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Sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis: (v. l.) Christian Lackner, Günter Hopfensperger, Dr. Manfred Zeiner und Arno Nunn.

Was bringt der Tourismus für die Wirtschaft?

Gute Zahlen für Zugspitz-Region

Garmisch-Partenkirchen - Die Beratungsfirma dwif hat die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft in der Zugspitz-Region untersucht. So manch ein Wert überraschte sogar die Experten - positiv.

Der Blick in einen Reisekatalog reicht: Der Landkreis hat viel zu bieten. Die Liste ist lang. Kultur, Kunst, Sport, Natur. Es gibt schlechtere Voraussetzungen, um Gäste anzulocken. Dem sind sich die Verantwortlichen der Zugspitz-Region bewusst. Doch welche Rolle spielt der Tourismus für die Wirtschaft? „Das ist mit Abstand der wichtigste Unternehmenszweig“, betonte Christian Lackner, Tourismusmanager der Zugspitz-Region, am Mittwoch in den Räumen der Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) in Garmisch-Partenkirchen. Grundlage seiner Behauptung: Eine Studie der Beratungfirma dwif consulting mit Sitz in München.

„In der Regel betrachtet man immer die Übernachtungen und Ankünfte“, sagte Tourismusbeiratsvorsitzender Arno Nunn. Die Intention dahinter: Einerseits den Erfolg zu messen und eine Basis zur Begründung der Ausgaben zu schaffen. „Wir wollten Licht in die Zahlen bringen und eine Entscheidungsgrundlage für Kommunen bieten.“

Alle zwei bis drei Jahre wird untersucht, was der Tourismus wirklich bringt. Denn die Durchschnittswerte verändern sich immer, machte Dr. Manfred Zeiner von der dwif deutlich. Und die in der Zugspitz-Region schlagen dem Fass fast den Boden aus – in positiver Weise.

Insgesamt rund 756 Millionen Euro an Bruttoumsätzen spült der Tourismus in die Kassen. „Das ist richtig viel Geld“, sagte Lackner. Davon profitiert nicht nur das Gastgewerbe (415,3 Millionen Euro), sondern auch der Einzelhandel (176,1 Millionen Euro) und der Dienstleistungssektor (164,5 Millionen Euro) stark, auch wenn sie in Vorleistung gehen müssen. „Wenn man so eine Melkkuh hat, dann kann man schon investieren.“

Selbst die Übernachtungszahlen von rund 4,51 Millionen im Jahr 2014 stellt die Verantwortlichen zufrieden. Vor allem weil es in Wirklichkeit mehr sind. Verwandten- und Bekanntenbesucher wurden nicht erfasst. „Dafür müsste man gezielte Interviews machen“, erläuterte Zeiner. Oberammergaus Bürgermeister Arno Nunn ist einer solchen Erhebung nicht ganz abgeneigt.

Richtig zum Staunen brachte das Fremdenverkehrs-Team aber ein anderer Aspekt: 14 580 Personen können durch die touristische Nachfrage in der Zugspitz-Region ein durchschnittliches Primäreinkommen pro Kopf beziehen. Heißt konkret: Sie können vom Tourismus leben. „Das ist die beeindruckendste Zahl“, sagte Lackner. Die Zugspitz-Region sei somit ein Riesenkonzern. Einer, den man selbst in Großstädten suchen müsste. Einer, der stets weiterentwickelt wird. Der nächste Schritt steht Lackner zufolge schon fest: die Internetkompetenz bei allen Dienstleistern in puncto Marketing und Betrieb zu steigern.

Zahlen im Überblick

Tagesreisen in der Zugspitz-Region: 9,2 Millionen; Aufenthaltstage: 13,71 Millionen (Touristik- und Dauercamping 0,5 Millionen, Privatvermieter mit weniger als zehn Betten 1,3 Millionen, gewerbliche Betriebe mit mehr als zehn Betten ohne Camping 2,71 Millionen, Tagesreisen 9,2 Millionen); Übernachtungen gegen Entgelt: 4,51 Millionen; Bruttoumsatz: 756 Millionen Euro (Übernachtungsgäste 466,2 Millionen Euro,Tagesbesucher 289,8 Millionen Euro); Touristische Einkommenswirkungen in der Zugspitzregion 366,4 Millionen Euro; Beschäftigungseffeke durch Tourismus: 14 580 Personen, die durchschnittliches Primäreinkommen (25 137 Euro) pro Kopf beziehen könnten; Steueraufkommen aus dem Tourismus pro Jahr: rund 70,7 Millionen Euro.

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