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Kommt eher nicht in Frage: der Lindenhof, der Mitte 2018 geschlossen werden soll. 

Brief an Landratsamt geplant

Grundstück für neues Flüchtlingsheim?

Grafenaschau - Schwaigen soll Flüchtlinge unterbringen. Das will das Landratsamt. Nun lotet die Gemeinde Optionen bei der Unterbringung von Asylbewerbern aus.

Ist eine kleine Gemeinde wie Schwaigen, zu der Grafenaschau zählt, in der Lage, Asylbewerber aufzunehmen? Gibt es dafür geeignete Gebäude? Und wie sollen die Flüchtlinge etwa am Wochenende, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel im Betrieb sind, in einen anderen Ort gelangen? Fragen, mit denen sich der Gemeinderat  auseinandergesetzt hat – zumal das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen mindestens zehn Personen in ihrem Dorf unterbringen will.

Bei einer Ortsbesprechung habe sich herausgestellt, dass der Lindenhof, in dem an Demenz leidende Senioren untergebracht sind, und Mitte 2018 geschlossen werden soll, kaum für diesen Zweck in Frage komme, bedauerte Bürgermeister Hubert Mangold (parteilos). Auch die Aufstellung von Containern auf dem Gelände der Einrichtung werde vom Träger, der Inneren Mission, nicht gewünscht.

Als „nicht geeignet“ zur Unterbringung der Flüchtlinge bezeichnete er überdies die zu kleine Hansltrad-Hütte. Das einzige Gebäude der Gemeinde, das eine entsprechende Größe aufweise, sei das erst kürzlich vollendete Mehrzweckhaus, sagte der Rathaus-Chef weiter. Doch der Gedanke daran bereitet ihm keine Freude: „Es wäre sehr schade, wenn unsere Bürger da nicht mehr rein könnten“, betonte Mangold. Zumal das Haus bereits fast täglich durch Gruppen und Vereine belegt sei.

Als Alternative nannte er, auf gemeindeeigenen Grundstücken ein entsprechendes Gebäude zu errichten, eventuell sogar im Außenbereich. „Wir verfügen über solche Flächen“, unterstrich der Bürgermeister, der unter anderem ein Areal unterhalb des Mehrzweckgebäudes sowie eines an der Lindachstraße nannte. „Die liegen zwar im Außenbereich, aber wenn es um Asylbewerber geht, ist das schnell geändert.“ Mangold verwies zudem auf die Möglichkeit, dem Landratsamt ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, auf dem die Kreisbehörde ihrerseits ein geeignetes Gebäude errichten könne und die Betreuung der Bewohner übernehme. Denn: „Wenn wir dort eine Asylunterkunft bauen, und es kommen nicht so viele wie erwartet, weil es einen strengen Winter gibt, bleiben wir auf den Kosten sitzen.“ Zumal es ungewiss sei, wie viele Personen überhaupt kämen: „Man weiß überhaupt nichts genaues.“ Auch gelte es, den Gemeindehaushalt nicht aus den Augen zu verlieren.

Marianne Lutz (LOS) konnte sich durchaus mit dieser Lösung anfreunden, während Markus Jais (GfG) Bedenken äußerte: „Einfacher ist das schon. Aber wer weiß, was sie uns für einen Bunker hinstellen, und was dann später damit passiert.“ Georg Fischer (GfG) erinnerte daran, dass die Betroffenen keine Einkaufsmöglichkeiten im Ort hätten, und es am Wochenende keine Busverbindung nach Murnau gebe.

Mit einem Brief will sich Mangold im Namen des Gremiums an das Landratsamt wenden, um die Situation der kleinen Gemeinde ausführlich offen zu legen. Bei der nächsten Sitzung der Lokalpolitiker solle dann ein Beschluss über das weitere Vorgehen gefasst werden. Bei einer Klausurtagung am 26. Februar, bei der es um Bauprojekte und die allgemeine Dorfentwicklung in der Gemeinde Schwaigen geht, wird auch dieses Thema zur Sprache kommen.

Heino Herpen

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