Manfred Sporer hofft auf einen Baustart im Winter. Foto: Archiv Seiler

An der Loisach 

Wasserkraftwerk: Landratsamt gibt grünes Licht

Großweil - Es ist technologisch zukunftsweisend, aber umstritten: das geplante Schachtwasserkraftwerk in Großweil. Nach einer über zweijährigen Vorbereitungszeit geben die Behörden jetzt ihr Ok. 

Auf Tagblatt-Nachfrage kündigte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) an, dass das Landratsamt grünes Licht geben wird.

„Dieses Pilotprojekt ist enorm wichtig. Ich stehe zu 100 Prozent dahinter“, betont der Chef der Kreisbehörde. Nächste Woche soll der positive Bescheid rausgehen. Für Speer steht fest: „Unser Potenzial ist die Wasserkraft.“ Diese müsse genutzt werden, wenn man es mit der Energiewende ernst meine. Die von Vertretern des Umweltschutzes geäußerten Bedenken seien im Zuge des Genehmigungsverfahrens berücksichtigt worden. „Der Eingriff in die Natur ist sehr gering“, resümiert der Kommunalpolitiker - und daher vertretbar. Dies hätte auch der Betrieb einer Testanlage bewiesen.

Zur Erinnerung: Das Wasserkraftwerk - als Standort wurde ein Loisach-Abschnitt im Nordwesten Großweils ausgewählt - wäre das erste dieser Art. Das Konzept der hochmodernen und weitgehend unterirdischen Anlage hat die Technische Universität (TU) München entwickelt. Das Wasser strömt von oben in zwei Schächte, treibt die an einen Generator gekoppelten Turbinen an und wird zurück ins Flussbett geleitet. Auf diese Weise wird Öko-Strom erzeugt. Berechnungen gehen von fast zweieinhalb Millionen Kilowattstunden pro Jahr aus. Das würde rein rechnerisch für die 550 Großweiler Haushalte reichen - und es bliebe sogar noch ein ordentlicher Überschuss übrig.

Die Baukosten werden auf rund dreieinhalb Millionen Euro geschätzt. Das Ganze finanzieren und betreiben will die bereits im September gegründete Wasserkraftwerk Großweil GmbH. Hinter dieser Gesellschaft steckt ein Bündnis, dem die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen (55 Prozent), die Gemeinde Großweil (25) und ein privater Kraftwerksbetreiber aus Farchant (20) angehören. Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in dem Loisach-Dorf sind Rathaus-Chef Manfred Sporer (CSU) und ein Delegierter der Gemeindewerke.

„Wir sind auf der Zielgeraden“, freut sich Sporer. Wenn alles glatt läuft, könnte in den Wintermonaten Baustart sein - und 2016 Fertigstellung. Er hält die Anlage für „sehr zukunftsfähig“. Denn: „Das ist eine gesicherte Energieversorgung.“ Schließlich laufe das Wasser jeden Tag rund um die Uhr die Loisach hinunter. Es wäre „sträflich“, so Sporer, dies nicht zu nutzen.

Eine Hürde könnte sich dennoch auftun: Naturschutzverbände hatten das Projekt zuletzt eher skeptisch bis ablehnend beurteilt - und Klagen in Erwägung gezogen (wir berichteten). Befürchtet wurden vor allem Fischschäden, zu denen es kommen kann, wenn in ein fließendes Gewässer ein Querbauwerk eingesetzt wird. Laut Sporer treten diese Schäden allerdings nur in einem geringen Maße auf. Dies hätten die Tests in einer Versuchsanstalt der TU gezeigt. Sporer: „Das ist durchaus verkraftbar.“ (as)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnung in Garmisch-Partenkirchen steht in Flammen - 150.000 Euro Schaden
Ein Großbrand ist in der Nacht auf Donnerstag in einem Privathaus in Garmisch-Partenkirchen ausgebrochen. Rund 150.000 Euro Schaden entstanden. 
Wohnung in Garmisch-Partenkirchen steht in Flammen - 150.000 Euro Schaden
Diebe rauben Juwelier-Geschäft in Garmischer Fußgängerzone aus - Täter auf der Flucht
Mitten in der Garmischer Fußgängerzone sind Unbekannte in ein Juwelier-Geschäft eingebrochen. Sie warfen die Scheibe ein und klauten Schmuck aus der Auslage. Die Täter …
Diebe rauben Juwelier-Geschäft in Garmischer Fußgängerzone aus - Täter auf der Flucht
Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Hochwasser überflutet Golfplatz - Gesperrte Schienen und Straßen
Ein Golfplatz unter Wasser, gesperrte Schienen und Straßen, eine Mure: Die starken Niederschläge haben im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Folgen. Aber es bleibt …
Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Hochwasser überflutet Golfplatz - Gesperrte Schienen und Straßen
Frauenpower in einer Männerdomäne: Speditions-Chefin erhält besonderen Preis
Sie ist die erste Frau in Bayern, die diese Auszeichnung erhalten hat. Katrin Eissler hat in Berlin einen Preis für Unternehmerinnen verliehen bekommen. 
Frauenpower in einer Männerdomäne: Speditions-Chefin erhält besonderen Preis

Kommentare