Anbieter lehnten die beiden Standorte im Außenbereich jedoch ab.

Und nun die Wende. Ausgelöst hatte sie die Anfrage der Firma Abel Mobilfunk. Wie Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) informierte, gab es bereits im August einen Ortstermin, bei dem Vertreter des Unternehmens den Standort Kläranlage als geeignet eingestuft hätten. Dort wolle man einen Masten mit mindestens 30 und „bis zu 100 Metern Höhe“ errichten. Sonst sei er unrentabel. Neben Vodafone sollen auch zahlreiche andere Anbieter Antennen darauf errichten. Ein entsprechender Vertragsentwurf ist bei der Gemeinde bereits eingegangen, zu dem die Kommune aber noch einige Nachbesserungen fordern will - etwa, was die maximale Höhe des Mastens beträgt.

Anwesende Anwohner rund um den Uffinger Dieter Wieland reagierten in der Sitzung irritiert und verärgert über diese Standort-Wahl. Aus ihrer Sicht war stets nur eine Kombination aus beiden Standorten vorgesehen. Nie die Kläranlage allein, die zudem in dem Gutachten des Münchner Umweltinstituts, das dem Tagblatt in Auszügen vorliegt, auch als alleiniger Standort als „nicht genügend für eine Flächenversorgung“ eingestuft wird. Und überhaupt: „Sie haben eigentlich damals den Rußbichl beschlossen“, kritisierte Wieland. Dieser sei laut Gutachten immer der „privilegierte“ Standort gewesen. Außerdem sollte der Mast nur von einem Anbieter genutzt werden und nicht von mehreren. Das erhöhe die Strahlungsbelastung deutlich.

„Wir haben zwei Standorte zur Verfügung gestellt“, betonte Wintermeier. Von denen habe sich der Betreiber nun halt den unwahrscheinlicheren ausgesucht. Dagegen könne man aber nichts machen. Auch ablehnen könne die Kommune den Bau nicht, wenn sie schon eigens einen Flächennutzungsplan aufgestellt habe. „Da machen wir uns lächerlich“, so Vize-Bürgermeister Josef Diepold (WGU).

In erster Linie ist es aber die befürchtete Höhe von bis zu 100 Metern, die die Anwohner ängstigt. Doch einen Masten, der sogar um einen Meter die Münchner Frauentürme (99 Meter) überragen würde, will die Gemeinde nicht zulassen, wie der Gemeinderat einstimmig betonte. Zumal das Umweltgutachten laut Wieland 18,96 Meter über Grund als „ausreichend“ für einen Masten an der Kläranlage beziffert habe.

Im Gespräch mit dem Tagblatt plädierte Wieland deshalb für eine Masten-Höhe niedriger als der Uffinger Kirchturm (36 Meter). Nicht zuletzt, um das Ach-Tal als „touristisches Kapital“ zu bewahren. Der Gemeinderat zeigte Verständnis für die Anwohner. Wintermeier bezeichnete deren Aussicht, bald einen meterhohen Sendemasten vor der Haustür stehen zu haben, als „dramatisch“. So gut wie möglich solle dessen Fuß darum von Baumbestand verdeckt werden. Die Höhe des Mastens, der knapp 300 Meter von der nächsten Wohnbebauung entstehen soll (sein genauer Standort auf Gemeindegrund steht noch nicht fest), soll in Zusammenarbeit mit dem Umweltinstitut verhandelt werden. „Wir werden schauen, dass er möglichst niedrig wird“, versprach Wintermeier. Um das Gemeindegebiet gut zu versorgen, „wird er aber eine bestimmte Höhe haben müssen“. Der Standort Rußbichl wird nicht aufgegeben. (as)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Politik-Speed-Dating: Jugend löchert im Drei-Minuten-Takt die Bürgermeister-Kandidaten
Das erste Politik-Speed-Dating im JUZ Garmisch-Partenkirchen hat am Samstag Kandidaten und Schüler zusammengebracht. Die Fragen drehten sich um Müllvermeidung, günstige …
Politik-Speed-Dating: Jugend löchert im Drei-Minuten-Takt die Bürgermeister-Kandidaten
Mann will zu Fuß nach Italien - auf der A95 
Die Polizei hat einen Bulgaren auf der A95 gestoppt, der in Richtung Süden unterwegs war: zu Fuß. Er wollte einfach nach Italien.
Mann will zu Fuß nach Italien - auf der A95 
Gravierende Panne: Zug fährt aus unerklärlichen Gründen los - Fahrer vermeidet Katastrophe
Das war nicht geplant: Auf der Route zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte kam es am Mittwoch zu einem großen Problem. Eines, das schlimm ausgehen hätte können. 
Gravierende Panne: Zug fährt aus unerklärlichen Gründen los - Fahrer vermeidet Katastrophe
Autofahrer verwüsten Skipiste - dann folgt Ekel-Aktion am Lift
Eine frisch präparierte Skipiste der Wanklifte in Oberammergau ist von einem Auto zerstört worden. Vor Ort machte die Polizei zudem noch eine eklige Entdeckung.
Autofahrer verwüsten Skipiste - dann folgt Ekel-Aktion am Lift

Kommentare