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Im Gemeinderat umstritten:  die vier Parkbuchten (grau) parallel zur Durchgangsstraße.

Einheimischenmodell

Ansturm auf neue Bauplätze

Ohlstadt - 54 Bewerber konkurrieren um 30 Baugrundstücke: Die Areale des geplanten Einheimischenmodells entlang der Waxensteinstraße in Ohlstadt sind heiß begehrt.

Auf das Einheimischenmodell entlang der Waxensteinstraße herrsche „ein Riesen-Ansturm“, sagte Bürgermeister Christian Scheuerer in der Sitzung des Gemeinderats. Die Frist ist abgelaufen, nun liegt eine genaue Zahl vor: Von ursprünglich 70 Interessenten haben 54 ihre Bewerbungsunterlagen bei der Gemeinde abgegeben. In rund drei Wochen möchte Scheuerer alle eingegangenen Bögen in einer Sitzung des Finanzausschusses durchsprechen. Dann sollen die 30 Grundstücke beidseits der Waxensteinstraße auch möglichst zügig erschlossen und bebaut werden.

Einen weiteren Schritt dahin hat der Gemeinderat in der Sitzung gemacht: Stefan Loy vom Ingenieurbüro Kokai stellte dem Gremium eine erste grobe Verkehrsplanung für das Areal des Einheimischenmodells vor, bei dem Grundstücke im Vergleich zu denen auf dem freien Markt in der Regel deutlich günstiger sind. Demnach sind eine vier Meter breite, asphaltierte Durchgangsstraße sowie vier davon abgehende Stichstraßen vorgesehen, außerdem eine Parkfläche mit vier Stellplätzen sowie kleinere Grüninseln. An die asphaltierte Straße anschließen soll sich ein sogenannter Multifunktionsstreifen. „Er soll als Gehweg dienen und kann für den Begegnungsverkehr genutzt werden“, erklärte Loy, betonte aber gleich: „Der Fußgänger hat darauf definitiv immer Vorrang.“ Um den Multifunktionsstreifen optisch von der Fahrbahn zu trennen entschieden sich die Räte dafür, diesen zu pflastern – „auch wenn das teurer ist“, sagte Scheuerer.

Einige Diskussion gab es über die vier zusätzlich geplanten parallelen Parkbuchten, die teilweise in die Durchgangsstraße hineinreichen. „Eine Straße ist zum Fahren da“, kritisierte Nikolaus Zach (BVO) und forderte ausreichend Stellplätze auf den einzelnen Grundstücken. Simon Sagmeister (BVO) sieht in den Buchten potenzielle Unfallschwerpunkte für Kinder und befürchtet, dass Anwohner diese als Dauerparkplätze missbrauchen. Scheuerer dagegen sieht die Buchten positiv, weil sie das Tempo aus dem Verkehr nehmen könnten. Seiner Ansicht nach droht ein wildes Parken am Straßenrand, wenn es keine Stellmöglichkeiten entlang der Durchgangstraße gibt. Franz Gaisreiter (CSU) sprach sich dafür aus, die Buchten weiter aus der Straße zu rücken – auch wenn das auf Kosten von Grundstücksgrößen gehen würde.

Schließlich ließ der Bürgermeister über drei Varianten abstimmen: mit vier Parkbuchten teilweise in der Straße, ganz ohne Parkbuchten oder die Buchten weiter aus der Straße gerückt. Fünf Gemeinderäte wollten keine Parkbuchten, vier votierten dafür, die Planung unverändert zu lassen. Drei möchten die Buchten mehr abrücken von der Straße.

„Das ist aber eine blöde Abstimmung“, kommentierte Scheuerer das Ergebnis. Da dieses nicht mehrheitsfähig war, will der Rathaus-Chef, dass alle drei Varianten nun von Stefan Loy „noch einmal aufgearbeitet werden“. Sie sollen dann in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen erneut vorgestellt werden.

Die Kosten für den Straßenbau im Rahmen des Einheimischenmodells werden nach Angaben von Loy derzeit auf rund 350 000 Euro geschätzt. Noch einmal rund 220 000 Euro werden für die Wasserver- und -entsorgung anfallen.

Franziska Seliger

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