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Badespaß gibt's nicht mehr lange im Karwendelbad

Hallenbad-Befürworter formieren sich

Hallenbad Mittenwald: Bürger begehren auf

Mittenwald - So ohne weiteres wollen die Mittenwalder auf ihr Schwimmbad nicht verzichten. Eine Initiative strebt nun sogar ein Plebiszit für einen baldigen Neubau an.

Bis zur Bürgerversammlung (19. Oktober) wollen die Initiatoren noch stillhalten. Denn erst soll sich der Mittenwalder Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) zum Thema Hallenbad erklären, bevor man endgültig zur Tat schreitet. Gegenüber dem Tagblatt bestätigt Armin Görlich aber bereits jetzt: „Das Bürgerbegehren als solches steht.“ Dieses wollen er sowie seine Mitstreiterinnen Andrea Sperber, Steffi Schimkus und Andrea Kriner demnächst auf den Weg bringen, falls der Bürgermeister am kommenden Mittwoch nicht seiner bisherigen Politik abschwört. Doch davon ist nicht ansatzweise auszugehen – zumal das Votum über die Schließung des maroden Karwendelbads am 29. September 2015 seinerzeit im Marktgemeinderat einhellig (16:0) ausfiel. „Ein bindender Beschluss“, unterstreicht Hornsteiner.

Mit einem Bürgerbegehren hat er „kein Problem. Das ist das gute Recht der Bürgerschaft“. Allerdings findet das Gemeindeoberhaupt den Zeitpunkt ungewöhnlich. Denn immerhin steht seit 13 Monaten fest, dass das Karwendelbad am 6. November zugesperrt wird – für immer. Gleichfalls bestand mit der Bevölkerung immer konsens, dass ein Neubau auf dem sogenannten Nemayer-Areal erst dann realisiert wird, wenn die jetzige Schwimmbad-Fläche an Hotel-Investoren veräußert worden ist. Nur mit diesen Millionen kann überhaupt ein neuer Planschtempel seriös finanziert werden. Das war seit nun mehr sieben Jahren die offizielle Sprachregelung – und niemand unter den Mittenwaldern hat dagegen aufbegehrt.

Am Wochenende hat sich unter den Hallenbad-Freunden ein Kreis der Willigen formiert. Bei einem „losen und inoffiziellen Treffen“, meint Mitinitiator Görlich, sollen rund 100 Besucher im Postkeller gezählt worden sein, darunter angeblich auch sechs Gemeinderäte. „Keiner von uns hat damit gerechnet“, verdeutlicht Görlich. Dieses rege Interesse wertet die Pro-Schwimmbad-Initiative als klaren Auftrag. Allein schon um die Zukunftschancen Mittenwalds zu wahren, wie Sprecherin Andrea Kriner betont: „In einem Tourismusort gehört ein Schwimmbad her.“ Eine Forderung, die im Gemeinderat in schöner Regelmäßigkeit auch von den Freien Wählern postuliert wird.

Beharrt Adolf Hornsteiner bei der Bürgerversammlung auf seinem Standpunkt – davon geht auch Görlich aus („Der wird keinen weißen Hasen aus dem Zylinder zaubern“) –, werden demnächst Listen ausliegen mit der ungefähren Fragestellung: „Wollen Sie, dass mit der Planung und dem Bau des neuen Hallenbads sofort begonnen wird?“

Zehn Prozent der stimmberechtigten Mittenwalder (rund 580) müssen darauf mindestens unterschrieben haben, damit es überhaupt einen Bürgerentscheid gibt. An dieser Barriere scheiterten zuletzt die Gegner des geplanten Luxus-Hotel-Vorhabens kläglich. Davon ist bei diesem emotionalen Thema nicht auszugehen. Beobachter rechnen damit, dass binnen weniger Tage das notwendige Quorum erreicht ist.

Übrigens: Der Bürgermeister wurde beim ersten Treffen der Bad-Befürworter explizit nicht eingeladen. „Das haben wir bewusst so gehalten“, erklärt Andrea Kriner. „Weil viele der Teilnehmer Hemmungen gehabt hätten, wenn er da gewesen wäre.“

Christof Schnürer

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