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Alle Räume der Verwaltung auf einer Etage

Haus des Gastes: Noch viel zu tun bis zum „Schmuckstück“

Bad Kohlgrub - Deutlicher Favorit beim Umbau des Haus des Gastes: Der Gemeinderat stimmt unisono für „Variante 1“. Die Kosten liegen bei etwa 1,8 Millionen Euro.

Die Umgestaltungspläne für das Haus des Gastes werden allmählich konkreter: Bei der Sitzung des Bad Kohlgruber Gemeinderats favorisierten die Mitglieder einstimmig die vom Büro Böhmer und Laubender entwickelte „Variante 1“. Der Vorteil von dieser liegt für das Gremium vor allem darin, dass alle Räume der Gemeindeverwaltung, die vom Rathaus ins Haus des Gastes umziehen wird, in der Ersten Etage untergebracht werden können.

Bei einer weiteren Planvorlage Variante hätten sie sich teilweise im Erdgeschoss befunden. Außerdem kann bei Variante 1 der schöne Saal im Parterre fast so bleiben, wie er ist. Dieser wird trennbar und so zu einem Multifunktionsraum gemacht. Eine Bühne für Konzerte oder Aufführungen ist eingeplant.

Ein weiteres Argument für diese Lösung: Die Brandschutzmaßnahmen sind weniger aufwändig. Ins Haus kommt ein Aufzug, damit Büros und Toiletten barrierefrei erreichbar sind. Die Tourist-Information bleibt gemeinsam mit den Touristikern der „Ammergauer Alpen“ im Erdgeschoss. Der Bereich wird jedoch offener und moderner gestaltet. Im Eingangsbereich des Gebäudes soll eine Lounge mit Lese-Ecke entstehen. Davor befinden sich zwei Beratungspunkte, zu denen sich die Mitarbeiter der Tourist-Information bei Bedarf hinbegeben. Der sogenannte Shop und ein Back Office sind dahinter und seitlich angegliedert.

Innenarchitektin Hanna Raissle hat sich auftragsgemäß erste Gedanken gemacht über die Gestaltung der Räume. Für sie ist es wichtig, Funktionalität mit emotionaler Wirkung unter einen Hut zu bringen. „Ich sammle viele einzelne Infos und füge dann alles zusammen für das bestmögliche Ergebnis“, erläuterte sie während der Sitzung.

„Was soll in den Räumen passieren? Wie fühlt es sich an?“ sind ihre beiden Kernfragen. Verschiedene Materialien wie Holz oder Kork, Farben und Formen oder Akustik beeinflussten die Wirkung der Räume auf Nutzer und Besucher.

Architekt Clemens Böhmer gab eine erste Grobschätzung der Kosten: 1,8 Millionen Euro. „Das Gebäude ist über 60 Jahre alt und gehört saniert, vor allem auch was Energie und Brandschutz betrifft.“

„Eine wertvolle Sache“, nannte Georg Doll (CSU) die Vorplanungen der Variante 1. „Der Besucher hat das Gefühl, er kommt in einen modernen Ort.“ Vonseiten der Freien Wählergemeinschaft wurden Bedenken wegen der hohen Kosten eingebracht. „Wir haben in Zukunft viele Baustellen. Mir geht es um die Kosten, und man darf die Wandelhalle nicht vernachlässigen“, sagte Otto Fussenegger. „Ich sehe nicht, dass die Gemeinde einen Goldesel drinstehen hat“, pflichtete Fraktionskollege Franz Degele bei. „Wenn wir keine oder minimale Zuschüsse haben, kann ich dem Bürger nicht erklären, dass wir 1,8 Millionen investieren.“

Die Gegenseite drängte. „Wir waren uns einig, dass wir ein neues Rathaus wollen. Die Tourist-Information soll ausdrücken, was wir hier bewirtschaften wollen, einige in Bad Kohlgrub leben vom Tourismus“, verdeutlichte Andreas Wojciak (Neue Liste). Bürgermeister Karl-Heinz Reichert erklärte sich mit einem Plädoyer zum Fan der Variante 1. Der Gemeinderat habe schließlich zugestimmt, dass das Haus „ein echtes Schmuckstück wird“, sagte er und ermahnte das Gremium, „nicht finanziell klein, klein zu denken“.

Dass es aller Wahrscheinlichkeit nach finanzielle Förderungen für das Projekt geben kann, bestätigte Böhmer. Anklopfen könne man bei der Wirtschaftsförderung und beim Landkreis. Schließlich einigte man sich darauf, die Variante 1 prinzipiell weiter zu verfolgen, mit der Auftragserteilung für die Planung jedoch zu warten, bis etwaige Fördermöglichkeiten geklärt sind. Den Zeitverlust von einem Monat, der dann entsteht, könne man verkraften.

Juliane Klieser

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