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Friedliche Wälder statt Gewimmel auf der Wiesn.

Wir feiern Bayern

Raus aus dem Wiesn-Trubel: Entdecken Sie echte Raritäten in den bayerischen Wäldern

Typisch Bayerisch: Das ist sicherlich die Wiesn, aber das sind auch riesige, naturbelassene Wälder, durch die geheimnisvolle Wesen streifen. Lassen Sie den Lärm hinter sich und begeben Sie sich mit uns auf Spurensuche.

Am 22.9. ist es wieder so weit: Auf der Theresienwiese fließt das Bier in Strömen, es riecht nach gebrannten Mandeln und von überall her schallt Musik und Gelächter. Nicht alle haben etwas übrig für den alljährlichen Trubel und viele Münchner zieht es in den zwei Wiesn-Wochen weg aus der Stadt. Für den "Anti-Wiesn-Urlaub" muss es aber gar nicht weit weg gehen. In den bayerischen Wäldern wartet eine geheimnisvolle und vor allem ruhige Welt auf Sie.

In den Wald mit der Bayerischen Landesausstellung 2018

Die Bayerische Landesausstellung 2018 "Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern" rückt den Lebensraum Wald in den Fokus. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schularten können die Entstehung des bekannten Bildes von Bayern selbst zu erkunden. Ein absolutes Highlight ist dabei der Ausstellungsort selbst. Im Wald des Klosters können Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Bäume pflanzen und so teilhaben an der Gestaltung ihrer Zukunft und direkt hinter dem Kloster Ettal beginnt ein Bergwalderlebnispfad. Er ist der Eingang in eine verzauberte Welt:

In den naturbelassenen und wilden Wäldern Bayerns leben viele und oft auch seltene Tierarten. Einige haben sich erst in den letzten Jahren wieder angesiedelt, nachdem sie ausgerottet waren, andere stehen leider kurz vor ihrem Verschwinden aus unseren Breiten.

Machen Sie sich auf und entdecken Sie die tierische Seite des Mythos Bayern.

Burgen, Bäume, Biber

Der Biber steht wie kein anderes Tier für den Naturschutz an Gewässern. Seine Baumfällarbeiten begegnen Ihnen sicher auf dem einen oder anderen ruhigen Spaziergang. Sie mögen rabiat aussehen, aber durch sie verhilft der Biber Fischen zu Laichplätzen, Wasservögeln zu Nistplätzen und Frösche und Libellen finden viel Nahrung. Die ruhigen Gewässer um einen Bibersee wimmeln nur so vor Leben. Leider wurde der Biberbestand durch die Jagd fast ausgerottet. Sein Pelz wurde für Mäntel verwendet, ein Drüsensekret des Bibers galt als Wundermittel und sein Fleisch wurde gegessen. Kurios: Weil er früher als Fisch galt, durften Mönche ihn in der Fastenzeit essen.

1966 wurde er vom Bund Naturschutz Bayern e.V. wieder angesiedelt. Ein voller Erfolg denn mittlerweile gibt es wieder 20.000 bayerische Biber in rund 5.500 Revieren. Heute müssen sich die niedlichen Riesennager nicht mehr vor Pelzjägern und Mönchen fürchten. Dafür müssen sie sich auf dem Weg in ein neues Revier vor Autos in Acht nehmen. Leider können auch nicht alle Menschen den riesigen Biberburgen etwas abgewinnen, die ganze Bäche umleiten können und angrenzende Gebiete unter Wasser setzen. Deshalb müssen immer wieder Biber umgesiedelt werden oder sie werden sogar "exportiert", um anderen Ländern auch wieder zu Bibern zu verhelfen.

Auf samtenen Pfoten durch Bayern: der Luchs.

Er ist die größte Raubkatze Europas und auch in Bayern wieder Zuhause. Nachdem der Luchs vor etwa 150 Jahren in Bayern ausgerottet wurde, siedelt er sich seit den 1990-iger Jahren stetig wieder an. Besonders im Grenzraum Nordostbayerns sieht man dieses beeindruckende Raubtier, aber einzelne Tiere versuchen auch in neue Lebensräume vorzudringen. Luchs-Sichtungen sind eher selten. Wenn Sie auf Ihrer Wiesn-Auszeit dennoch einen Luchs sehen wollen, dann gelingt Ihnen das am ehesten in der Dämmerung und nachts. Aber Sie brauchen gute Augen. Ihr Fell macht Luchse fast unsichtbar. Leider hilft es nicht in jedem Fall und so kommt es in Bayern dennoch immer wieder zur unerlaubten Jagd auf die schönen und streng geschützten Raubkatzen.

Erleben Sie den Mythos Bayern

Geheimnisvolle Wildkatzen

Eine kleinere, aber nicht weniger faszinierende Samtpfote ist die Wildkatze. Dabei handelt es sich keineswegs um verwilderte Hauskatzen. Diese Tiere gab es schon lange vor unseren Hauskatzen und sie sind noch nicht einmal miteinander verwandt. Das zeigt sich auch in ihrem Aussehen. Wildkatzen sind massig und besonders ihr Schwanz verrät sie. Er ist buschig mit dunklen Ringen und einem stumpfen, schwarzen Ende.

Wildkatzen sind sehr scheu, nachtaktiv und meiden die Nähe des Menschen. Wenn man mal eine Wildkatze sieht, dann ist es meist ein umherstreifendes Männchen. Diese sind Einzelgänger und legen größere Strecken zurück. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie auf keinem Ihrer Spaziergängen eine Wildkatze zu Gesicht bekommen. Sie ist in Bayern vom Aussterben bedroht und es gibt nur etwa 700 der seltenen Tiere. Die wenigen Katzen fühlen sich besonders in den naturnahen Laubwäldern Nordbayerns wohl, aber auch im Südosten Bayerns sind sie noch zu finden.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Auch die Wölfe haben es in Bayern nicht leicht gehabt und ihre Wiederansiedelung wird von vielen mit Argwohn verfolgt. Die stolzen Rudeltiere waren früher in ganz Europa verbreitet, wurden jedoch weitgehend ausgerottet. In Deutschland erholt sich der Wolfsbestand seit den 1990-iger Jahre und auch durch den Bayerischen Wald streifen die scheuen Tiere auf der Suche nach Nahrung und neuen Revieren mittlerweile wieder. Wenn Sie auf Ihrem Ruheurlaub fernab des Wiesn-Trubels einem Wolf begegnen sollten, bleiben Sie ganz ruhig. Er jagt und frisst Vögel, Nager, Hirsche und Rehe, aber Menschen stehen nicht auf seinem Speiseplan. Wenn er Ihnen zu nahekommen sollte, machen Sie sich groß, klatschen Sie in die Hände und rufen Sie laut. Wenn Sie auf einem Fahrrad unterwegs sein sollten, bleiben Sie lieber stehen, um seinen Jagdtrieb nicht zu wecken.

Der Auerhahn: Bald nur noch in der Vogelhochzeit?

Ein weit weniger bedrohlich wirkendes, aber dafür sehr bedrohtes Tier in den bayerischen Wäldern, ist das Auerhuhn. Der größte flugfähige Waldvogel Europas ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Dem scheuen Vogel setzen Wanderer, Pilzsucher, und vor allem auch Wintersportler zu, die in Auerwildgebieten die Wege verlassen und die Tiere aufschrecken. Im Winter ist es besonders dramatisch, da sich das Auerhuhn in dieser Zeit nur von Nadeln ernährt, kaum Energiereserven hat und diese dann auf der Flucht vor unverantwortlichen Querfeldeinwanderern und Skitourengehern verbraucht werden. Verhalten Sie sich also sehr ruhig und vorsichtig, wenn Ihnen diese seltenen Tiere am Herzen liegen.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung am 21.09. eine Exkursion in die Waldlebensräume erleben. Bei einer geführten Wanderung haben Sie die Möglichkeit die Faszination dieser außergewöhnlichen Waldbewohner kennen zu lernen. Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten informieren Sie über Verhalten und die Lebensweisen der Rauhfußhühner sowie deren Ansprüche an den Lebensraum und waldbauliche Möglichkeiten zur Schaffung geeigneter Lebensräume.

Auer-, Birk- und Schneehuhn
von 13:30 bis 17:30 Uhr
Veranstaltungsort: Wankbahn, Wankbahnstraße 2, 82467 Garmisch-Partenkirchen
Eintritt: 7 Euro
Anmeldung erforderlich

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"Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern"

Kloster Ettal ist vom 3. Mai bis 4. November 2018 der Schauplatz für die Bayerische Landesausstellung 2018 "Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern".

Das Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, der Bayerischen Forstverwaltung und der Bayerischen Schlösserverwaltung im Südflügel des Klosters auf rund 1.500 qm die Landesausstellung, die dem "Mythos Bayern" nachspürt.

Und was ist der "Mythos Bayern"? Eine Landschaft, ihre Menschen und eine besondere Art zu leben; ein König und seine Schlösser, und schließlich seit 1918 der "Freistaat Bayern", der dem Mythos die Volkskrone aufsetzt.

Wann?
3. Mai bis 4. November 2018
Täglich 9 – 18 Uhr

Wo?
Kloster Ettal
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal

Eintrittspreise?
Erwachsene 12 €
Ermäßigt 10 €
Familienkarte 24 €
Kinder und Jugendliche 2 € (6-18 Jahre)

Führungen?
Gruppe bis 15 Personen 60 € (zzgl. Eintritt)
ab 15 Personen 4 € pro Person (zzgl. ermäßigter Eintritt)

Weitere Highlights im Programm der Bayerische Landesausstellung 2018

08.09.18 Filmvorführung Vortrag/18 Uhr
Kloster Ettal
Dokumentation des BR Fernsehens über die Suche nach Ursprung und Wesen des Mythos Bayern, anschließend Vortrag "Typisch Oberbayern! - Ein Klischee in Literatur und Medien".

13.-16.09.18 Konzert
Bad Kohlgrub, Haus des Gastes
Klassiktage Ammergauer Alpen mit Sonderprogramm zur Landesausstellung mit Kammermusikkonzerten und Kinderkonzert.

30.09.18  Waldlauf
Ettaler Forst
Start und Zielort: Kloster Ettal König-Ludwig Waldlauf in Kooperation mit König-Ludwig-Lauf e.V.

Hier finden Sie das gesamte Rahmenprogramm

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