Ein Häuflein Mensch: Babys, die zu früh geboren werden. fkn

"Harlekin Nachsorge für Frühgeborene und Risikokinder" besteht seit fünf Jahren

Landkreis - Garmisch-Partenkirchner Einrichtung hat bereits 102 Familien aus drei Landkreisen betreut.

Ein winzig kleiner Mensch, viel zu früh geboren und deshalb mit Kabeln und Schläuchen an diversen Geräten angeschlossen: Ein Bild, das unter die Haut geht - und vor allem bei den frisch gebackenen Eltern große Ängste auslöst. Hilfe bekommen sie in der Harlekin Nachsorge für Frühgeborene und Risikokinder, die es mittlerweile seit fünf Jahren in Garmisch-Partenkirchen gibt. Ein Anlass, zu dem ein Fachabend organisiert wurde.

Die Veranstaltung passte terminlich gut zum Tag der Neugeborenen. Mit ihnen hat der Kinder- und Jugendarzt Dr. Armin Gehrmann viel Erfahrung. Er ist einer der Gründungsväter, die im Jahr 2003 an der Harlachinger Kinderklinik das Harlekin-Projekt ins Leben gerufen haben. „Die Kinder bleiben in der Regel drei bis vier Monate in der Klinik - früher fielen sie danach in ein Versorgungsloch“, sagte Dr. Rolf Morhart, der Chefarzt der Garmisch-Partenkirchner Kinderklinik. Ziel der Harlekin-Nachsorge sei es deshalb, den „Übergang von stationärer in ambulante Betreuung zu glätten und den Eltern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, indem man ihre Kompetenzen stärkt.“ 102 Frühgeborene und Risikokinder - also Kinder mit Behinderungen, Mehrlinge und solche, die in ein schwieriges soziales Umfeld hineingeboren wurden - haben die Harlekin-Mitarbeiter in den vergangenen fünf Jahren in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen sowie Weilheim-Schongau betreut. Das Team besteht aus Kinderärzten, Kinderkrankenschwestern und dem mobilen Dienst der Frühförderung am SOS-Kinderzentrum sowie Dr. Ursula Baldus, die im Sozial-Pädiatrischen Zentrum (SPZ) die Nachsorgesprechstunde abhält.

Was einst als Projekt begann, genießt mittlerweile Regelförderung des bayerischen Sozialministeriums. In der Beratung wird neben der optimalen medizinischen Versorgung ein Schwerpunkt auf die psychosoziale Komponente gelegt. Denn die Eltern von Kindern, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, müssen dieses Erlebnis individuell verarbeiten und die anfängliche Hilflosigkeit überwinden. „Die Erwartungshaltung bezüglich Geburt und Baby sind heutzutage sehr hoch - das verschärft die Problematik zusätzlich“, gab Dr. Renate Berger zu bedenken. Im Mittelpunkt der Harlekin-Arbeit stünden deshalb zwei Faktoren: „Sorgen zu verstehen und Ängste zu nehmen“.

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