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Arbeiten sich durch die Wiesen: (v.l.) Frederick Manck, Uwe Roth, Sepp Müller, Gerda Deubzer, Bonzo Deubzer, Luisa Deubzer und Michael Schöde. 

Entbuschungsaktion in Oberammergau

Harte Arbeit in der Natur

Eine Jugendgruppe hat die Wiesmahdhänge von Sträuchern und Bäumen befreit. Ziel der Entbuschungsaktion ist derArtenschutz.

Oberammergau – Jedes Jahr im Frühjahr entsteht ein einzigartiges Blütenmeer an den Wiesmahdhängen in Oberammergau. Gräser, Blumen, Kräuter wachsen, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und auch Vögel tummeln sich. „Enzian, Orchideen, Heilziest, Tagfalter, Goldammer, Neuntöter“, nennt Michael Schöde vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) Beispiele für den Artenreichtum der Magerwiesen. Schöde hat den Jugendbeirat des Umwelt-Dachverbands Cipra bei einem Freiwilligen-Projekt an den Wiesmahdhängen unterstützt. Eine Gruppe Naturschützer rückte dabei mit dem Werkzeug zu einer Entbuschungsaktion aus.

Das Gelände, das rund acht Hektar umfasst, ist im Besitz des LBV, um die Natur zu sichern. Damit die Wiesen mager bleiben, müssen sie gemäht werden. Deshalb sollten sich nicht zu viel Gestrüpp und Bäume ansiedeln. Naturschutz heißt also nicht immer, alles sich selbst zu überlassen. Durch das Mähen über Jahrzehnte hinweg laugen die Böden aus. „So haben sich spezielle Arten entwickelt, die gut hier leben können“, erklärt Schöde.

Oberhalb des Leiernhofs ging es hinein in die baazigen Wiesen. Hier gab es schon einige Sträucher und einzelne Bäume, der Zufahrtweg für das Mähgerät war schwer passierbar geworden. Mit der Motorsäge wurde das Gehölz im Vorhinein bearbeitet, nun galt es, den Weg frei zu räumen und bei der Feinarbeit Hand anzulegen. Draußen zu sein, bei welchem Wetter auch immer, gemeinschaftlich anzupacken und etwas für die Natur zu tun: die Sieben hatten offensichtlich Spaß bei der Arbeit. „Wir wollen Jugendliche motivieren, etwas in der Natur zu machen und auch zu lernen, wie man ein Projekt aufzieht“, erklärte Leiter Uwe Roth. Dazu gehörte, dass die Kerngruppe alles im Vorfeld konzipierte und EU-Fördermittel beantragte. Mit Erfolg. „So eine Aktion hat ein bisschen den Charakter von ‚Jugend forscht‘ – wir lernen auch was“, sagt Roth.

Gerda Deubzer ist dabei, weil sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten will. „Es fühlt sich für mich stimmig an. Man kann nicht nur schimpfen, man muss auch was machen.“ Von einem „Dreiklang der Kulturlandschaft“ spricht Frederick Manck. Er mag besonders die hiesige Natur, die Lebensraum für Mensch und Tier ist. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln, der Erholungswert der Landschaft und der Naturschutz wirken für ihn harmonisch zusammen. „Die Landwirte sind an der Belastungsgrenze. Mit unserer Aktion können wir ein Bewusstsein schaffen.“ Wie viel Aufwand notwendig ist.

„Immer mehr Wiesen und Weiden wurden seit den 1980er-Jahren aufgelassen, dadurch konnte sich der Wald ausbreiten“, erläuterte Schöde. Vor allem für die schwer zu bewirtschaftende Flächen fehlen häufig Zeit und Geld für die richtige Pflege. Schließlich sei es harte Arbeit, das Gras von Hand zu mähen und von den steilen Hängen zu holen.

Im Dachverband Cipra sind die Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz, der Bund Naturschutz, der Deutsche Alpenverein, der Landesbund für Vogelschutz und viele andere zusammengeschlossen, um im Alpengebiet die biologische Vielzahl zu fördern. Der Wiesmahd-Einsatz in Oberammergau ist das Auftaktprojekt der Cipra-Jugend für eine Reihe von Maßnahmen. Weitere Einsätze sollen 2018 folgen.

Weitere Informationen

unter www.cipra.org

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