Wann rührt sich endlich wieder was auf dem Golfplatz in Burgrain? Diese Frage kann auch Rolf Lehmann derzeit noch nicht beantworten. foto: Fellner

Grünes Licht aus Washington

Garmisch-Partenkirchen - US-Streitkräfte bestätigen Rückgabe von drei Objekten in Garmisch-Partenkirchen. Nur der Zeitpunkt ist weiter unklar.

Warten auf Washington. Ein Motto, das in den vergangenen Monaten für die Marktgemeinde galt, für viele Golfer in Burgrain, für die letzten Bewohner des Abrams-Geländes am Garmischer Friedhof, aber auch für die Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die gerne präzise in die Verhandlungen mit der Verwaltung der US-Liegenschaften (IMCOM) eingestiegen wäre. Wann würde es endlich Grünes Licht aus dem US-Verteidigungsministerium geben? Die Frage konnte keiner beantworten.

Doch nun hat das Warten ein Ende. Freitagabend deutscher Zeit kam die erlösende Nachricht. Eine schlichte Pressemitteilung mit der Nummer 260-14 - direkt aus dem Pentagon. Darin heißt es (übersetzt): „Das Verteidigungsministerium hat heute bekannt gegeben, dass 21 Standorte komplett an die jeweiligen Länder in Europa zurückgeben werden.“ Auf der Liste tauchen drei Objekte in Garmisch-Partenkirchen auf: der Burgrainer Golfplatz, der General-Abrams-Komplex und die Skeet Range, der Schießplatz der Amerikaner am Esel am Fuße des Kramers.

Im Garmisch-Partenkirchner Rathaus hat man die Neuigkeiten mit Freude zur Kenntnis genommen. „Das sind Super-Nachrichten“, bestätigt Pressesprecher Florian Nöbauer. „Jetzt ist offiziell der Startschuss gefallen, nun steht die BIMA in der Pflicht und muss die Verhandlungen zügig weiterführen.“ Die Marktgemeinde hat bekanntlich zumindest an einem der Standorte sehr großes Interesse: Für eine touristische Entwicklung des Abrams-Areals wurden im Bauausschuss sogar schon sämtliche Voraussetzungen geschaffen. „Wir stehen in den Startlöchern.“ Nicht so wirklich hatte die Verwaltung den Schießplatz (Keans Lodge) auf dem Radar. „Das stimmt“, räumt Nöbauer ein. „Da wird sich der Gemeinderat demnächst Gedanken machen müssen, ob auch daran ein Interesse besteht.“

Für beide Objekte gilt ein Grundsatz: Zunächst einmal liegt alles in der Hand der Bundesbehörde. „Sie muss entscheiden, ob sie sie auf den Markt wirft oder selbst weiterentwickelt“, erklärt Nöbauer. Gibt die BIMA das Gelände zum Verkauf frei, geschieht dies meistbietend. Ob der Gemeinde ein Vorkaufsrecht zusteht - „das müssen wir klaren“. Aber wohl eher nicht.

Viele offene Fragen. Und bisher wenig Antworten. Denn die Behörde war gestern noch zu keiner Stellungnahme in der Lage.

Rolf Lehmann, Vorsitzender des Land- und Golfclubs Werdenfels, hatte etwas mehr Glück. Er steht mit der BIMA und der Staatskanzlei in Dauerkontakt, um eine schnellstmögliche Öffnung des Golfplatzes herbeizuführen. „Fakt ist, dass der Platz noch nicht zurückgegeben ist. Es fehlt noch die schriftliche Bestätigung.“ Das weiß er aus einem gestrigen Gespräch mit den Verantwortlichen. Auch gibt es bisher keinen Zeitpunkt, wann dieser Verwaltungsakt tatsächlich über die Bühne gehen soll.

So gut die Nachricht auf längere Sicht für die Golfer sein mag, irgendwie hat sie Lehmann auch wieder ausgebremst. Denn er hatte zuletzt mit den Amerikanern über ein Spielrecht verhandelt. „In spätestens 14 Tagen hätten wir es gehabt“, betont er. „Dass der Platz zurückgegeben wird, wissen wir ja schon seit Februar. Aber wann, war nie klar. Und wir hatten jetzt auch nicht mehr daran gedacht, dass es so schnell gehen könnte“, gibt er zu. „Daher habe ich mit Hilfe der Staatskanzelei um das Spielrecht bemüht.“ Die Nachricht aus Washington macht diese Vorstöße zunichte. „Wir waren kurz vor dem Ziel gewesen, aber jetzt unterschreibt keiner mehr eine Mitbenutzter-Vereinbarung.“ Nun müssen Lehmann und Co. die Rückgabe abwarten. „Die BIMA hat mir aber zugesagt, dass sie uns voll unterstützt.“

Zum zeitlichen Ablauf kann auch Nöbauer nichts sagen. Wie bisher auch sitzen die Amerikaner an den entscheidenden Stellrädern. „Ob es ein Hindernislauf wird oder ein Sprint, das können wir im Rathaus nicht entscheiden.“

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