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Das geht‘s rein: In der nächsten Saison bekommen die Curler des SC Riessersee in jedem Fall wieder Eis

Olympia-Eissportzentrum

Dubiose Wende im Curling-Streit: SCR und Gemeindewerke einigen sich

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Der Gerichtstermin wäre am Donnerstag gewesen. Doch die Fahrt nach München konnten sich die Beteiligten sparen. Der SC Riessersee und die Gemeindewerke haben sich ganz plötzlich geeinigt. Was genau dahinter steckt, ist bisher offen.

Garmisch-Partenkirchen – Manchmal kommt es anders, als man denkt. Das ist nicht außergewöhnlich. In diesem Fall aber überrascht die Entwicklung ganz bestimmt:

Landgericht München II, Denisstraße 3, Sitzungssaal 414 – dort sollte heute eine mündliche Verhandlung zwischen Vertretern des SC Riessersee und der Gemeindewerke stattfinden. Kernpunkt: die einstweilige Verfügung, die der Sportverein erwirkt hatte, damit die Werke die Halle III des Olympia-Eissportzentrums für die Curling-Abteilung endlich beeisen. So war es aus Sicht des SCR in einer Nutzungsvereinbarung mit den übergeordneten Sportverbänden fixiert gewesen. Doch nun ist alles anders: Die Verhandlung – abgesagt. Der Streit – vom Tisch. Die Stimmung – Friede, Freude, Eierkuchen.

Oder doch nicht? Es ist im Grunde unglaublich, dass es zu einer solchen Kehrtwende gekommen ist. Zu verhärtet hatten sich die Fronten im alten Jahr gezeigt. Keiner sprach mehr mit dem anderen. Eine Einigung war undenkbar. Und nun: Plötzlich heile Welt. Ausschlaggebend für das Umdenken dürften vor allem die Zuschussgeber gewesen sein, die den Umbau des Olympia-Eisstadions zur Anlage mit fünf Eisflächen mitfinanziert haben. Das Thema Curlinghalle Garmisch-Partenkirchen landete tatsächlich – auch durch die Berichterstattung im Tagblatt – beim Bundesministerium des Inneren (BMI), das Ende der 1980er-Jahre die Fördermittel freigeben hatte. Eine derartige Vermutung, dass die Bewilligungsbehörden nicht einfach zuschauen würden und eine Nichtbeachtung des Förderbescheids in einer Rückzahlung von Zuschüssen durch die Gemeinde oder Gemeindewerke enden könnte, hatte Klaus Pohlen, Leiter des Olympia-Stützpunktes in München, gegenüber dem Tagblatt schon im Dezember geäußert.

Fakt ist nun: Es gibt eine Vereinbarung aus dieser Woche, die von beiden Seiten unterschrieben ist – und der Redaktion vorliegt. Aus Sicht des SC Riessersee liest sich das Schriftstück trotz einiger Zugeständnisse eher wie ein Knebelvertrag. Der Sportverein verpflichtet sich darin, sich von der Behauptung zu distanzieren, er oder seine Mitglieder hätten einen „einklagbaren Rechtsanspruch“ auf die Beeisung der Halle III. Der SCR müsse alle laufenden Gerichtsverfahren zurücknehmen und obendrein die Kosten des Verfahrens selbst tragen. Im Gegenzug verzichten die Gemeindewerke auf Schadenersatz beispielsweise zur Erstattung von Anwaltskosten. Im Grunde ein komplettes Schuldeingeständnis des SCR.

Dass es behördlichen Druck gegeben haben muss, erschließt sich aus den weiteren Vereinbarungen: Der SCR erfülle nunmehr die Bedingungen, damit Curling zu vergleichbaren Bedingungen betrieben werden könne wie in den Vorjahren. In dieser Saison werde es aufgrund der fortgeschrittenen Saison kein Eis mehr geben, dafür ein großzügiges Zeitfenster vom 20. Oktober 2018 bis 3. März 2019 im kommenden Winter. Und dafür muss der Verein auch lediglich 8400 Euro entrichten. Außergewöhnlich, hatten die Gemeindewerke zuvor 25 000 Euro und mehr von den Curlern gefordert.

Selbst eine weitere Beeisung der Halle III für die Saison 2019/2020 ist bereits ein Thema. Somit muss es Erkenntnisse geben, dass die Zuschussbindung für die Nutzung der Halle III als Curling-Spielstätte sogar erst im Jahr 1995 begonnen hat. Das ist leicht auszurechnen. Die Gemeindewerke bezweifeln dies allerdings und gehen in der Vereinbarung von einem Ende des Förderzeitraums „spätestens Anfang 2019“ aus.

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